T I N D E R B O X

Folge 21 bis 30

 

 
Nachfolgend die dritten zehn Folgen von Tinderbox, der kapitalismuskritischen Sendereihe der Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt.
Mehr zu dieser Sendereihe ist auf der Tinderbox-Hauptseite nachzulesen. Dort gibt es auch eine Übersicht über alle bisherigen und geplanten Folgen.
Zur Folge 21 geht es hier.
 
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Folge 21 19. November 2001 TBX21_25.ZIP
Through The Looking Glass Folge 20
Spieglein, Spieglein, an der Wand, wem schenk' ich Vertrauen in diesem Land? Folge 22

Die Bundestagsdebatte vom vergangenen Freitag gehörte sicher zu den Showveranstaltungen dieser Republik. Wer glaubt schon, daß die dort versammelten Abgeordneten sich durch die gegenseitig vorgetragenen Argumente hätten beeindrucken lassen? Gerade weil das Abstimmungsergebnis schon vorher feststand, müssen wir wohl davon ausgehen, daß uns die Damen und Herren Abgeordneten etwas zu sagen hatten. Da ohnehin offensichtlich war, daß bis auf die Abgeordneten der PDS, einiger GRÜNER und einiger noch weniger von der SPD alle anderen Krieg spielen wollten, ist schon interessant, mit welch akrobatischen Verrenkungen das Kriegsspiel diesmal als humanitäre Mission verkleidet wurde. Da wurden die afghanischen Frauen entdeckt, die jahrelang, jahrzehntelang völlig ignoriert worden waren. Jedenfalls hatte Gregor Gysi recht, den Entdeckerinnen und Entdeckern des weißen Kontinents Frau entgegenzuhalten, daß die Frauen Afghanistans garantiert nicht der Grund für die derzeitigen Kriegshandlungen sind. Leider (aber auch nicht unerwartet) habe ich bei der PDS eine wirklich politische Begründung ihrer Ablehnung des mit der Vertrauensfrage verknüpften Kriegseinsatzes der Bundeswehr vermißt. Dies zeigt, auf welch desolatem Niveau die parlamentarische Linke derzeit denkt und handelt. Ich werde daher im Verlauf dieser Sendung die nicht genannten Argumente nachholen.

Zusammengefaßt: Der Antrag der Bundesregierung ermächtigt die Bundeswehr, fast überall auf dem Globus Krieg führen zu dürfen. Entgegen der Aussage von Peter Struck ist damit zu rechnen, daß dementsprechend auch Krieg geführt werden wird. Die friedensstiftende Rolle der Bundeswehr und der Herren Scharping und Fischer hat ohnehin schon Jürgen Elsässer in seinem wirklich lesenswerten Buch Kriegsverbrechen bloßgestellt. Vertrauen war also nicht angesagt, es sei denn, man und frau wollte am Krieg beteiligt sein. GRÜNE Ausreden zählen also nicht. Auch die afghanischen Frauen hatten schon bessere Tage gesehen als unter den Taliban. Das lag allerdings nicht an den Strömungen, die heute zur Nordallianz gezählt werden. Die von der Sowjetunion gestützte Demokratische Volkspartei war 1978/79 die einzige Gruppierung, die als Regierung wenigstens versuchte, den Frauen Afghanistans zu Emanzipation zu verhelfen. Die USA und ihre CIA unterstützten von Anfang an die reaktionärsten Kräfte, um die gottlosen Kommunisten aus dem Land zu treiben, zu foltern oder umzubringen. Die Taliban waren nur der (vorläfig) letzte Höhepunkt US-gestützter Barbarei. Das alles könnten die Abgeordneten von SPD und GRÜNEN wissen. Sie wollen es aber nicht wissen, denn sie wollen, daß Deutschland wieder überall auf der Welt Krieg führen darf.

