Ehemalige Bundesbank Filiale Darmstadt
Bundesbank – zu verkaufen.

Kapital – Verbrechen

Blondinenterror in der Wirtschaftskrise

Sendemanuskript

 

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 25. Januar 2010, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Dienstag, 26. Januar 2010, 01.00 bis 02.00 Uhr
Dienstag, 26. Januar 2010, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 26. Januar 2010, 14.00 bis 15.00 Uhr

Zusammenfassung:

Roland Koch fordert eine Arbeitspflicht, aber keine für spekulativ-verschwenderisch-bankrotteure Bänker und Manager. Bei selbigen gibt es eine Versicherungs­mentalität, die dem gemeinen Volk ausgeredet wird. Selbiges darf sich weiterbilden und aufhübschen im Kampf ums Dasein knapper werdender Jobs. Die Weltwirtschafts­krise wird für überwunden erklärt, obwohl die fetten Brocken noch kommen. Derweil werden Hunderte von Milliarden Euro und Dollar vor den Sozialansprüchen der Mehrheit der Menschheit in schwarze Löcher weggebunkert. Und dienstags gibt es für diejenigen, die sich eine Nische im System suchen, Brot und Spiele und vor allem Sex.

Besprochene Zeitschrift und Bücher:

Zwischenmusik:

The Creatures : Boomerang


Inhaltsverzeichnis


Einleitung: Der schlimme Finger 

Jingle Alltag und Geschichte

Seit zwölfeinhalb Jahren bin ich nun montags auf diesem Sendeplatz zu hören. Manchmal auch an anderen Wochentagen und zu anderen Uhrzeiten, aber in der Regel ist es ein Montag. Oder ein Dienstag, in der Wiederholung. Seit mehr als zwei Jahren bin ich ausgesperrt. Der Verein, der dieses Radio nicht ganz lizenzkonform als sein Privateigentum betrachtet, hat mir ein Hausverbot auferlegt. Wurde es zunächst mit meiner Webseite begründet, auf der ich Delikates und Wahrhaftiges über diesen Sender und seinen Verein berichtete, so türmten sich mit der Zeit geradezu wahnhafte Bedrohungs­szenarien auf. Glaubt man und frau den Schriftsätzen des Rechtsanwalts des Vereins und den Gerüchten, die dieser Verein verbreitet, dann muß ich ein ganz schlimmer Finger sein. Bedroht und terrorisiert habe ich die braven Mitglieder dieses Vereins, bis hin zur nackten Existenz.

Natürlich gibt es hierfür keinen, einer juristischen Prüfung ausreichend glaubhaft zu machenden, Beleg. Dies sah auch das Amtsgericht Darmstadt so und schrieb dies vor zwei Monaten in sein Urteil, mit dem er dem Verein aufgab, das gegen mich verhängte Hausverbot aufzuheben. Dem Verein, der ein Kommunikations­medium betreibt, der sogar – nur will er davon heute nichts mehr wissen – in seinem Lizenzantrag vor vierzehn Jahren einmal behauptet hatte, kein Mainstream-Medienunter­nehmen sein zu wollen, sondern engagierten, kritischen Journalismus zu fördern, nun diesem Verein wurde vorgehalten, daß die Wahrnehmung des Rechts auf freie Meinungs­äußerung auf der Grundlage des Artikels 5 des Grundgesetzes kein Grund für ein Hausverbot sein kann. Das sehen die Verantwortlichen dieses Vereins natürlich anders. Zwar ist es ihnen bis heute nicht gelungen, auch nur eine falsche Behauptung auf meiner Webseite nachzuweisen, aber das macht ja nichts.

Die Wahrheit ist gefährlich, sie terrorisiert und bedroht. In den Schriftsätzen des Vereins wird immer wieder auf Geheimnisse verwiesen, die ich ausgeplaudert hätte; denn alles, was es vom Steubenplatz zu berichten gebe, sei geheim. Da wurden sogar die laut Satzung vereins­öffentlichen Vorstands­sitzungen zu ganz fürchterlich geheimen deklariert. Diese Geheimnis­krämerei hat Gründe, die ich hier nicht näher darlegen will. Jedenfalls – der Verein hat Berufung gegen das ihm überhaupt nicht schmeckende Urteil eingelegt, und so darf sich in zweiter Instanz demnächst das Landgericht Darmstadt mit der Frage des offenen Zugangs zu einem verschlossenen, um nicht zu sagen: geheimen, Medium befassen.

Am Mikrofon ist für die Redaktion Alltag und Geschichte Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt. Das Mikrofon steht in meinem Wohnzimmer und mußte privat von mir finanziert werden, obwohl RadaR von der hessischen Landesmedienanstalt genau zu diesem Zweck jährlich etwas mehr als 70.000 Euro an Fördermitteln erhält.

 

Die Versicherungsmentalität

Da ich in der Regel ja nur alle zwei Wochen auf diesem Sendeplatz zu hören bin, sind manche Ereignisse, über die ich rede, längst im Trommelfeuer des topaktuellen Schlagzeilen­journalismus untergegangen. Manches ist es dennoch wert, noch einmal beleuchtet zu werden.

Nehmen wir zum Beispiel Roland Koch. Seine Forderung nach einer Arbeitspflicht für Arbeitslose, die gezwungen sind, ihr Leben mit bescheidenen Hartz IV-Regelsätzen zu fristen, ist nicht neu. Der Gedanke ist aus kapitalistischer Sicht konsequent. Alle müssen ihren Teil zur Wirtschafts- und Solidargemein­schaft beitragen. In Zeiten knapper Kassen, in denen die Kommunen durch eine dem neoliberalem Denken verhaftete Politik gezielt geschröpft werden, muß Entlastung her. Schließlich gilt es, weitere Milliardenpakete für notleidede Milliardäre, Banker, Konzerne und Manager zu schnüren. Und da kann es einfach nicht sein, daß die faulen Arbeitslosen auf Luxusyachten urlauben oder sich mit ungesundem Kaviar den Wanst vollschlagen – und dabei auch noch dick werden und die Krankenkassen belasten. Sie sind in permanente Bewegung zu setzen – Bewegung ist ja soooo gesund –, um auch aus den Nutzlosen der Gesellschaft noch einen Wert herauszupressen.

ScreenshotUnd da wir in Deutschland leben, gibt es hierfür großen Beifall. Zwar gab es auch kritische Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Medien zu den brutalst­möglichen Vorstellungen des Roland Koch. Aber der deutsche Stammtisch war begeistert. Jau, feste druff! Es ist zuweilen ganz interessant, sich die Ergebnisse der "Frage der Woche" auf der Webseite des Darmstädter Echo anzuschauen. Dann wissen wir, wie dieses Volk denkt und welcher Mob hier losgelassen werden kann. Nachdem, überhaupt nicht überraschend, im vergangenen Dezember 70% der online Abstimmenden das Schweizer Minarettverbot aus tiefstem Herzen befürwortet hatten, sind es diesmal sogar ein oder zwei Prozent mehr, die Arbeitslose am liebsten Steine klopfen lassen würden. Die Mitte der Gesellschaft ist nicht nur gnadenlos, sondern absolut intolerant und nicht integrationswillig. Von hier bis zur mutwilligen Bombardierung afghanischer Kinder ist es nur ein winzigkleiner Schritt.

