You Enter Germany DVD
You Enter Germany

Geschichte

Ein mörderischer Winter im Wald

Sendemanuskript

 

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 14. April 2008, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Montag/Dienstag, 14./15. April 2008, 23.10 bis 00.10 Uhr
Dienstag, 15. April 2008, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 15. April 2008, 14.00 bis 15.00 Uhr

Zusammenfassung:

Die Barbaren, das sind immer die anderen. Bei der Verteidigung westlicher Werte sind die wahren Barbaren nicht zimperlich. Dennoch gibt es auch innerhalb der Barbaren manche, die in bestimmten historischen Momenten der Barbarei der anderen ein Ende setzen müssen. Die westlichen Alliierten und die Rote Armee setzten zusammen mit Partisanen und Widerstandskämpferinnen dem Nationalsozialismus ein Ende. Doch der Weg dorthin war mörderisch und nicht frei von taktischen Fehlern und strategischen Fehleinschätzungen. Eine jüngst auf DVD erschienene Dokumentation schildert die Schlacht um den Hürtgenwald bei Aachen. Frei von nationalistischem Pathos und heroisierender Kriegsbegeisterung wird nüchtern und dem Thema angemessen der mörderische Kampf der westlichen Alliierten um das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft dargestellt.

Besprochene DVD bzw. besprochenes Buch:

 


 

Inhaltsverzeichnis

 


 

Entering Germany

Jingle Alltag und Geschichte

Vor zwei Monaten erreichte mich eine Pressemitteilung. Das ist nichts Ungewöhnliches und eigentlich auch nicht der Rede wert. Diese Pressemitteilung hingegen weckte meine Neugier. In ihr wurde auf einen Dokumentarfilm über ein vergessenes Kapitel in der Endphase des Zweiten Weltkriegs hingewiesen – die Schlacht im Hürtgenwald bei Aachen zwischen November 1944 und Februar 1945.

Nun bin ich grundsätzlich skeptisch bei allen Versuchen, die Geschichte des von den Nazis entfesselten Weltkriegs aufzuarbeiten. Auch mehr als sechzig Jahre später sind derartige Versuche nicht frei von nationalistischen und militaristischen Tönen. Dies gilt umso mehr, als sich die Bundeswehr anschickt, Deutschland nicht nur am Hindukusch zu verteidigen, sondern sich grundsätzlich das Recht herausnimmt, überall in der Welt den Standort Deutschland würdig zu vertreten.

Der Dokumentarfilm You Enter Germany, produziert von der Konejung Stiftung: Kultur und in der Rheinischen Edition herausgegeben, zeigt einen Weg auf, das Dilemma der falschen Freunde und der falschen Heldenverehrung zu umgehen. Dieser 104 Minuten lange Film nimmt einen Standpunkt ein, der es uns als Zuschauerin und Zuschauer ermöglicht, sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der Spätphase des Naziregimes auf eine Weise zu befassen, die ohne erhobenen Zeigefinger auskommt und dennoch Position bezieht.

Auch wenn Zeitzeugen aufgrund eines nach Jahrzehnten getrübten Erinnerungsvermögens immer auch die Gefahr einer getrübten Wahrnehmung bedeuten können, so sind sie hier in ihrer Durchmischung von alliierter und deutscher Sicht als eine sinnvolle Ergänzung zu einem zum Teil neu entdeckten dokumentarischen Filmmaterial anzusehen.

Ich möchte in der folgenden Stunde diesen Dokumentarfilm und sein historisches Umfeld näher vorstellen und hierbei auch der Frage nachgehen, was eine derartige Dokumentation heute anzuregen in der Lage ist. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte bei Radio Darmstadt ist Walter Kuhl.

Vielleicht sollte ich noch einige biografische Anmerkungen für mein Interesse an diesem Film anfügen. Meine Eltern kommen aus dem Rheinland und mein Vater ist in unmittelbarer Nähe zu den in diesem Dokumentarfilm beschriebenen Ereignissen aufgewachsen. Wenn wir in meiner Kindheit durch die Eifel und dabei auch durch den Hürtgenwald fuhren oder spazierten, waren die Ereignisse zu Kriegsende ab und zu am Rande einer Erwähnung wert. Mein Vater gehörte zu denjenigen, die im Alter von 15 Jahren zum letzten Aufgebot gehörten, welches die Westgrenze am Westwall zu verteidigen hatte.

Damals hat mich das nicht im geringsten interessiert und heute kann ich nicht mehr nachfragen. Aber irgendwie umgaben die seltenen Momente der Erinnerung bei Familientreffen immer eine gewisse Aura des Geheimnisvollen. Vielleicht hat mein Vater Glück gehabt und hat im Frühjahr 1945 nur noch erleben müssen, wie die alliierten Panzer durch die Dörfer der Nordeifel fuhren.

Was er auch immer erlebt haben mag – es handelte sich um die letzten Zuckungen eines Regimes, das ganz gewiß militärisch zerschlagen werden mußte. Die Kriegshandlungen der letzten Monate haben daher nichts Heroisches. Insbesondere die Wintermonate waren mörderisch, und das nicht nur an der Front. Noch im Angesicht der Niederlage mußten Zwangsarbeiterinnen für den Endsieg schuften und wurden Zwangsarbeiter für geringfügigste Vergehen ermordet. Mein Großvater mütterlicherseits ließ als Fabrikdirektor in Magdeburg einen polnischen Zwangsarbeiter aufhängen, weil dieser einen nicht näher bekannten und sicherlich gerechtfertigten Akt der Sabotage begangen haben soll.