Den Schluß der Sendung bildet die Besprechung eines Buches von Karl Marx mit dem Titel Vom Selbstmord. Kevin Anderson dazu in seiner Einleitung des Marx-Textes: "Marx stellt fest, daß der repressive Charakter der bürgerlichen Familie für viele Fälle weiblichen Selbstmords, besonders unter jungen Frauen, verantwortlich ist. Sein Text verhilft uns auch zu einem klareren Verständnis seiner Ansichten zu Familie und Geschlechterverhältnissen in der modernen Gesellschaft - Anschauungen, die sich in der gleichen Periode herausbilden, in der er seine Begriffe von entfremdeter Arbeit und historischem Materialismus und die Anfangsgründe seiner Kritik der politischen Ökonomie und des Staates entwickelt." Das Buch ist im Neuen ISP Verlag erschienen.

Playlist :

Kraftwerk : Spiegelsaal
Siouxsie : You're Lost Little Girl
The Doors : You're Lost Little Girl
Siouxsie : The Passenger
Iggy Pop : The Passenger

 

Folge 22 24. Dezember 2001 TBX21_25.ZIP
Gun Folge 21
Stille Nacht, afghanische Nacht Folge 23

Weihnachtlich geht es auch bei Tinderbox zu, wenn auch nicht im Sinne des Erkaufens und Verkaufens von Liebe und Geborgenheit. Groucho und Chico Marx alias Flywheel und Ravelli treten in meiner Weihnachtsgeschichte auf. Außerdem widme ich das Lied Sea Breezes den tapferen US-amerikanischen Kampfbomberpiloten, die von den Flugzeugträgern im Indischen Ozean sozusagen aus der Meeresbrise aufsteigen, um in unerreichbarer Höhe ihre heimtückische und todbringende Fracht auf die afghanische Zivilbevölkerung abwerfen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind durch den Kollateralschaden Bush-Krieg wesentlich mehr Zivilistinnen und Zivilisten in Afghanistan gemetzelt worden als am 11. September 2001 in Washington und New York ihr Leben ließen.

Passend zum Fest gibt es daher einen Spendenaufruf; und für eine mildtätige Spende gibt es vom Studienkreis eine CD zu erwerben. Aber damit wir dann doch nicht vergessen, daß das Weihnachtsfest und seine Caritas eine ziemlich verlogene Angelegenheit sind, spreche ich das Vaterunser und übergebe anschließend das Wort an Siouxsie and the Banshees: Israel ist dasLied schlechthin über unsere Wohlstandsmoral am Heiligen Abend.

Playlist :

Die Roten Rosen : Frohes Fest
Siouxsie : Gun
John Cale : Gun
Siouxsie : Sea Breezes
Roxy Music : Sea Breezes
Jürgen Hüholdt : Let Me Know
Siouxsie : Israel
Die Marx Brothers Radio Show (3) : Merry Christmas

 

Folge 23 21. Januar 2002 TBX21_25.ZIP
Time Is Money Folge 22
Die Kreativität der Langsamkeit Folge 24

Das vollständige Sendemanuskript der Sendung ist verfügbar!

Zusammenfassung: In der 23. Folge frage ich anhand des Buches von Fritz Reheis Die Kreativität der Langsamkeit nach Perspektiven zum alltäglich kapitalistischen Wahnsinn. Wenn sich das Rad der durchgeknallten Konsumgesellschaft immer schneller dreht, wie kann dann Entschleunigung aussehen? Welche gesellschaftlichen Voraussetzungen sind notwendig? Begleitet wird dieser Gedankengang von einigen Musikeinlagen, die das Thema Zeit auf sehr unterschiedliche Weise behandeln. Mehr dazu im ausführlichen Sendemanuskript.

Playlist :

Siouxsie : Little Johnny Jewel
Kroke : Time
Deep Purple : Child In Time
Rolling Stones : Time Is On My Side
Chumbawamba : Time Bomb
Siouxsie : All Tomorrow's Parties

 

Folge 24 18. Februar 2002 TBX21_25.ZIP
Peep Show Folge 23
Nicht nur der Kapitalismus und seine männlichen Agenten sind obszön, sondern auch seine machtbesessene Verlogenheit Folge 25

Das vollständige Sendemanuskript der Sendung ist verfügbar!