Was aber auch aus diesen Stimmen spricht: Es muß Schluß sein mit der Versicherungs­mentalität. Jede und jeder muß für sich selbst vorsorgen und arbeiten für einen Hungerlohn. Das sagen nicht nur diejenigen, die sich keine finanziellen Sorgen machen müssen, sondern auch diejenigen, die uns tagtäglich die Ohren volldröhnen, wie wenig leistungsbereit die arbeitslosen Unterschichten doch seien. Apropos Versicherungs­mentalität. So reden nicht nur reaktionäre Christdemokraten oder blaugelbe Mittelständler, sondern auch gestandene Sozialdemokraten.

So meinte zum Beispiel der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, bevor er durch eine Gazprom-Tochter für seine Verdienste um die Agenda 2010 gut abgesichert wurde, vor fünf Jahren, auf den Arbeitslosen verbal herumtrampeln zu dürfen. Würden diese doch jede Sozialleistung mitnehmen, die sie kriegen könnten. Das ist natürlich ein schlimmes Vergehen [1]. Denn derlei steht nur der Klasse zu, der Schröder so erfolgreich zugearbeitet hat. Und da ist man natürlich auf diejenigen neidisch, die findig genug sind, ihr Recht zu kennen und auch einzufordern, wenn sie den einen oder anderen Euro zusammenzu­kratzen verstehen, ohne sich gleich bei Leiharbeits­firmen oder in Ein-Euro-Jobs versklaven zu lassen.

Und mal ganz ehrlich: selbst wenn alle Arbeitslosen schwarz arbeiten würden, wie es die hysterischen Stimmen in Bildzeitungen und Boulevard­magazinen uns ausmalen, und sich mit der Knete von Arbeits­agenturen ein lockeres Leben machten, glaubt ihr allen Ernstes, dies würde auch nur ansatzweise die Dimension des Milliardengrabs Hypo Real Estate erreichen? Und das ist ja nur eine Bank.

Woraus zu folgern ist: Die Versicherungs­mentalität ist nur denjenigen vorbehalten, deren soziale Existenz nirgends bedroht ist. Das wird sich auch der Aufsichtsrat des in Darmstadt residierenden Energiekonzerns HSE gedacht haben, als er mit dem notleidenden Vorstands­mitglied Holger Mayer einen Vertrag abschloß, der diesem für das zarte Rentenalter von 49 Jahren 70% des ruhestands­fähigen Einkommens von mindestens einer Viertelmillion Euro versprach [2]. Nichts gegen eine Rente mit 49, und die wäre durchaus für uns alle finanzierbar. Das Gerede über den demografischen Wandel verschleiert ja nur, daß die Rentenformel bewußt so definiert ist, daß die Rentenkasse zugunsten weiterer Milliarden­gräber kollabieren soll.

Und so wird für unsereins schon über die Rente mit 69 nachgedacht [3], bei der wir mit etwas Glück ein Zehntel dieses Betrags einsacken können. Aber wahrschein­lich müssen wir uns dann auch wieder vorhalten lassen, jede Sozialleistung abzugreifen, die wir kriegen können. Besser für die Rentenkasse und den Staatshaushalt wäre es natürlich, wir würden als verantwortungs­bewußte Bürgerinnen und Bürger kurz vor Erreichen der Rente den Löffel abgeben. Dieses altruistische Verhalten könnte Leben retten. Zumindest das Leben einer weiteren Bank oder eines neuen Prestigeobjekts.

DarmstadtiumGeradezu köstlich finde ich, wenn wir schon von Prestigeobjekten sprechen, einen Vorstoß der Darmstädter CDU, die vom Magistrat Auskunft über die Finanzen des Darmstadtiums einfordert. Oberbürger­meister Walter Hoffmann sieht die Zuständig­keit des Parlaments als nicht gegeben; und da hat er auch noch Recht. Der Witz derart ausgelagerter Eigenbetriebe ist doch gerade der, daß eine demokratische, parlamentarische Kontrolle verhindert werden soll. Luxusprojekte, die schon so geplant werden, daß ihr laufender Betrieb jährlich zwei, drei oder vielleicht auch mehr Millionen Euro Miese abwerfen, sind ja auch nur durch Geheimnis­krämerei durchsetzungsfähig [4].

Andernorts ist die CDU mit der Auslagerung kommunalen Eigentums doch auch nicht so pingelig. Würde sie in Darmstadt etwa anders handeln als die regierende Koalition, wenn sie selbst an der Stadt­regierung beteiligt wäre? Das ist wohl kaum anzunehmen. Und so geht es wohl auch nur darum, so viel Druck aufzubauen, um ihr geliebtes Projekt Schloßmuseum und ein paar andere, ihrer Klientel wichtige, Subventionen durchzubringen. Naja, immerhin wird ja nun der Stolpergraben vor dem Darmstadtium nicht weiter ausgebaut.

Am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche fand in der Orangerie eine Bildungsbörse statt. Unter dem Motto "Qualifizierung gegen Krise" wurden nicht etwa die Derivatehändler der verschiedenen junk bonds darüber informiert, wie sie mit den ihnen in den Rachen geworfenen Milliarden Steuereuros nun besser jonglieren könnten. Nein, dazu war das Gebäude ja zu popelig. Nicht popelig genug jedoch für die vielen Menschen, die sich den 27 Bildungsträgern einmal vorstellen sollten.

Im Innern der OrangerieAuch ich wurde in einem anonymen Schreiben meiner ARGE aufgefordert, mich fit für den Arbeitsmarkt und attraktiv für potentielle Arbeitgeber zu machen. Man und frau konnte sich durch eine Stylistin aufhübschen und anschließend von einem Fotografen ablichten lassen. Ob ein dekoratives Design, das jede eigene Persönlichkeit zukleistert und maskiert, neue sozial abgesicherte Arbeitsplätze schafft? Das habe ich mir dann doch nicht gegeben [5].

Nun muß man und frau das ganz praktisch sehen. Die Arbeitsagentur und die ARGE Darmstadt dürfen auch dieses Jahr wieder viele Euros in die Weiterbildung stecken. Die an der Veranstaltung teilnehmenden Bildungs­träger wird es freuen, denn so ist auch ihr Auskommen in diesem Jahr gesichert. Ob das jetzt auch eine Form der Versicherungs­mentalität ist, möchte ich dahin­gestellt sein lassen. Aber manche Firmen bieten mitunter auch ziemlich exotische Weiterbildungen an, um sich mittels derartiger Fördermittel querzu­subventionieren [6]. Da Weiterbildung keine Jobs außer in der Weiterbildungs­branche schafft, ist der Zweck der Übung wohl der, die Arbeitslosen hin- und herzubilden, bis sie für potentielle Arbeitgeber so zurecht­geschminkt sind, daß sie bestehende Arbeitsplätze okkupieren können.