In Deutschland selbst gab es keine organisierte Bewegung, welche von Innen heraus dem Nazifaschismus und dem Krieg ein Ende hätte bereiten können. Der Kreis der Verschwörer des 20. Juli strebte einen Friedensschluß unter weitgehender Wahrung des erbeuteten und erplünderten Besitzstandes an. Die damit einhergehende Militärdiktatur hätte am vorherrschenden mörderischen Antisemitismus wohl wenig geändert. Vergessen wir nicht, daß bei der letzten noch halbwegs freien Reichstagswahl am 5. März 1933 ausgerechnet in Darmstadt weitaus mehr als die Hälfte der Bevölkerung für die Nazis und ihre rechtsradikalen Verbündeten gestimmt hat, ein Wert, der über dem Reichsdurchschnitt lag.

 

Die Kriegshandlung

Am 6. Juni 1944 landeten die westlichen Alliierten nach dreijähriger Planung der Operation Overlord am sogenannten D-Day in der Normandie. Aus dem hierbei zu errichtenden Brückenkopf sollte recht schnell der Ausbruch nach Zentralfrankreich erfolgen, um noch vor Jahresende deutschen Boden zu erreichen. Doch die strategischen Planungen der Alliierten rechneten nicht mit dem erbitterten Widerstand der Wehrmacht. Strategische Fehleinschätzungen verbanden sich mit taktischen Fehlern, wie sie in einem Krieg nun einmal unvermeidlich sind. Deshalb benötigten die Alliierten rund sechs Wochen, um aus dem Brückenkopf auszubrechen.

Anschließend gelang der Vormarsch relativ schnell, zumal Mitte August eine zweite Front an der französischen Mittelmeerküste eröffnet werden konnte. Am 25. August wurde Paris befreit und schon im September betraten US-amerikanische Truppen deutsches Gebiet südlich von Aachen. Der Rückzug der Wehrmacht aus Frankreich verlief relativ geordnet, so daß sich einzelne deutsche Truppenteile zwischen Nordsee und Schweizer Grenze am Rhein reorganisieren konnten. Die Frage war, ob es der US Army noch vor Beginn des Winters gelingen könnte, den Rhein zu überschreiten und den Bodenkrieg mitten ins Deutsche Reich hineinzutragen; und damit den Krieg gar noch 1944 zu beenden.

Der englische Militärhistoriker und Kriegsjournalist Reginald William Thompson beantwortete diese Frage schon 1958 in seinem Buch über die Schlacht um das Rheinland. Er hielt einen gezielten und erfolgreichen Vorstoß der US Army mitten ins Herz Deutschlands zwar für denkbar, gab jedoch zu bedenken, daß es aufgrund noch zu benennender Umstände auch zum Desaster hätte kommen können. Ohnehin führte der schnelle Vormarsch der alliierten Truppen zu ernsthaften Versorgungsproblemen, denn der Nachschub mußte monatelang per Lastwagen von der Normandie herangeschafft werden. Der strategisch günstiger gelegene Hafen von Antwerpen in Belgien stand erst Ende November 1944 hierfür zur Verfügung. Und da war jeder Gedanke an einen schnellen Vorstoß über den Rhein längst illusorisch geworden.

Als erfolgreich hingegen erwies sich die Propaganda der Nazis. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde an der Westgrenze des Deutschen Reichs der Westwall errichtet, eine Hunderte von Kilometern lange Linie, bestehend aus Wassergräben und Bunkern, sowie Panzersperren aus Betonklötzen. Als die US-Truppen diesen auch als Siegfried-Linie bekannten Westwall im September 1944 erreichten, vermuteten sie aufgrund der vorangegangenen Propaganda, auf starken und einen für sie verlustreichen Widerstand zu treffen. Aus diesem Grund versuchte der britische Oberbefehlshaber Montgomery im selben Monat, das Hindernis im Norden zu umgehen, um über die Niederlande von Nordwesten her ins Ruhrgebiet einzumarschieren. Wäre dieses industrielle Zentrum erobert, so die Kalkulation, müßte das Dritte Reich ökonomisch zusammenbrechen. Doch es kam anders.

Der britische Vorstoß nach Arnheim entwickelte sich zum Desaster; monatelang wurde unter großen Verlusten ein Brückenkopf verteidigt, während weiter südlich für die US Army kein Durchkommen war. Aachen konnte erst Mitte Oktober nach einer sechswöchigen Schlacht eingenommen werden – und dann brach der Winter ein.

Es regnete und schneite und taute. Straßen und Wege, erst recht Felder, Wiesen und Wälder verwandelten sich in einen einzigen Morast. Die US-Soldaten waren diesen Witterungsverhältnissen schutzlos ausgeliefert, zumal sie in Sommerkleidung deutschen Boden betraten. Der Nachschub funktionierte nicht oder nur schlecht, zumal General Patton für die Front an der Saar den größten Teil des Nachschubs beanspruchte.