Zusammenfassung: In der 24. Folge wird der Prozeßbeginn gegen Slobodan Miloševic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag beleuchtet - ich meine, da gehören ganz andere Kriegsverbrecher hin! Danach gibt es ein Interview mit dem Psychoanalytiker Hans-Jürgen Wirth über Gewalt, Gewaltverarbeitung und Joschka Fischer.

Playlist :

Siouxsie : Peek-A-Boo
Siouxsie : The Killing Jar
Siouxsie : Scarecrow

 

Folge 25 18. März 2002 TBX21_25.ZIP
Ornaments of Gold Folge 24
Neoliberale Glasperlen Folge 26

Das vollständige Sendemanuskript der Sendung ist verfügbar!

Zusammenfassung: In der 25. Folge wird erklärt, wie uns der Glaube an die neoliberale Verheißung eingetrichtert worden ist. Außerdem kommen ein paar jammernde Spargelbauern zu Wort, die sich darüber beschweren, daß die von ihnen ausgebeuteten Saisonarbeitskräfte sich nicht profitkonform verhalten. Schließlich hüpft ein Hasenwallaby durch die Sendung und zeigt, daß nicht einmal die Aborigines im Einklang mit der Natur gelebt haben.

Playlist :

Siouxsie : Carousel
Siouxsie : Burn Up
Siouxsie : Ornaments of Gold
Siouxsie : Turn to Stone
Zion Train : Wallaby

 

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Folge 26 15. April 2002 TBX26_30.ZIP
Rhapsody Folge 25
Abgesang auf die Vergangenheit Folge 27

Das vollständige Sendemanuskript der Sendung ist verfügbar!

Inhalt der Sendung:

  • Der ultimative Grund, warum der Frankfurter Flughafen ausgebaut werden muß.
  • Antisemitische Untertöne bei der Bewertung des israelischen Aggressionskrieges gegen die palästinensische Zivilbevölkerung.
  • Interview mit dem letzten Arbeitslosen.
  • Frühlingsgefühle in der Stalinära.
  • Alexandra Kollontai über Liebe und Geschlechterverhältnisse.
Playlist :

Siouxsie : Rawhead and Bloodybones
Die Toten Hosen : Warum werde ich nicht satt?
Siouxsie : The Last Beat of My Heart
Siouxsie : Rhapsody

 

Folge 27 20. Mai 2002 TBX26_30.ZIP
Superstition Folge 26
Fröhliche Oberflächen Folge 28

Das vollständige Sendemanuskript der Sendung ist verfügbar!

Drei Jahre nach ihrem Album Peepshow aus dem Jahr 1988 überraschten Siouxsie and the Banshees ihre Fans und die Musikwelt mit ihrem wohl kommerziellsten Album Superstition. Textlichen Tiefgang - wie bei früheren Alben - ist hier kaum zu finden. Statt dessen die Lust an Songs, die eingängige Melodien mit der unnachahmlichen Stimme von Susan Dallion alias Siouxsie Sioux verbinden. Konnten Siouxsie Sioux und der Bassist Steve Severin ähnliche Tendenzen früherer Alben noch damit entschuldigen, daß sie über eingängige, fast schon Mainstream-Melodien ein Publikum einfangen wollten, um es auch für die dunklen Seiten der Realität zu interessieren, so fehlt bei Superstition jeglicher Vorwand für leicht eingängig präsentierten Pop. Frißt das Musikbusiness irgendwann doch auch die unabhängigsten Geister? Das ist nicht auszuschließen. Wenn wir dann noch berücksichtigen, daß Susan Dallion wenige Wochen vor dem Erscheinen von Superstition ihren langjährigen Freund und den Schlagzeuger der Band Peter Clarke alias Budgie geheiratet hat, dann verrät dies vielleicht auch einen Trend Richtung Bürgerlichkeit. Jedenfalls ließ es sich Susan Dallion anschließend in ihrer Villa in Südfrankreich wohl ergehen. Allerdings hatte sie mit den für diese Idylle noch fehlenden Kindern nichts am Hut. Kinder waren ihr schon immer ein Greuel. Statt dessen spielte sie lieber mit ihren Katzen. Dennoch ist auch im Album Superstition die eine oder andere Wahrheit versteckt. Und wenn ich ein Interview mit Susan Dallion aus dem Jahr 1991 heranziehe, dann bin ich nicht so sicher, daß Superstition einfach nur kommerzieller Schrott ist, wie es von vielen ehemaligen Fans der Gruppe angesehen wurde und auch heute noch gesehen wird.