Die an ihrer Stelle auf die Straße geworfenen ehemaligen Arbeitsplatz­besitzerinnen dürfen dann natürlich keine Versicherungs­mentalität zeigen, sondern haben sich fordern und fördern zu lassen, am besten mit einer Qualifizierung, um in einer erneuten Runde wieder eine Andere oder einen Anderen aus dem Job zu kicken. Geld gibt es in diesen neuen Jobs dann auch, und zwar weniger als im vorigen. Das ist doch klar. Je gebildeter, desto ärmer. Die ARGE ist ja schließlich nicht die HSE und verteilt für unsereins dann auch weder die Früh­verrenterung noch massig Spielgeld zum Zocken.

Ich werde in der restlichen Stunde (dieser Sendung) zwei Bücher vorstellen, welche die gerade von mir vorgetragenen Gedanken­gänge auf verschiedene Weise vertiefen. Es handelt sich hierbei zum einen um das neue Buch von Winfried Wolf über die sieben Krisen, die in einem Crash münden, sowie um das den Rassismus in diesem Land satirisch aufs Korn nehmende Buch „Dienstags gibt es Tantra-Sex“ von Sheila Mysorekar.

 

Der anarchische Charakter des ordinären Krisenzyklus

Besprechung von : Winfried Wolf – Sieben Krisen – ein Crash, Promedia Verlag 2009, 253 Seiten, € 17,90

Die Finanzkrise hat die Luftblasen der neoliberalen Profitbläserei wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, kurzzeitig zumindest. Die Krise kann nicht mehr geleugnet, aber schön geredet werden. Das ist dann der Job der Geschäfts­führerin des ideellen Gesamt­kapitalisten, also der Frau Merkel. Die Geschichts­losigkeit, die hierbei zum Ausdruck kommt, ist nicht reine Dummheit, sondern ideologisch bedingt. Der Kapitalismus ist gut, weil es ihn gibt, und wenn er nicht richtig funktioniert, dann liegt es nicht am Kapitalismus, sondern daran, daß man oder frau ihn nicht richtig hat wirtschaften lassen. Bla, bla, bla.

Der marxistische Ökonom Winfried Wolf hat in seinem vor kurzem erschienenen Buch über die sieben Krisen, die in einen kapitalen Crash münden, ganz zurecht darauf verwiesen, daß Krisen nun einmal zum Kapitalismus dazugehören. Dafür gibt es system­strukturelle Gründe, die er auch näher ausführt, ohne uns mit Fach­terminologie zum Wahnsinn zu treiben. Nachdem er vor zwei Jahren in seinem Buch „Verkehr. Umwelt. Klima.“ den zerstörerischen und irrationalen Charakter des kapitalistischen Verkehrs fundiert und fachlich kompetent herausgearbeitet hatte [7], liegt nun ein Werk vor, das den aktuellen Charakter der Krise auf die Grundlagen einer durchge­knallten und nur am eigenen Profit interessierten Ökonomie zurück­führt. Keine Illusionen über einen anderen, schöneren, sozialen Kapitalismus werden hier verbreitet, keine Mythen über die Raffgier von Managern wiedergekäut. Es ist der ordinäre Kapitalismus, der hier vor uns steht, und dieser Kaiser ist nackt. Erst recht nach der Lektüre des Buches.

Im Grunde ist vieles von dem, worüber Winfried Wolf hier schreibt, nichts Neues. Umso wichtiger ist es, den ordinären Charakter globaler Ausplünderung und Zerstörung beim Namen zu nennen, zumal die Erkenntnisse der Vergangen­heit der Euphorie über Börsenkurse und den märchen­haften Reichtum der kapitalistischen Glitzerwelt geopfert wurden. Natürlich konnten wir die Wahrheit über den „Terror der Ökonomie“ schon bei Karl Marx oder Rosa Luxemburg nachlesen, wenn wir denn wollten. Natürlich schrieb Ernest Mandel schon zu Beginn der 70er Jahre das vermutlich tief­schürfendste und analytisch genaueste Buch über den sogenannten Spät­kapitalismus [8]. Was Winfried Wolf hier vorlegt, ist jedoch nicht nur Reformulierung alter Gedanken, sondern der Fingerzeig auf die aktuelle Krise des Kapitals. Eine Krise, die, so der Tenor des Buches, noch nicht an ihrem Ende angekommen ist.

Buchcover Der SpätkapitalismusHierfür führt der Autor eine Reihe von Gründen an, auf die er bei seiner Darstellung der sieben Ebenen der Krise näher eingeht. Neben der Finanzkrise beschreibt er die Krise der Realwirt­schaft in den Schlüssel­branchen Auto und Informations­technologie. Die Frage der Verteilung von Reichtum und Armut ist nicht nur eine der kapitalistischen Metropolen, sondern auch der zwischen Nord und Süd. Die Zerstörung des Klimas hängt eng zusammen mit einer auf Erdöl basierenden Massen­motorisierung. Hinzu kommt die Krise der Hegemonial­macht USA und des Schmiermittels der Weltwirt­schaft, dem Dollar.

Doch worin besteht die Krise? Die Wirtschafts­nachrichten handeln vorrangig von Börsenkursen und der Arbeitslosig­keit. Nun ist die Arbeitslosig­keit für die herrschende Klasse kein Problem, sondern ein Segen. Sie bedarf allerdings der richtigen Steuerung, um das Grundproblem jeder kapitalistischen Wirtschaft angehen zu können, nämlich die Krise des Profits. Das, worum es vor allem geht, ist, den Fall der Profitraten aufzuhalten und umzukehren. Tatsäch­lich läßt sich belegen, daß seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Profitraten im industriellen Sektor zurück­gegangen sind. Sinkende Profitraten, oder genauer: tendenziell sinkende Profitraten, sind jedoch unvermeidlich.

Hierfür gibt es zwei Gründe, nämlich die Rate des Mehrwerts und die sogenannte organische Zusammen­setzung des Kapitals. Die Mehrwert­rate ist nichts anders als die Rate der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft. Ausbeutung ist hier keine moralische Kategorie, sondern eine analytische. Da nur die Arbeitskraft wert­schaffend ist, handelt es sich hier um das Verhältnis zwischen der Arbeit, für welche die Arbeiterin entlohnt wird, und der Arbeit, die sich das Kapital unbezahlt aneignet. Die alleinige Verfügungs­macht über die Produktions­mittel ist der Rahmen dieser Ausbeutung; wer hierüber verfügt, diktiert die Arbeits­bedingungen und Löhne.