Zudem entwickelte sich ausgerechnet dieser Winter zum kältesten seit Jahrzehnten. Bei nachts minus 20 Grad und tagsüber nicht wesentlich wärmeren Temperaturen in leichter Kleidung stundenlang bewegungslos in Schützengräben verharren zu müssen, daran zerbröselt jegliche Kampfmoral. Thompson faßt diesen Umstand lakonisch so zusammen:

Kampfunfähigkeit vor Erschöpfung begann in der amerikanischen Armee endemisch zu werden […] [1]

Zu den logistischen Problemen gesellten sich schwerwiegende taktische Fehler. So war es für die US Army unter General Eisenhower nicht so recht verständlich, warum Hitlers Armee ausgerechnet das Waldgebiet der Eifel südöstlich von Aachen mit derartiger Vehemenz verteidigen würde. Es dauerte einige Zeit, bis sich das westliche Oberkommando der Bedeutung der Rur-Talsperre bewußt wurde [2]. Solange die Wehrmacht diese Talsperre in der Hand hatte, konnte sie durch gezieltes Fluten jeden Vormarsch ins Rheinland durch eine Flutwelle aufhalten. So sollte es dann auch im Februar 1945 kommen. Anstatt nun das umliegende Waldgebiet systematisch zu bombardieren und hierbei auch den Staudamm zu zerstören, wurde im November eine sich schnell als sinnlos herausstellende Bodenattacke durchgeführt, die im Desaster endete.

Bis heute wird von 68.000 Toten gesprochen, welche diese Schlacht im Hürtgenwald südöstlich von Aachen gekostet haben soll, auch beispielsweise in der Wikipedia werden ähnliche Zahlen genannt. Der Dokumentarfilm You Enter Germany verweist nicht nur diese Zahl in das Reich der Legende [3]. Er zeigt zudem, gänzlich unpathetisch und ohne Moralisieren, die Schwierigkeiten auf, welche den Alliierten im Winter 1944/45 entgegentraten. Der Film benötigt dieses Moralisieren nicht, er benötigt kein Feindbild.

Er setzt den einzig vertretbaren Standpunkt schon voraus, nämlich daß es richtig und notwendig war, den Nazifaschismus militärisch zu zerschlagen. Und gleichzeitig führt er die Sinnlosigkeit vor Augen, wie Kriege brutal und unmenschlich bis an den Rand des Wahnsinns geführt werden. Aber er schildert auch die Momente, in denen deutsche und US-amerikanische Soldaten mitten im erbittertsten Kriegsgeschehen nicht jede Menschlichkeit vermissen ließen.

Es gab jedoch noch einen zweiten Grund, weshalb die Eifel von deutscher Seite erbittert verteidigt wurde. In deren Hinterland wurde die Ardennen-Offensive vorbereitet, welche die US-Armee Mitte Dezember 1944 weitgehend unvorbereitet traf. Das Ziel dieser Offensive war es, wenn möglich bis nach Antwerpen durchzubrechen, dabei die britischen von den US-amerikanischen Truppen zu isolieren und sie in einer Kesselschlcht zu vernichten. Allerdings fehlte es der Wehrmacht hierfür an ausreichendem Kriegsmaterial, das erst noch hätte aus alliierten Beständen erbeutet werden müssen. Nach einem Monat war Mitte Januar 1945 die deutsche Offensive zurückgeschlagen worden und damit der Weg zur Elbe frei. Den Hauptschlag sollte jedoch die Rote Armee führen, die mehrere hunderttausend Soldaten in der Schlacht um Berlin verlor.

 

Die Schlacht im Hürtgenwald

Im Dokumentarfilm You Enter Germany geht es vor allem um die Schlacht im Hürtgenwald. Hürtgenwald ist heute eine aus mehreren Orten bestehende Gemeinde in der Nordeifel südlich der Linie Aachen – Stolberg – Eschweiler – Düren. Das Gebiet wird durch die kleinen Flüsse Kall und Rur durchzogen; in seinem westlichen Teil verläuft der Westwall. Schon im September 1944 erreichten hier US-amerikanische Truppenverbände die Bunkerlinie.

R.W. Thompson: Die Schlacht um das RheinlandDer vor ihnen liegende Wald sollte sich auf das Gemüt der Soldaten schlagen. Der Hürtgenwald wurde mit dem Verb to hurt assoziiert; er sollte bei den Angriffen der Alliierten zu großen Verletzungen führen. Ende Oktober wurde die vor dem Hürtgenwald liegende Infanteriedivision abgelöst. Reginald William Thompson schildert den Zustand der US-amerikanischen Einheit in seinem Buch Die Schlacht um das Rheinland mit folgenden Worten:

Die 9. Division war sehr mitgenommen worden, man sah es ihr an. Die Mannschaften waren verwahrlost, schmutzig, unrasiert, und sie waren unvorstellbar müde. Ihre stumpfen Augen, ihre Niedergeschlagenheit und ihre Nervosität zeigten, wie sehr sie einem langanhaltenden Druck ausgesetzt gewesen sein mussten. Ihr Anblick übte eine depremierende Wirkung auf ihre Nachfolger aus und nicht minder das Terrain, denn hinter sich, vor sich, auf allen Seiten, sahen sie dunklen regengetränkten Wald. Über dem Land lag die Stimmung eines mit den Exkrementen des Krieges verschmutzten Unterweltbereiches. Die verschlammten Feldwege waren von den Pockennarben und Kratern der Granaten- und Mineneinschläge zerrissen. Zersplitterte Bäume verstärkten das Gefühl eines trostlosen Ruins. Faulende, aufgeweichte Kleidungsstücke klebten an abscheuerregenden Fetzen grünen Fleisches, das immer noch eine obszöne Ähnlichkeit mit lebendem aufwies. Konservenbüchsen, Helme, Marschschuhe, leere Patronenhülsen und alte Minen lagen in dunkel verschlammtem Durcheinander ringsum. Ein Hauch der Verzweiflung ging von allem aus.