Weiterhin: zwei Buchvorstellungen zum Ägypten der Pharaonen. Erstens Das Tal der Tränen von Michael Haase über die Entwicklung des Pyramidenbaus und An den Ufern des Nils von Edda Bresciani, in dem sie uns das Alltagsleben der Ägypterinnen und Ägypter nahezubringen versucht.

Playlist :

Siouxsie : Kiss Them For Me
Siouxsie : Fear (Of The Unknown)
Siouxsie : Cry
Siouxsie : Drifter
Siouxsie : Little Sister
Siouxsie : Shadowtime

 

Folge 28 17. Juni 2002 TBX26_30.ZIP
Silly Thing Folge 27
Der Europa-Gedanke Folge 29

Silly Thing aus dem Album Superstition von Siouxsie and the Banshees aus dem Jahr 1991. Ein dummes Ding ist irgendwo auch der Europa-Gedanke. Ich meine nicht die hehren Ideale europäischer Verschwisterung oder die europäische Einheit, jedenfalls soweit sie Geld und Profit betrifft. Nein, dumm ist es, an Europa als einem Ort der Aufklärung, der Zuflucht, des Verständnisses zu glauben. Es mag einfach sein, in Europa zu leben, wenn man und frau hier geboren wurde. Doch für all diejenigen auf der Welt, für die Europa die Zivilisation verkörpert, in der Menschenrechte geachtet und das Asylrecht beachtet wird, erweist sich der europäische Gedanke schnell als Gefängnis. Als ein Ort eben, wo Migrantinnen und Migranten mal gerade noch geduldet werden, wenn sie nicht ohnehin abgeschoben werden. Nun gut, Multi-Kulti als Folklore nimmt man und frau gerne mit. Und brasilianische Fußballer erhalten natürlich schnell eine Duldung und eine Arbeitserlaubnis. Aber sonst ...

Nun - hören wir doch einmal zu, was Migrantinnen und Migranten, was Menschen außerhalb Europas hierzu zu sagen haben und was sie von uns erwarten. Ich werde in der heutigen 28. Folge von Tinderbox, meiner musikalischen Revue durch die Unbilden der kapitalistischen Wirklichkeit, wie immer mit freundlicher Unterstützung von Siouxsie and the Banshees, drei Facetten der europäischen Wirklichkeit zur Sprache bringen. Genauer gesagt: zur Sprache bringen lassen.

Zunächst wird der iranische Exilschriftsteller (Ja, wie heißt er jetzt mit Vornamen? Das ließ sich nämlich im Internet nicht herausfinden.) Said seine Perspektive der Festung Europa darlegen. Er hielt seinen Vortrag auf einer Veranstaltung zum Thema Reservat Europa. Reservate ganz anderer Art sind die neuen Ausreisezentren, die das rot-grüne Einwanderungsgesetz den Migrantinnen und Migranten beschert hat. Bernd Mesovic von Pro Asyl und Kai Weber vom niedersächsischen Flüchtlingsrat belegen, daß es sich bei diesen Ausreisezentren um eine neue perfide Repressionsmaßnahme gegen unerwünschte Menschen nichtdeutscher Herkunft handelt. Und schließlich werde ich auf eine Veranstaltung eingehen, die am 23. Mai an der Technischen Universität Darmstadt stattfand. Thema: Die Kurden wollen Frieden - was will Europa? Hintergrund der Veranstaltung war die neue Liste terroristischer Organisationen, die von den EU-Mitgliedsstaaten Anfang Mai beschlossen wurde. Selbstverständlich waren weder die USA als Verantwortliche für hunderttausendfaches Kindersterben im Irak noch die NATO für ihren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien auf dieser Liste zu finden.