Bei der organischen Zusammen­setzung des Kapitals handelt es sich um das Verhältnis zwischen lebendiger und toter Arbeit oder – anders ausgedrückt – um das Verhältnis zwischen Maschinen, Rohstoffen, Gebäuden usw. auf der einen Seite und wert­schaffender Arbeit auf der anderen. Die bürgerliche Wirtschaftswissen­schaft spricht hier unpräziser von Kapital­intensität, was nicht ganz dasselbe ist, aber einen Anhaltspunkt liefert. Für das Kapital ist nun nicht die Ausbeutungs­rate entscheidend, sondern die Profitabilität des eingesetzten Kapitals. Diese wiederum ist aufgrund der Konkurrenz wesentlich abhängig von der Produktivität der Arbeit, was in der Praxis darauf hinausläuft, daß der Anteil der Maschinerie zunimmt. Dieser Anstieg der organischen Zusammen­setzung des Kapitals kann in der Regel nicht durch verstärkte Ausbeutung der Arbeitskraft kompensiert werden, so daß die Rate des Profits zwangsläufig sinkt. Allerdings hat schon Karl Marx darauf hingewiesen, daß diese Tendenz der fallenden Profitrate auch durch geeignete Maßnahmen gebremst und zeitweise aufgehoben werden kann [9].

Eine dieser Maßnahmen besteht darin, das allgemeine Lohnniveau drastisch zu senken und hierüber die Mehrwert­rate zu erhöhen. Deshalb der permanente Angriff auf Löhne und Gehälter, auf Sozial­leistungen und Renten. Es ist nicht so, daß unsere Ansprüche zu hoch wären; sie sind nur zu hoch in einem ganz bestimmten Sinn. Denn unsere berechtigten Ansprüche schmälern den Gewinn derer, die ohnehin schon genug haben, aber nie genug bekommen können. Das ist alles. Der Sozialstaat, so wie er in den 70er oder 80er Jahren existiert hat, wäre auch heute noch finanzierbar. Nur hat die herrschende Klasse aus nahe liegenden Gründen hieran nicht das geringste Interesse. Und das hämmern sie uns Tag für Tag, Meldung für Meldung ein, weil ihnen die Politik, die Werbefuzzis und die Medien gehören.

Eine Krise wirkt sich in Bezug auf die gefallene Profitrate in zweifacher Hinsicht aus. Zum einen wird Kapital entwertet oder durch Bankrotte aus dem Verkehr gezogen. Die erwirt­schaftete Profitmasse wird daher auf weniger Kapital verteilt, also steigt die Profitrate. Andererseits wird in der Krise auch weniger abgesetzt, so daß dieser Effekt zunächst verpufft. Auf längere Sicht hingegen bewirkt eine Krise tatsäch­lich eine Neujustierung der Profitrate. Nun funktioniert das zwar teilweise automatisch, denn der Kapitalismus unterliegt Gesetzmäßig­keiten, an denen auch eine wie immer geartete Wirtschafts­politik nicht vorbeikommt.

Allerdings ist eine zielgerichtete Wirtschafts­politik insofern hilfreich, wenn sie Bedingungen zugunsten des Kapitals schaffen kann, damit dieses in einem neuen Aufschwung bessere Ausbeutungs- und Profit­bedingungen vorfindet. Die neoliberale Politik der letzten dreißig Jahre ist exakt der Ausdruck dieses bürgerlichen Klassen­interesses. Hierbei spielt es nur marginal eine Rolle, ob diese Politik von CDU, FDP, SPD oder den Grünen betrieben wird. Selbst die Linkspartei hilft fleißig mit, wenn sie mitregieren darf – siehe Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn Kapitalismus und Krise system­notwendig zusammen­hängen, so ist damit noch nicht der Mechanismus geklärt. Winfried Wolf geht daher zunächst auf die Krisenzyklen ein, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts feststellbar sind. So ein Krisenzyklus besitzt zwar keine feste, aber doch eine bestimmbare Länge. Im 19. Jahrhundert dauerte ein solcher Zyklus etwa zehn bis elf Jahre, im 20. Jahrhundert gab es auch kürzere Zyklen [10]. Der vorletzte Zyklus endete 2001/02 mit und nach dem Zusammen­bruch der Blase der New Economy. Folglich hätte jeder Wirtschafts­weise rein mathematisch wissen müssen, daß die nächste Krise nicht nur kommen würde, sondern auch, wann sie zu erwarten wäre. Dennoch wurden wir mit immer neuen positiven Nachrichten vollgeträllert, und die einzigen, die nichts davon zu bemerken schienen, waren die Empfängerinnen und Empfänger von Hartz IV. Doch ohne derartige Lebenslügen kann kein bürgerlicher Ökonom auskommen, denn sonst macht er ja seinen Job nicht richtig. Und wer darin besonders gut ist, bekommt einen Job bei der Versicherung, wie der Herr Rürup. Auch dies können wir getrost als Ausdruck einer Versicherungs­mentalität bezeichnen.

 

Wo Nieten den Charakter des Kapitals prägen

Hier stellt sich die Frage, mit was für einer Krise wir es nun zu tun haben. Handelt es sich um ein kurzzeitiges Phänomen, das bald von neuen rosaroten Wolken am Exporthimmel verscheucht wird? Oder müssen wir davon ausgehen, daß hier eine strukturelle Krise vorliegt, die nicht innerhalb eines Jahres verschwindet? Winfried Wolf geht davon aus, daß die Krise tiefer liegend begründet ist und daher nicht so ohne weiteres endet. Und er betrachtet die Krise nicht nur als ein Problem der Profitrate, sondern auch als ein soziales und ökologisches Desaster, und das weltweit. Wir alle wissen von der Perversion, daß Entlassungen mit erhöhten Börsen­notierungen einhergehen. Dies ist kein Systemfehler, sondern folgerichtig. Insofern interessiert sich das Kapital für soziale Probleme nur insofern, als sich hier eine soziale Frage auftut, die an den Fundamenten der bürgerlichen Gesellschaft rüttelt. Angesichts dessen, daß in der nicht repräsentativen Befragung des Darmstädter Echo fast drei Viertel der auf den Button Klickenden für Arbeitspflicht und Intoleranz votiert haben, muß das Kapital hierzulande vor einem Aufstand der Massen wahrlich keine Angst haben.

Buchcover Sieben Krisen - ein CrashDie jahrzehnte­lange Konditionierung mit den Brotkrümeln des Massenkonsums und mit vielen Spielen hat seine Wirkung auf die Psyche und das Bewußtsein der Menschen Mitteleuropas nicht verfehlt. Man und frau ist lieber ein von Dieter Bohlen verhöhnter Möchtegern-Superstar als ein solidarisches Wesen, das sich nichts gefallen läßt. Der ideologische Apparat des Kapitals hat ganze Arbeit geleistet. Man und frau wird gegen­einander aufgehetzt, ist neidisch auf die, die herumhartzen anstatt in den jede Selbstachtung zermalmenden Mühlen des Kapitals zu malochen. Der hieraus resultierende Zwang zur Konformität wird auch im Sendehaus von Radio Darmstadt großge­schrieben. Wer nicht mitmacht, wird abserviert. Ansonsten spielt man und frau gefällige Mainstream­musik oder einige die Unterwerfung in die Monotonie anzeigende Technobeats.

Für die Regionen dieser Erde, die nicht so viel Brot und alberne Spiele abbekommen, gibt es die Waffen des Hungers und der wohldosierten Entwicklungs­hilfe, den Internationalen Währungs­fonds, die Drohnen der US Army, die Panzer der Bundeswehr und die aus strategischen Interessen mit Waffen gefütterten Warlords und Diktatoren.