Der Wald erhob sich steil auf Höhen von über 300 Metern, umfasste in enger Umschlingung schmale Gürtel offener Felder um die Dörfer und kleinen Städte, welche verstreut auf den Hochebenen und in den tiefen Bodenfalten lagen. Die dichtbewaldeten und steilen Schluchten waren von einem Netz reissender Flüsse und Wildbäche durchzogen, von denen sich die einen in die andern ergossen und viele von ihnen in die Schlucht der Kall, die ihre Wasser dem Hauptstrom zuführte, der Rur. Von diesem Mündungspunkt ostwärts, etwa 8 km entfernt, befanden sich die amerikanischen vorgeschobenen Stellungen.

Das war der erste Eindruck des Hürtgen-Forstes. […] Dieses schwierige Gelände machte die Waffen- und Luft-Überlegenheit der Amerikaner zunichte und diente nur dem Feind. […]

Das ganze Waldgebiet war dicht mit Bunkern und befestigten Stellungen gespickt, mit Minen und Sprengfallen besät und durch Mörserfeuer gedeckt. Wichtige Ziele und Strassenkreuzungen wurden von der Artillerie, die geschickt auf den beiden Höhenzügen östlich und westlich der Rur aufgestellt war, beherrscht.

Den ganzen Oktober hindurch bildete dieses Gebiet den Schauplatz eines erbitterten und verzweifelten Ringens, das unentschieden endete. Einsame Dörfer verloren ihre Identität und sanken zu Haufen schlammiger Ruinen zusammen, sie wechselten die Hand von Tag zu Tag, ja von Stunde zu Stunde in diesem zerhämmerten Niemandsland am Rande der deutschen Hauptverteidigungslinie. [4]

Der strategische zu erobernde Punkt war die Ortschaft Schmidt. Dies sollte der US Army tatsächlich erst am 9. Februar 1945 gelingen. Den zurückweichenden deutschen Verbänden gelang es noch, die angrenzende Talsperre zu sprengen und das untere Rurtal zu überfluten. Doch zu diesem Zeitpunkt drangen britische und kanadische Truppen von Arnheim her nach Südwesten in das Niederrheingebiet ein und bezwangen unter schweren eigenen Verlusten den deutschen Widerstand. Doch was war das Besondere an Schmidt? Hierzu noch einmal Reginald William Thompson:

Die Ortschaft Schmidt liegt ein Kilometer vom grossen Schwammenaueldamm entfernt, dem Hauptstausee im Rurtal. Er bildete den lebenswichtigsten und empfindlichsten Punkt der deutschen Verteidigungslinie und zwar wahrscheinlich von der Schweizergrenze bis zur Nordsee. Er beherrschte den Eingang zur Kölner Ebene, und solange der Damm in deutschen Händen blieb, war es praktisch militärisch unmöglich, die Rur zu überschreiten. Damit konnte der Rhein südlich von Düsseldorf kein vernünftiges Angriffsziel bilden.

Solange die Staudämme in der Gewalt der Deutschen waren, konnten Truppen, welche die Rur überquerten, vereinzelt abgeschnitten und vernichtet werden. Flutwellen konnten entfesselt werden, um den Fluss hinunterzubrausen, alle Brücken wegzuschwemmen und den Wasserlauf für einige Tage unpassierbar zu machen.

Wie es ja auch im Februar 1945 geschah.

Im Falle eines drohenden Zusammenbruches konnten die Deutschen eine riesige Springflut auslösen, welche die Kölner Ebene überschwemmte, und dadurch der Katastrophe mit einer Katastrophe entgegentreten. Die Inbesitznahme des Schwammenaueldammes war daher die wesentliche – und ganz offensichtliche – Voraussetzung für den Angriff der amerikanischen 1. und 9. Armee. […]

Diese ganze Topographie war während vieler Wochen Gegenstand intensiver Studien gewesen, und doch löste das 112. Regiment am 2. November einen Angriff aus, ohne etwas von den Rurdämmen zu wissen. [5]

Diese für den Kriegsberichtserstatter unfaßbare strategische Fehleinschätzung wird dadurch bekräftigt, daß die Operationsbefehle die Talsperre nicht einmal erwähnten. Die sich in den folgenden Tagen hinziehende sogenannte Allerseelenschlacht endete für die US-Truppen in einem beispiellosen Desaster, in der vielleicht größten Niederlage des Zweiten Weltkriegs. Die Zahl der eigenen Verluste ist schwer abzuschätzen, die demoralisierende Wirkung dieser Niederlage war jedenfalls sehr hoch. Die sich daran anschließende strategische Schwäche der in diesem Abschnitt eingesetzten Truppen ermöglichte es der Wehrmacht, im Dezember einen letzten verzweifelten Angriff auszulösen – die Ardennenoffensive. Diese konnte nur unter Anspannung aller Kräfte zurückgeschlagen werden. Danach allerdings war der Weg nach Osten frei. Die im Film glorifizierte Eroberung der Brücke von Remagen war nur der letzte, fast schon spaziergängerische Akt eines gewaltigen Ringens.