Dafür jedoch die inzwischen aufgelöste kurdische Guerillaorganisation PKK. Hans Branscheidt von Medico International und die PDS-Europaparlamentsabgeordnete Feleknas Uca gingen auf die Hintergründe der Entscheidung ein, den kurdischen Befreiungskampf zu einer terroristischen Angelegenheit zu erklären. Der türkische Staat hingegen ist immer noch der beste Partner von USA, NATO, Fischer und Co. Aber das muß uns ja nicht verwundern.

Ich hoffe, euch hiermit eine interessante Verknüpfung verschiedener Facetten der europäischen Einheit präsentieren zu können. Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt begrüßt euch Walter Kuhl.

Die Diskussion um Migration, Einwanderung und Asyl in Deutschland wird viel zu oft aus einer Binnenperspektive geführt. Es geht weniger um Migrantinnen und Flüchtlinge, sondern eher um eine Auseinandersetzung zwischen den Deutschen, die Zuwanderung wollen, und den Deutschen, die sie nicht wollen. XXX Said, bis vor kurzem Präsident des deutschen PEN Schriftstellerverbandes, trägt im Folgenden eine Perspektive auf Europa vor, die sich weitgehend von der uns gewohnten deutschen unterscheidet.

Hinter dem euphemistischen Wort Ausreisezentrum verbergen sich neue Lager für Flüchtlinge in Deutschland. Wie erklärtermaßen schon die Sammellager für Flüchtlinge Ende der 70er Jahre, so dienen auch die als Ausreisezentren getarnten neuen Lager als Repressionsmaßnahme. Flüchtlinge sollen dazu gebracht werden, ihren Aufenthalt noch schrecklicher und noch trostloser zu finden als das Elend, aus dem sie nach Deutschland gekommen sind. Gedacht sind diese Lager für Flüchtlinge, die keine Chance auf Asyl haben, deren Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen ist, aber die aus den verschiedensten Gründen nicht abgeschoben werden können. Also muß man sie dazu überreden, dieses gastliche Land freiwillig zu verlassen. Bernd Mesovic von Pro Asyl berichtet uns im folgenden Interview, wie die rot-grüne kalte Abschiebung funktioniert.

Der Staat produziert Illegalität; in den USA ist dies wirtschaftlich durchaus erwünscht.) Kai Weber vom niedersächsischen Flüchtlingsrat berichtet aus den Erfahrungen, die vor Verabschiedung des neuen Zuwanderungsgesetzes mit den geplanten Ausreisezentren im Experimentierstadium gemacht worden sind. Das Interview mit Bernd Mesovic und Kai Weber führte Stephan Dünnwald von Radio Lora aus München.

Gastliche Länder haben gastliche Sitten. Die Europäische Union ist besonders gastlich und findet den weltweiten Terror besonders dann verabscheuenswert, wenn er weder von der USA noch von Europa ausgeht. Konkret: die Reichen und Mächtigen bestimmen, wer Freund und wer Terrorist ist. Und während der türkische Staat sich allseitiger Beliebtheit erfreut, werden Kurdinnen und Kurden nicht nur in der Türkei oder im Irak, sondern selbstverständlich auch in Europa verfolgt und kriminalisiert. Die neue Anti-Terror-Liste der Europäischen Union ist so gesehen nur ein weiterer Schritt bekannter Methoden. Die PDS-Europaabgeordnete Feleknas Uca beleuchtete auf einer Veranstaltung am 23. Mai an der TU Darmstadt das undemokratische Vorgehen der europäischen Politik. Hans Branscheidt von medico international ging auf derselben Veranstaltung auf die Hintergründe dieser Liste terroristischer Organisationen ein.