Wenn es sich nun bei der derzeitigen Weltwirtschafts­krise nicht um eine kurzzeitige Erhitzung des Marktes handelt, sondern um eine strukturelle Angelegen­heit, dann ist es erforderlich, sich die beiden Schlüssel­branchen des Wachstums­schubs der beiden letzten Jahrzehnte genauer anzuschauen. Die Krise der Automobil­industrie ist augenfällig; und in mehreren kapitalistischen Industriestaaten werden deshalb Milliarden und Abermilliarden Euros in aberwitzige Kauf­programme gesteckt, in der Hoffnung, die Krise gehe vorbei und die Konsumen­tinnen kaufen anschließend auch ohne Abwrackprämie wieder wie blöd neue umwelt­schädigende Miefkarossen. Dabei beruht der Markt für Neuwagen hierzulande zur Hälfte auf den Dienstwagen der Firmen und Behörden.

Das strukturelle Problem besteht in einer Überkapazität an Produktions­stätten, die nicht profitabel genutzt werden können. Über kurz oder lang wird etwa die Hälfte der noch bestehenden Automobil­konzerne geschluckt werden oder zum Zwecke der Markt­bereinigung pleite gehen müssen. Dies wird weitere Arbeitsplätze kosten, aber das interessiert die Konzernbosse wenig. Sie vertrauen darauf, die Belegschaften gegen­einander ausspielen zu können und zur Standort­sicherung weitere Millionen oder auch Milliarden Euro oder Dollar abgreifen zu können. Da der Wahnwitz Methode hat, fahren dieselben Konzerne, die in den USA oder Westeuropa Werke stillegen, in China, Brasilien oder Indien die Produktion hoch oder eröffnen gar neue Autofabriken. Ich bin nun nicht der Meinung, daß man Autos unbedingt in Europa produzieren muß. Eher wäre zu bedenken, daß diese Umwelt­katastrophe am besten ganz eingestellt wird.

Auch in der IT-Branche findet ein Prozeß der Umstrukturierung statt. Der Rückgang der Massen­einkommen trifft auf eine expandierende Unter­haltungs­güter­industrie, vor allem bei Handys, Computern und Fernsehgeräten. Chip-Hersteller schreiben Verluste. Ohnehin ist die gesamte IT-Branche von staatlichen Subventionen geprägt. Die Versicherungs­mentalität ist unübersehbar, und deshalb ziehen die Konzerne wie moderne Nomaden dorthin, wo die staatliche Versicherung am besten zahlt.

In der Krise manifestiert sich jedoch auch ein sozialer Widerspruch. Wenn die Massen­einkommen zurückgehen, nicht zuletzt, weil geringere Löhne durch­gedrückt werden können, dann freut sich jeder individuelle Kapitalist. Probleme bereitet dies jedoch der Kapitalfraktion, die auf Konsumgüter spezialisiert ist. Sie benötigt eher höhere Einkommen, um einen gesättigten Markt weiter füttern zu können. Dieser Widerspruch ist typisch für den anarchischen Charakter des Marktes. Wenn alle dasselbe tun, um Profit zu erwirtschaften, geht der Schuß nach hinten los. In der Regel sind die Kapitalisten durch ihre Spezial-Assekuranz gegen derlei abgesichert, während die Beschäftigten entweder auf die Straße gesetzt oder ihnen Lohnabzüge und längere Arbeitszeiten zugemutet werden. Die Spezial-Assekuranz, von der ich hier spreche, besteht aus den Bonus­zahlungen für Mißerfolg und der staatlichen Versicherung gegen Insolvenz.

Aus all dem bisher Gesagten folgt, daß Pleiten, Insolvenzen oder Zusammenbrüche nicht „Nieten in Nadelstreifen“ oder raffgierigen Managern geschuldet sind. (Die gehören einfach dazu:) Natürlich gibt es genügend Nieten in gehobenen Positionen und die Raffgier ist ohnehin ein charakteristischer Wesenszug der verall­gemeinerten, auf den individuellen Vorteil bedachten Warenwirt­schaft. Die Krise ist jedoch keine Nietenfrage und auch keine der Gier. Krisen kommen und gehen, weil sie zum Kapitalismus einfach dazugehören. Spekulations­fieber und Börsenblasen sind Ausdruck derselben Mentalität. Sie sind dem ordinären Kapitalismus nicht fremd, sondern bringen ihn besonders zur Geltung.

 

Geld ist da, aber nicht für uns. Was tun? Den Laden übernehmen. Am besten mit einem unfriendly take-over

Winfried Wolf setzt sich in seinem Buch „Sieben Krisen – ein Crash“ wohltuend von Argumentationen ab, die im jüdischen Kapital, in betrügerischen Machenschaften oder bei unfähigen bzw. raffgierigen Managern das Problem verorten. Er kommt immer wieder darauf zurück: das Problem ist hausgemacht. Die Blasen virtueller Kapitalkreis­läufe haben eine klar zu benennende Ursache, nämlich einen Überschuß an profitabel in der realen Ökonomie anlegbarem Kapital. Marxistinnen und Marxisten würden so etwas schlicht eine Überakkumulations­krise nennen [11]. Die spannende Frage ist daher, wie eine derartige Krise unter kapitalistischen Bedingungen „gelöst“ werden kann, zumal dann, wenn den Pleitiers von gestern mit Milliarden Dollar und Euros an Steuergeldern neues Spielgeld zur Verfügung gestellt wird.

Eines ist jedoch gewiß: wir wissen nun, daß der Spruch, es sei kein Geld für soziale Projekte vorhanden, richtig wie falsch ist. Richtig ist daran, daß das aus Steuermitteln und Anleihen zusammen­getragene Geldvolumen in der Tat nicht für Sozial­ausgaben vorgesehen ist. Der Staat des Kapitals vergibt es an seine Auftraggeber. Falsch ist der Spruch aber auch, denn es ist eine Frage des Klassenkampfs, wie die vorhandenen Milliarden verteilt werden. Wobei wir nicht übersehen dürfen, daß die ganzen Rettungs­pläne für notleidende Banken nicht zu mehr Transparenz und Verantwortung führen. Was auch logisch ist, denn sie wurden von den Think Tanks des Finanzkapitals ausgearbeitet.

Noch nie in der Geschichte wurde von Regierungen und Parlamenten so viel Geld in so kurzer Zeit umgeschichtet. Zehn, zwanzig, dreißig Jahre neoliberaler Umverteilung von Unten nach Oben wurden nicht etwa gestoppt, sondern auf höherer Stufenleiter beschleunigt. Das ist so genial, daß man und frau sich fragen muß, weshalb die Bänker und Manager, die Börsianer und Wirtschafts­weisen nicht schon vorher darauf gekommen sind.