 

You Enter Germany

Wie nun läßt sich diese von winterlichen Temperaturen und verschlammten Straßen begleitete mörderische Episode in einem Dokumentarfilm angemessen darstellen? Der Drehbuchautor Achim Konejung erzählt ohne hektische Schnitte eine sich langsam aufbauende Geschichte, in deren Mittelpunkt die am Kriegsgeschehen beteiligten Menschen stehen. Hier geht es nicht um die lustvolle Darstellung des Krieges wie in vielen als Antikriegsfilme bezeichneten Werken. Das Grauen des Hürtgenwaldes ist das bestimmende Grundmotiv, wobei dieses Grauen auch eine ideologische Komponente besitzt. Schon die Nazis hatten den Wald als düsteren, Unheil bringenden Ort aufgebaut, und bezogen sich hierbei nicht zuletzt auf Hermann, den Cherusker, und die Varusschlacht.

DVD You Enter GermanyNoch heute werden im Hürtgenwald Überreste dieser mörderischen Auseinandersetzung gefunden, nicht nur Granatsplitter, sondern auch die Überreste vermißter Soldaten.

Als die US-amerikanischen Truppen am 11. September 1944 Aachen erreichen, fühlen sie sich nicht stark genug, die Stadt einzunehmen und umgehen sie. Der Film hinterläßt den Eindruck, daß auch die Eifel hätte umgangen werden können und der Vormarsch Richtung Köln möglich gewesen wäre. Ich bezweifle das. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, daß General Eisenhower noch die altmodische Kriegsführung des Ersten Weltkriegs im Kopf hatte und deshalb meinte, den Widerstand in der Nordeifel brechen zu müssen.

Die Historikerin Karola Fings, stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums in Köln, verdeutlicht, was diese Unterbrechung des Vormarschs konkret bedeutet hat: täglich wurden Dutzende Gefangene von der Gestapo in Köln hingerichtet. Als im Februar 1945 die Rur überschritten werden kann, werden in einem Lager bei Düren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter befreit; und erst in den 60er Jahren wird deutlich, daß hier mehr als 1500 Menschen umgebracht worden sind.

Diese Bespiele verdeutlichen, wie dringend ein konzentrierter Angriff auf das Rheinland schon 1944 notwendig gewesen wäre. Aber militärische Erwägungen mit all ihren strategischen und taktischen Fehleinschätzungen hatten eben Vorrang vor der Befreiung. Doch sind dies Fragen, die sich Jahrzehnte später nicht einfach beantworten lassen.

Achim Konejungs Dokumentarfilm baut die Handlung behutsam auf, die Zeitzeugen werden in die Gesamthandlung eingebettet und bestimmen nicht die Ausrichtung des filmischen Konzepts. Somit werden allzu pathetische, vielleicht auch manch unreflektierte Rückblicke vermieden. Es ist ein Film, den anzuschauen sich lohnt, der deutlich macht, unter welchen Mühen und Opfern zumindest im Westen der Krieg gewonnen wurde. Im Osten wurde der Krieg als entgrenzter Krieg mit ganz anderer Härte geführt; und der Mut der von Stalin teilweise verheizten Soldatinnen und Soldaten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Manche der in diesem Dokumentarfilm gezeigten Filmsequenzen werden hier erstmals gezeigt. Auf der Suche nach Filmmaterial aus den beiden letzten Kriegsjahren fanden sich einige interessante Ausschnitte, welche die mündliche Überlieferung sehr gut visualisieren. Nicht nur die Schlammschlacht wird hier deutlich, auch die Auswirkung der Sprengung der Rurtalsperre. Die Rur – das ist normalerweise ein relativ schmaler Fluß von mehreren Metern Breite. Die Bilder zeigen eine Seenlandschaft, die durch das Schmelzwasser des Februar noch verstärkt wird.

Man und frau mag sich zwar wundern, weshalb diese Sprengung eine derart große Wirkung hatte, aber auch Thompson schreibt diesen Wassermassen eine unüberwindbare Wirkung zu. Die Angabe eines Wasserteppichs von 170 bis 700 Metern Breite erscheint realistisch; und bei starker Strömung blieb den vorrückenden Truppen nichts weiter übrig, als das Abfließen des aufgestauten Wassers abzuwarten. Hierbei hat sich in der Untertitelung ein kleiner Fehler eingeschlichen: hier ist statt von 700 Metern von 2.700 Metern die Rede. Im US-amerikanischen Originalton zu dieser Filmsequenz ist von maximal 2000 feet die Rede.