Mehr zur europäischen Politik gegenüber Kurdinnen und Kurden, zur Türkei und Kurdistan in unserem Magazin A-Mez Radio, zweimal im Monat auf Radio Darmstadt, demnächst am kommenden Mittwoch um 17 Uhr.

Alltag und Geschichte - heute mit einer Sendung zu der Gastlichkeit der Festung Europa mit Beiträgen von Edward Said, Bernd Mesovic, Kai Weber, Feleknas Uca und Hans Branscheidt. Die Aufnahmen des Briefs an Europa von XXX Said und zu den Ausreisezentren stellte Stephan Dünnwald von Radio Lora aus München zur Verfügung, der auch die Interviews geführt hat.

Die Kurden wollen Frieden - was will Europa? Ja, was wohl? Frieden? Ja, sicher, solange man und frau unter Frieden eine funktionsfähige internationale Arbeitsteilung versteht, in der Drittweltstaaten und Flüchtlinge wissen, wo ihr Platz ist. Kurdinnen und Kurden stören da nur. Hans Branscheidt hatte in seinem Redebeitrag, den ich aus Zeitgründen leider nur gekürzt senden kann, deutlich gemacht, welch demokratisches und emanzipatorisches Potential in kurdischen Vorschlägen zu einer multiethnischen Union im Nahen Osten stecken könnte. Nur - seit wann geht es europäischen Regierungen um Befreiung, Demokratie und Emanzipation? Ich dachte, es geht um Profit. Und für den Profit sorgen die türkischen Bündnispartner. Das entspricht ja auch dem wahren europäischen Gedanken.

Für Fragen, Anregungen und Kritik zu dieser Sendung steht meine Voice-Mailbox bei Radio Darmstadt zur Verfügung; die Telefonnummer lautet (06151) für Darmstadt, und dann die 87 00 192. Oder ihr schickt mir eine Email an tinderbox@alltagundgeschichte.de. Diese Sendung wird am Dienstag um Mitternacht, um 8 Uhr morgens und um 14 Uhr wiederholt. Jetzt gleich folgt Heinerkult, eine Sendung der Kulturredaktion. Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt verabschiedet sich Walter Kuhl mit Silver Waterfalls von Siouxsie and the Banshees aus dem Album Superstition.

Playlist :

Siouxsie : Silly Thing
Siouxsie : Got To Get Up
Siouxsie : Silver Waterfalls

 

Folge 29 15. Juli 2002 TBX26_30.ZIP
Interlude Folge 28
Zwischenspiel Folge 30

Als Zwischenspiel bezeichne ich die Zeit zwischen dem Album Superstition (1991) und der Auflösung der Band (1996). Dieses Zwischenspiel nutze ich zur Vorstellung von fünf Büchern über die Keltenausstellung in der frankfurter Kunsthalle Schirn, die Kelten in Deutschland, das Grundwissen zur Klassischen Archäologie, den Ersten Weltkrieg und die Politische Gewalt in der Weimarer Republik. Mehr dazu im vollständigen Sendemanuskript!

Playlist :

Siouxsie : Softly
Siouxsie : The Ghost In You
Siouxise : Face To Face
Siouxsie : Fireworks
Morrissey und Siouxsie : Interlude

 

Folge 30 19. August 2002 TBX26_30.ZIP
Life Is Just A Show Folge 29
Medien-Kapitalismus Folge 31

Während Siouxsie Sioux einen Sexshop aufsucht und dort Marc Almond trifft, frage ich nach der kapitalistischen Organisierung von Medienmacht, gehe der Frage nach der Wirkung von Gewalt in den Medien nach und frage, ob Werbung tatsächlich wirkt. Hilfreich hierbei war das Buch von Dieter Prokop mit dem Titel Der Medien-Kapitalismus. Mehr dazu im vollständigen Sendemanuskript!

Playlist :

Stella : Bad News Entertainment
Marc Almond & Siouxsie Sioux : Threat of Love
Soft Cell : Tainted Love
Siouxsie : All Tomorrow's Parties

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 20. September 2009 aktualisiert.
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©  Walter Kuhl 2001, 2009
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