„Sieben Krisen – ein Crash“ belegt zudem, wie das weltweit vagabundierende Kapital neue Anlagemöglich­keiten in der Dritten Welt sucht und hierbei – als wären 500 Jahre Kolonialismus und Neokolonia­lismus noch nicht genug – neue Aktionsfelder der Zerstörung findet. Plantagenartig angebaute Rohstoffe zur Erzeugung von Biosprit führen nicht nur zur Vertreibung und Verarmung der lokal ansässigen Bevölkerung, vom endemischen Hunger ganz zu schweigen, sondern fördern die Verlänge­rung einer auf Erdöl basierenden Verkehrs­idiotie. Sofern wir „peak oil“ erreicht haben, also den Punkt, an dem die Fördermenge nicht mehr gesteigert werden kann und neue Erdölfelder nicht mehr in ausreichendem Maße exploriert werden können, müssen Ölsaaten als ein Mittel betrachtet werden, den Zeitpunkt hinauszu­schieben, an dem der gestiegene Ölpreis zu einem ernsten Problem für das Kapital wird. Daß derlei nicht ohne Militär­interventionen abgehen wird, sollte uns aus der Geschichte imperialistischer Machtpolitik bestens bekannt sein.

Laßt mich einen abschließenden großen Sprung an das Ende dieses rund 250seitigen Buches machen. Die Linke, und zwar weltweit, hat auf die Finanzkrise nicht gerade souverän reagiert. Die Unverfroren­heit, mit der Riesensummen umgeschichtet wurden, korrespondiert mit einer relativen Schwäche linker Argumente und Forderungen. Anstatt Alternativen zum Bestehenden herauszu­arbeiten, anstatt zu fragen, weshalb wir einen solchen Wahnwitz eigentlich noch mit uns anstellen lassen sollen, werden allenthalben Konjunktur­programme zur Stützung der Nachfrage eingefordert.

Der Slogan „Wir zahlen nicht für eure Krise“ ist zwar peppig, aber ohne Nachdruck auch zahnlos. Man und frau scheint sich mit dem Krisenmanage­ment der herrschenden Klassen arrangiert zu haben. Vielleicht kommt es ja doch nicht so schlimm. Vielleicht. Aber einiges spricht dagegen, und meist kommt es ja dann auch schlimmer. Der Verweis auf die Weltwirtschafts­krise nach 1929 ist zwar ein wenig plakativ, aber nicht ganz falsch. Damals sann die herrschende Klasse (in Deutschland) nach einem Ausweg, der sich als ziemlich mörderisch herausstellte. Heute steht zwar kein Faschismus vor der Tür, aber das Gewalt­potential der herrschenden Klassen weltweit ist nicht geringer geworden. Und so stellt Winfried Wolf sehr richtig fest, daß es somit notwendig sei, ein alternatives anti­kapitalistisches Programm zu entwickeln, auch wenn eine Massenbasis zu dessen Umsetzung zur Zeit nicht vorhanden ist. Was sollte ein derartiges Programm enthalten?

Erstens, den Bankensektor zu verstaatlichen und unter gesellschaft­liche Kontrolle zu stellen. Verstaat­lichung allein bringt nichts, wenn der Staat als ideeller Gesamt­kapitalist nicht selbst kontrolliert wird. Zweitens, die durchschnitt­liche Wochen- und Lebensarbeits­zeit deutlich zu senken. Angesichts weltweiter Massenarbeits­losigkeit ein sinnvoller Gedanke, der jedoch dahingehend weiter­gesponnen werden muß, das Arbeitsethos der kapitalistischen Gesellschaft in seinen Grundfesten zu erschüttern. Und drittens ist die Wirtschaft an neuen Bedürfnissen und den globalen Notwendig­keiten einer solidarischen Welt auszurichten. Klar, so etwas ruft nach der Systemfrage. Doch, wie Winfried Wolf abschließend richtig vermerkt, ist es das kapitalistische System selbst, das die Systemfrage auf die Tages­ordnung gesetzt hat.

Was mich an seinem neuen Buch „Sieben Krisen – ein Crash“ beeindruckt hat, ist die stimmige Zusammen­stellung von Daten und Fakten, unterfüttert mit Argumenten, welche die Illusion in eine wie auch immer geartete Reformier­barkeit oder Gesstaltungs­möglich­keit des Kapitalismus zu beseitigen suchen. Immer wieder stoßen wir auf Gedankengänge, die querliegen zu einfachen Lösungs­mustern, die unser Denken herausfordern, um zu begreifen, daß wir hier in einem der reichsten Länder dieser Erde eine besondere Verantwortung besitzen, diesem monströsen Quark ein Ende zu bereiten. Das Buch ist keine trockene theoretische Abhandlung, trotz aller theoretischen Einsprengsel. Ich finde, es läßt sich gut lesen, auch wenn die Materie natürgemäß keine leichte Kost darstellt. „Sieben Krisen – ein Crash“ ist im Herbst im Wiener Promedia Verlag zum Preis von 17 Euro 90 erschienen.

 

Vollmond

Kurzvorstellung von: Lunapark21, Heft 8, Winter 2009/2010, 72 Seiten, € 5,50

Cover Lunapark21Winfried Wolf ist zudem Chefredakteur der vierteljährlich erscheinenden ökonomie­kritischen Zeitschrift Lunapark21. In der aktuellen Winter­ausgabe wird ein Community Radio in Kalifornien vorgestellt, gegen das Radio Darmstadt ein kleiner Fleck im unendlichen Universum ist. Im Wirtschafts­teil wird auf die Vorbereitung einer neuen Zockerrunde hingewiesen, die US-Wirtschaft etwas genauer unter die Lupe genommen, und auch das Musterländle ohne Hochdeutsch­faktor eingehender betrachtet. Ein Artikel zum Nachtflug­verbot in Frankfurt könnte auch hier vor Ort von Interesse sein.

Gisela Notz verweist auf das Ehrenamt als eine Antwort auf die Krise, denn was gibt es Sinnigeres als Gratisarbeit für das Kapital? Kurz vor dem Klimagipfel in Kopenhagen geschrieben, werden die Knackpunkte vorgestellt. Wir ersehen daraus, daß Appelle an die Politik, doch einmal ein bißchen an ein gutes Klima zu denken, vollkommen weltfremd sind. Mike Davis stellt den Zusammen­hang zwischen Ökologie und sozialer Frage her, bevor Ökowinzer die Folgen des Klimawandels verspüren. Abschließend erklärt uns Georg Fülberth, weshalb die deutsche Politik ein Problem mit zu viel Demokratie hat. Da kann ich nur sagen: CDU Darmstadt, aufgepaßt!

Lunapark21 kostet als Einzelheft 5 Euro 50 und kann über die Webseite zum Projekt auch abonniert werden: www.lunapark21.de. Oder ihr geht in den Georg-Büchner-Buchladen und schnuppert einfach einmal ins Heft hinein.

 

Rothaarige Neandertaler und blonde Terroristinnen

Besprechung von : Sheila Mysorekar – Dienstags gibt es Tantra-Sex, Unrast Verlag 2009, 124 Seiten, € 9,90

Ein Buch für die 70 oder mehr Prozent derjenigen, die auf der Webseite des Darmstädter Echo ihre finstere Gesinnung zeigen, hat die aus Indien stammende und in Deutschland aufgewachsene Journalistin Sheila Mysorekar geschrieben. Es heißt „Dienstags gibt es Tantra-Sex“ und handelt von den rassistischen Blüten einer vielleicht doch vom Neandertaler abstammenden Gesellschaft. Nein, Deutschland ist kein rassistisches Land, vor allem dann nicht, wenn vermutlich dieselben 70 Prozent keine Minarette mögen, zumindest nicht vor ihrer Haustüre. Als Folklore­veranstaltung in der Fremde läßt man und frau sich doch gerne dazu verführen, so ein Minarett auf das Urlaubsfoto zu bannen, um zu zeigen, wie weltoffen man oder frau doch ist.