Was mich sehr beeindruckt hat, ist das Vermeiden jeglicher gefühlsmäßiger Verbundenheit mit dem Widerstand der Wehrmacht. Die Sichtweise des Films wird weitgehend vom US-amerikanischen Vormarsch bestimmt und läßt dennoch die heutigen, durch die Vergangenheit nicht belasteten Nachfahren der deutschen Kriegsgeneration relativ unbefangen das Geschehen begreifen. Vielleicht ist dies tatsächlich ein Weg, die Vergangenheit zu begreifen, ohne sie zu heroisieren, ohne anzuklagen oder zu verteidigen.

Der Dokumentarfilm You Enter Germany wurde von der Konejung Stiftung: Kultur produziert und ist über die Rheinische Edition zu beziehen. Der Preis für die DVD beträgt 19 Euro 50.

 

Der Zweite Weltkrieg

Eine der ungewöhnlichsten und gleichzeitig brilliantesten Darstellungen des Zweiten Weltkriegs stammt vom belgischen Internationalisten, Juden und Sozialisten Ernest Mandel. Dieses 1991 auf Deutsch erschienene Buch legt seinen Schwerpunkt auf die Geschichte des Kapitals im allgemeinen und die Folgen der Weltwirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre im besonderen. Die hierbei zutage tretende fundamentale Kapitalismuskritik eröffnet den Blick auf etwas, was den meisten Darstellungen des Zweiten Weltkriegs fehlt, nämlich das Verständnis dieses Krieges als einer innerimperialistischen Auseinandersetzung unter Beteiligung Dritter. [6]

Buchcover Ernest Mandel Der Zweite WeltkriegDer Krieg war nicht nur von Nazideutschland gewollt, sondern fand seine Ouvertüre im Japanisch-Chinesischen Krieg der 30er Jahre. Für die USA war dieser Krieg eine hervorragende Gelegenheit, mittels einer permanenten Rüstungswirtschaft die tiefe Wirtschaftskrise zu überwinden, und je länger der Krieg dauerte, umso besser. Denn zum einen bluteten die anderen imperialistischen Staaten aus – Gegner wie Verbündete [7]. Zum anderen blieb nachher nur eine Weltmacht übrig, so das Kalkül. Doch die schon genannten dritten Kriegsbeteiligten machten diesem Kalkül einen Strich durch die Rechnung: die Rote Armee, die Partisanen und die antikolonialen Befreiungsbewegungen.

Hier ist eine grundsätzliche Zwischenbemerkung angebracht: Die Erkenntnis, in einer Welt von Ganoven zu leben, bedeutet nicht, daß alle Ganoven gleich sind. Es war Hitlerdeutschland, das den Krieg begann, und es war Hitlerdeutschland, welches den entgrenzten, den totalen Krieg führte. Die Motive einzelner Kriegsgegner mögen ebenso imperialistisch gewesen sein. So gab es bei den westlichen Alliierten weder ein Interesse, Deutschland zu befreien, noch gar die Jüdinnen und Juden Europas zu retten. Aber auch unter Ganoven gibt es manchmal welche, die das eine oder andere ehrenhafte Motiv und Verhalten entwickeln.

Ernest Mandel analysiert in seinem Buch über den Zweiten Weltkrieg nicht nur die Kriegsursachen und die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse. Er geht selbstverständlich auch auf die materiellen Hilfsmittel ein, über welche die Kriegsparteien verfügten. Allerdings trügt der erste Augenschein. Sicher ist es richtig, daß Nazideutschland aufgrund seiner Ressourcen eigentlich nie eine ernsthafte Chance besaß, den Krieg zu gewinnen. Dies erklärt das Blitzkrieg-Konzept. Denn nur dann, wenn Hitlers Armeen in der Lage waren, den militärischen Vorsprung durch Eroberungen und anschließende Verhandlungen abzusichern, bestand für die deutsche Bourgeoisie eine ernsthafte Chance, damit durchzukommen.

Je länger der Krieg dauerte, desto klarer war die Niederlage abzusehen. Damit ist nicht die Niederlage bei Stalingrad gemeint. Vielmehr handelt es sich um das Kernproblem: Zuschlagen, bevor die anderen aufgeholt haben; und das Eroberte dann am Verhandlungstisch zu sichern. Vielleicht war das absolut irreal, aber sowohl Großbritannien wie auch die Sowjetunion standen zu bestimmten Zeitpunkten am Rande einer totalen Niederlage. Zum Glück kam es anders. Und zum Glück beschränkte sich auch die USA nicht auf ihren pazifischen Kriegsschauplatz, weil es auch für die USA letztlich um die globale Hegemonie ging. Hierbei war allerdings ein langer Krieg gut für das Kriegsziel der USA. Dieses langsame Auspowern von Freunden und Gegnern rächte sich allerdings an einem Punkt: die US Army kam langsamer voran und erreichte Deutschland später als die Rote Armee.

In diesem Zusammenhang ist auch die systematische Bombardierung deutscher Städte zu nennen. Hierbei handelte es sich in der Regel nicht darum, kriegswichtige Ziele zu treffen oder der Wehrmacht empfindliche Nachschubsprobleme zu bereiten. Es handelt sich auf eine ziemlich perfide Weise um durchaus gewollten Terror. Diesem Terror waren Zwangsarbeiterinnen und Juden, KZ-Häftlinge und Roma vollkommen egal. Die Erfahrung des Ersten Weltkrieges hatte gelehrt, daß es zu Ende eines Krieges zu revolutionären Unruhen kommen könne. Und hier zeigt sich die Solidarität aller Kapitalisten. So etwas muß unterbunden werden, egal ob zu Hause oder im Feindesland.