Natürlich ist es auch ein Buch für die anderen 30 Prozent, denn es gibt immer etwas zu lernen. Sheila Mysorekars politische Satiren behandeln ja nicht nur den Rassismus integrations­unwilliger Deutscher, sondern auch ein bißchen Sex – und das nicht zur Anmache, um sich das Buch zuzulegen – und die Frage, was rote Haare auf deutschen Schädeln denn mit dem Kulturgut des Neandertalers zu tun haben mögen.

Buchcover Dienstags gibt es Tantra-SexSehr hübsch zu lesen, vielleicht nicht gerade analytisch tiefschürfend, sagen wir mal, auf taz-Niveau. Was ja auch kein Zufall ist, denn sie schreibt zuweilen für die Leserinnen und Leser dieses Blatts. Vielleicht haben diese das auch nötig, vielleicht benötigen sie dies auch zur Bewältigung ihrer geheimen rassistischen Vorurteile. Ich weiß es nicht. Es ist womöglich auch so, daß mir hierzu kein Urteil zusteht, denn ich bin kein Migrant in einem Land, in dem 70 Prozent ihre Intoleranz öffentlich, wenn auch anonym, kundgetan haben.

Satiren können, wenn sie gut sind, treffen. Die Satiren der Inderin Sheila Mysorekar treffen durchaus, sind jedoch im Einzelfall nicht tiefenscharf. Nun muß eine Satirikerin das Material, das sie verwendet, nicht wissenschaft­lich korrekt durchge­arbeitet haben. Womöglich ist das ein Grund, weshalb ich niemals als Kabarettist auftreten werde. Den nötigen Sarkasmus würde ich ja mitbringen, doch Sarkasmus ist hier nicht alles. Allein in den heiligen Hallen von Radio Darmstadt sind meine sarkastischen Bemerkungen über kleingeistige Dummheiten als besonders terroristisch und existenz­gefährdend gefürchtet. Ansonsten würde ich wohl viel zu genau einen Gegenstand durch­arbeiten und damit den richtigen Zeitpunkt für das befreiende Lachen verpassen.

Laßt es mich daher so sagen: im ersten Text über die „Extrem kurze Kulturgeschichte des reinrassigen Rheinlandes“ bin ich über eine Darstellung des Neandertalers gestolpert, die a) klischeebehaftet und b) vermutlich auch historisch nicht haltbar ist. Andererseits kann sich kein Neandertaler mehr wehren, zumindest keiner aus der Eiszeit. Denn der Gedankengang der Autorin verführt uns zu der Frage, weshalb Oliver Kahn, Boris Becker und Matthias Sammer einen Rotstich in ihren Haaren haben. Wir lernen weiterhin, daß die heutigen Volksdeutschen einer Immigrations­bewegung reinrassiger dunkelhäutiger Menschen aus Afrika entstammen, die nun der Meinung sind, es gebe hierzulande zuviel afrikanisches Blut. Tja, wenn der Irrsinn Methode hat, dann mit deutscher Gründlichkeit.

Kommen wir zum Sex oder dem, was in deutschen Landen dafür gehalten wird. Damit wir uns nicht mißverstehen. Die Satiren von Sheila Mysorekar sind auch für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet [12]. Denn hier geht es um die Vorliebe deutscher Männer für exotische Frauen, wenn auch ein wenig plakativ und herz­erfrischend für das tazzende Publikum. So auch dann, wenn Tante Gudrun Tango tanzen lernt und bei ihren Ausflügen versehentlich in der Tantra-Gruppe landet. Auch die Gutmenschen kriegen ihr Fett ab, und vielleicht ist ihre Geschichte über Rupert, der als sozialer Mensch die Integration älterer Migrantinnen und Migranten befördern will, die beste von allen. Denn sie endet ganz anders als gedacht, und das ist ihr anfangs gar nicht anzusehen.

Womit wir langsam zum politischen Teil kommen, und wie es der Zufall will, wird noch einmal kurz darauf verwiesen, daß der linke Sozial­demokrat Oskar Lafontaine derjenige gewesen ist, der den „Asylbetrüger“ in den deutschen 70%-Diskurs mit eingebracht hatte. Denn so ein Asylbetrüger ist eine nützliche Figur. Er kann sich nicht wehren, hat keine Lobby und ist als Werbemasche genial. Die Zielgruppe des Pappkameraden Asylbetrüger, also der gewöhnliche Volksdeutsche, sprang ja auch begeistert darauf an und benahm sich so, wie es deutsche Gründlich­keit erfordert: er zündete sie an. Das war natürlich blöd fürs deutsche Image im Ausland, und so schlief die Kampagne ein bißchen ein. Nun ja, jetzt darf sich die Linkspartei neue Gedanken über ihren Parteivorsitz machen. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit keinem deutschen Mann, sondern mit einer Frau, gar einer Migrantin?

Nun will ich nicht vorab alles ausplaudern, denn es ist ja, um im Jargon des Senders, den ihr gerade hört, zu sprechen, alles geheim. Deshalb verrate ich auch nicht, wie und warum man Azubi bei Al-Qaida wird, oder wo man und frau Guerilleros an ihren Gummistiefeln erkennen kann. Doch was hat dies alles mit Blondinen­terror zu tun? Tja, lest selbst!

„Dienstags gibt es Tantra-Sex“ ist nicht nur ein Buch für das individuelle Aha-Erlebnis. Solltet ihr in eurem engeren oder weiteren Familien- oder Freundeskreis Exemplare derjenigen kennen, die zu den 70% gehören, denen mit freundlichen Argumenten nicht beizukommen ist, dann denkt daran, wie häufig ihr bei den diversen formalen Anlässen wie Weihnachten, Geburtstag, Jubiläum oder einfach nur aus Gefällig­keit stundenlang über das passende Geschenk gebrütet habt. Dieses Buch enthebt euch eurer Suche. „Dienstags gibt es Tantra-Sex“ von Sheila Mysorekar ist im vergangenen Frühjahr im Unrast Verlag zum Preis von 9 Euro 90 erschienen.

 

Lebensunwert

Jingle Alltag und Geschichte

In der vergangenen Stunde sprach ich über ein Hausverbot, die Versicherungs­mentalistät der herrschenden Klasse, und stellte zwei Bücher vor, und zwar: Winfried Wolfs Betrachtungen über die sieben Krisen, die zum Crash führten, sowie politische Satiren über Rassismus von Sheila Mysorekar.