Nur eine militärische Besetzung weiter Teile Europas, verbunden mit einer Demoralisierung der unterdrückten und/oder klassenbewußten Bevölkerung, konnte dieses Schreckgespenst bannen. Hierin liegt auch ein wesentlicher Grund für das Bombardement deutscher Städte durch britische und US-amerikanische Bomberverbände. Mandel zeigt hier anhand einzelner Zahlen, wie wenig der Bombenkrieg sich gegen militärische und industrielle Ziele richtete. 1943 wurden mehr als 80% aller abgeworfenen Bomben auf zivile Ziele gerichtet. [8]

In einem Bonustrack zeigt die DVD You Enter Germany die völlig zerstörte Kleinstadt Düren. Auch Reginald William Thompson geht auf dieses Kapitel der Kriegsführung ein, wobei auch er von der systematischen Bearbeitung zu erobernder Kleinstädte durch vorherigen Artilleriebeschuß schreibt. Bemerkenswert ist seine Aussage, daß die kurz darauf in diese Städte einrückenden alliierten Soldaten wenig begeistert von dieser Art Bombardement waren. Dem Feind wurde durch die hierbei angerichteten Verwüstungen jede Menge Schlupfwinkel zur Verfügung gestellt, aus denen Heckenschützen ihrer mörderischen Arbeit nachgehen konnten [9].

Allerdings konnte dies dem alliierten Oberkommando egal sein. Menschen wurden an die Front geschickt, um zu kämpfen. Die hierbei entstandenen Verluste waren für die am Krieg interessierten Gruppen erträglich, denn sie dienten einem guten Zweck [9a]. Wir dürfen nie vergessen, wie zynisch die herrschenden Klassen überall auf der Welt sind.

Natürlich handelt es sich hierbei um Kriegsverbrechen. Anders wäre es hingegen gewesen, wenn diese Bombardements dem Ziel gedient hätten, den Krieg schnellstmöglich zu beenden und die gefangenen, eingesperrten und ausgebeuteten Opfer des Naziregimes zu befreien. Überhaupt ist der Krieg der Alliierten kein reines Heldenepos.

Der französische Historiker Olivier Wieviorka benennt Übergriffe US-amerikanischer Truppen in Frankreich, die von Schwarzmarktgeschäften über Vergewaltigungen, Tötungsdelikten bis hin zu systematischen Plünderungen reichten. Und die deutsche Seele kocht schnell über, wenn es um Massenvergewaltigungen durch Soldaten der Roten Armee geht. So als habe zuvor nichts stattgefunden. Im Vergleich zu den von weiten Teilen der deutschen Bevölkerung unterstützten, bejubelten oder begangenen Verbrechen sind diese Vorkommnisse jedoch unbedeutend – auch wenn sie im Einzelfall traumatisch und grausam gewesen sind.

Im Grunde genommen wäre als historische Lehre einem Ausspruch eines ehemaligen Radiowecker-Redakteurs [10] von Radio Darmstadt zuzustimmen, der den aus wirtschaftspolitischen Erwägungen dann doch nicht durchgeführten Morgenthau-Plan prägnant so zusammengefaßt hat: "Macht aus Deutschland eine grüne Wiese." Die Bomben auf Belgrad hätten dann ohne Joschka Fischer und Rudolf Scharping zustande kommen müssen und in Kabul würde das Kommando Spezialkräfte nicht den mit Hilfe von Warlords regierenden afghanischen Präsidenten Hamid Karzai unterstützen.

Auf eine andere Weise wird dieser Gedanke als letzte Sequenz des Dokumentarfilms You Enter Germany festgehalten. Ein deutscher Kriegsteilnehmer zeigt sich heute froh darüber, seinen rechten Arm durch einen Granatsplitter verloren zu haben. So habe er niemanden mehr töten können.

 

Vermarktungsstrategien

Mehr als sechzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und mehr als sechzig Jahre nach der Zerschlagung Nazideutschlands findet auch der neoliberale Zeitgeist Interesse an den Geschehnissen im Herbst und Winter 1944. Es ist ein gänzlich anderes Interesse, als es im Dokumentarfilm You Enter Germany zutage tritt. Der neoliberal aufgeklärte Mensch fragt nach der Verwertbarkeit eines Produkts. Zu den absurden Blüten der Beschäftigung mit der Schlacht im Hürtgenwald zählt für mich der Versuch, den Westwall zu vermarkten.