Zum Schluß der Sendung möchte ich noch auf eine Ausstellung im Seeheimer Rathaus hinweisen, die heute abend um halb acht eröffnet wird. Wer die Wieder­holung am Dienstag hört, kann nach der Eröffnung natürlich auch noch hingehen. Die Ausstellung Lebensunwert zerstörte Leben thematisiert die Zwangssterili­sation und Euthanasie im National­sozialismus. Daß die Überlebenden dieser Verfolgung auch in der Bundes­republik kaum Gehör gefunden haben, paßt zu einer Gesellschaft, die auf Leistung und Profit getrimmt ist. Die Ausstellung soll sensibilisieren und dazu beitragen, daß als lebensunwert deklariertes Leben auch im 21. Jahrhundert nicht einfach ausgegrenzt und ausgemerzt werden kann. Wer bereit ist, Menschen nach genetischen Nützlichkeits­erwägungen zu sortieren, und darauf aufbauend soziale Deklassierung auf angebliche genetische Defekte zurück­führt, wird auch nicht davor zurück­schrecken, diesen Gedanken konsequent zu Ende zu führen.

Die Ausstellung zeigt, daß als lebensunwert nicht nur diejenigen betrachtet wurden, die nach den pseudowissen­schaftlichen eugenischen Richtlinien zu Anfang des 20. Jahrhunderts als erbkrank betrachtet wurden. Aber auch diejenigen, die als „sozial auffällig“ nicht den profitablen Normen der Ausbeutung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft entsprachen, wurden zwangsweise sterilisiert oder ermordet. Die Ausstellung „Lebensunwert zerstörte Leben“ ist bis zum 12. Februar [2010] im Seeheimer Rathaus während der behördlichen Öffnungs­zeiten anzuschauen.

Wenn euch das in der vergangenen Stunde zu viel Text war, um konzentriert zuhören zu können, oder wenn ihr später eingeschaltet habt, könnt ihr diese Sendung entweder noch einmal in der Wiederholung am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr oder am Dienstag­nachmittag ab 14.00 Uhr hören. Oder aber ihr schaut in den nächsten Tagen auf meine Webseite und lest einfach das Manuskript zu dieser Sendung in Ruhe durch, und zwar auf www.waltpolitik.de. Am Mikrofon war für die Redaktion Alltag und Geschichte Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Zustimmung und heftige Kritik: Schröder prangert Mitnahme-Mentalität in Deutschland an, in: RP Online am 17. September 2004.

»» [2]   In Darmstadt Unmut über HSE-Vorstand, in: Darmstädter Echo (online) am 12. Januar 2010.

»» [3]   „Rente mit 69“ löst Proteststurm aus, in: FAZ (online) am 21. Juli 2009.

»» [4]   Magistrat soll Auskunft geben, in: Darmstädter Echo (online) am 21. Januar 2010.

»» [5]   ARGE richtet Bildungsbörse in der Orangerie aus, in: Darmstädter Echo (online) am 18. Januar 2010.

»» [6]   In meiner Sendung Jammern auf hohem Niveau am 9. Juli 2003 stellte ich ein derartiges Projekt vor: „Eine neue unsinnige Methode des Geldraus­werfens hat das Arbeitsamt Darmstadt gefunden. Nach dem Muster erfolgreicher Vertreter­firmen sollten Freundinnen und Verwandte, ehemalige Studien- und Arbeits­kollegen angehauen werden, ob sie nicht bei der Jobsuche die eine oder andere Vermittler- oder Steigbügel­halterrolle übernehmen könnten. Zwölf penibelst ausgewählte Arbeitslose nahmen an dem Pilotprojekt Bewerber Coaching teil. Vier von ihnen haben jetzt einen Arbeitsvertrag. Ob diese Jobs zur Förderung der Konjunktur auch sonst besetzt worden wären, wird tunlichst verschwiegen. So richtig peinlich jedoch wird es, wenn die Coach Doris Brenner Methoden zur Arbeits­motivation und zum Zeit­management vorstellt. Um Entspannung und Freiräume in den von ihr verursachten stressigen Tagesablauf einzubauen, schlägt sie vor, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und nennt dies im Coaching-Deutsch ‚die Bündel-Methode‘. So kann man und frau beim Waldlauf die Ausdauer fördern und – durch Verabredung mit Freundinnen und Freunden – gleichzeitig das Bedürfnis nach Gesellschaft befriedigen. Für solch einen Mumpitz wird Geld locker gemacht, das an anderer Stelle bei der Förderung der Integration schwer vermittelbarer Arbeitskräfte eingespart worden ist. Das Darmstädter Echo denkt sich nichts dabei und nennt dies auch noch Tausend Tricks, um einen Job zu finden.“

»» [7]   Siehe meine Besprechung des Buchs in der Sendung Aufbrüche, gesendet bei Radio Darmstadt am 14. Januar 2008.

»» [8]   Ernest Mandel: Der Spätkapitalismus. Versuch einer marxistischen Erklärung [1972]. Dieses Buch verhalf mir dazu, das Kapital von Karl Marx zu verstehen und meine bürgerlichen Illusionen über das Gute im Kapitalismus abzulegen. Der im Untertitel genannte „Versuch“ ist radikales Understate­ment.

»» [9]   Karl Marx : Das Kapital, Band III.

»» [10]   Die bei Winfried Wolf zu findenden (verkürzten) Krisenzyklen nach dem 2. Weltkrieg könnten auch anders interpretiert werden, so daß wir tatsächlich in der Regel wieder auf rund zehnjährige Zyklen kämen. In den 70er Jahren wurden die auf etwa fünf Jahre verkürzten Zyklen in einer ökonomie­kritischen Insider­diskussion der 68er-Linken als Zwischenkrisen gedeutet, die kurz zwischen zwei Hälften eines industriellen Zyklus treten. Eine passende Literaturangabe müßte ich einmal in meinem Archiv suchen gehen – wenn's wichtig ist … – Der Gedankengang ist insofern nicht unwesentlich, weil ein verkürzter Zyklus auf ein strukturelles Problem des Kapitals hindeuten könnte, während ein im wesentlichen gleichlanger Zyklus mehr auf Normalität hindeutet. Nichtsdesto­trotz ist der Kapitalismus reif, durch eine solidarische (sozialistische, kommunistische) Ökonomie ersetzt zu werden.

»» [11]   Wenn ich Winfried Wolf richtig verstehe, plädiert er für eine Kombination aus Überproduktions- und Unterkonsumtions­theorie – sozusagen die beiden Spiegelbilder derselben Medaille. Siehe Winfried Wolf : Sieben Krisen – ein Crash, Seite 65ff.

»» [12]   In einer internen Programm­auswertung der Sendungen von Radio Darmstadt versteifte sich der Praktikant, der diese mit methodischen Mängeln und inhaltlichen Fehlern gespickte Aufgabe zu übernehmen hatte, zu der Aussage, daß eine Sendung über den national­sozialistischen Völkermord an den europäischen Sinti und Roma etwas für die Zielgruppe „Ü 30“ sei. Er selbst wollte offen­sichtlich nichts damit zu tun haben.


Diese Seite wurde zuletzt am 12. Februar 2010 aktualisiert. Links auf andere Webseiten bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2010. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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