So heißt es in einer jüngst erschienenen Studie der aus Vertretern aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammengesetzten EuRegionale 2008 Agentur:

Im Rahmen der gegenwärtigen Diskussionen um die weitere Nutzung von Westwallrelikten soll die vorliegende Untersuchung zur Klärung der Frage beitragen, inwieweit der Westwall eine touristische Attraktion für die Eifel darstellt und in der Lage ist, aufgrund entsprechender Angebote einen touristischen Mehrwert zu generieren. Es soll aufgezeigt werden, ob die Erstellung eines umfangreichen touristischen Infrastruktur- und Marketingkonzepts angezeigt ist sowie welche Maßnahmen zu ergreifen wären, um eine Entwicklung unter betriebswirtschaftlichen Aspekten in die Wege zu leiten. [11]

Was soll das werden? Der Erlebnispark Nazideutschland? Ehrlich gesagt, verwundern mich derartige instinktlose Vorstellungen nicht. Eine Gesellschaft, die nach dem Muster der Standortlogik funktioniert, fragt nicht nach ethischen oder gar emanzipatorischen Werten und Vorstellungen, sondern nur danach, was der Markt hergibt. Natürlich will keiner der Herren aus der Gesellschafterversammlung und der Lenkungsgruppe der EuRegionale – ja, es sind nur Männer; Frauen haben in diesem erlauchten Kreis keinen Zutritt – dem Nationalsozialismus irgendetwas Positives abgewinnen. Allerdings frage ich mich, wie ein touristisches Konzept unter derartigen Marktvorgaben aussehen würde, wenn die Kasse mit der Ästhetisierung nationalsozialistischer Ideologie-Elemente besser klingelt.

Hierbei stellt sich auch die Frage des Militär-Tourismus und der hiermit verbundenen Begeisterung für Krieg und Gewalt. Ein Marketing-Konzept für die Westwall-Eifel muß derartige Belange natürlich berücksichtigen. Die zukünftige Kundschaft soll durch eine allzu deutliche Positionierung ja nicht verschreckt werden. In der Studie wird dieser Sachverhalt dann auch so kommuniziert:

Zusätzlich zu diesen Richtlinien sollten Museumskonzepte mit dem Ziel der Befriedigung bestimmter Bedürfnisse oder Wünsche der Besucher erstellt werden und einen mehrdimensionalen Aspekt besitzen. Der Charakter eines solchen sollte einen pädagogisch kapitalisierten Aspekt aufweisen. Eine gut organisierte und geplante Ausstellung ist eine Reklame für andere Besuche bei ähnlichen Einrichtungen […]. Militärkultur-Tourismusmanager müssen demnach zwischen Erfahrungs- und oft auch Unterhaltungsbedürfnissen und der Empfindsamkeit des individuellen Ortes eine Balance finden. [12]

Hier wird eine Marketingstrategie entworfen, bei der es letztlich egal ist, worum es geht. Da jedoch eine sensible Kundschaft angesprochen werden soll, muß man sich ein wenig Mühe bei der Erforschung der Motive und der Befriedigung des Unterhaltungsbedürfnisses geben. Wer die Studie in ihrer gesamten Länge liest, wird nicht umhin kommen, sich an den Kopf zu langen. Und doch handelt es sich hierbei nicht etwa um eine Relativierung des Nationalsozialismus oder eine Verniedlichung des Krieges, sondern um reines Profitdenken. Und da die Herkunft des verdienten Geldes bekanntlich nicht stinkt, gilt die einzige Sorge der angemessenen Präsentation. Läßt sich hiermit ein Mehrwert erzielen, wird investiert, ansonsten eben nicht.

Dabei wird in dieser Studie durchaus Bezug genommen auf vorhandene museale Tendenzen, die vorwiegend männliche Kriegsbegeisterung gezielt abzuschöpfen. Diese Art der Präsentation wird problematisiert und für das Thema als unpassend empfunden. Immerhin!

Als vorläufiges Ergebnis hält die Studie fest:

Das touristische Potenzial der vorhandenen Einrichtungen in ihrer heutigen Form ist aufgrund andernfalls nötiger großer Investitionen in die Infrastruktur und die Qualität der Angebote als sehr begrenzt einzuschätzen. Durch verlängerte Öffnungszeiten, (bessere) Beschilderung, Erstellen von Wegweisern, Werbung und Vernetzung von Angeboten sowie einer inhaltlichen Überarbeitung kann die Besucherzahl vermutlich gesteigert werden; diese Maßnahmen dürften aber in den meisten Fällen aufgrund der finanziellen Lage und fehlendem Personal nur schwer umsetzbar sein.

Aufgrund der vorgelegten Daten ist aus ökonomischer Sicht von der Einrichtung weiterer musealer Angebote abzuraten, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis eine solche Maßnahme nicht rechtfertigt. [13]

Verblüfft hat mich in dieser monetär ausgerichteten Gedankenwelt ein der Studie angehängter Text von Karola Fings über den heutigen Stand der wissenschaftlichen Bewertung des Westwalls. Mir ist nicht klar, ob dieser Text eine Feigenblatt-Funktion besitzt oder ob es auch den Tourismus-Vermarktern nicht wohl bei ihrer auf Profitgrundsätzen aufbauenden Fragestellung war. Karola Fings enthält sich einer Aussage zu dieser Ökonomisierung und hält statt dessen als Fazit für die bisherige Westwall-Präsentation Folgendes fest:

Betrachtet man den Westwall in seinen Kontexten, also als "Ganzes", so bleibt wenig von dem mythischen, faszinierenden Gehalt übrig, der heute noch eine starke Anziehungskraft auszuüben scheint. Stattdessen zeigt sich die ganze Grausamkeit eines Staates, dessen aggressiver Nationalismus und Rassismus ein verbranntes Europa hinterließ. Vor diesem Hintergrund ist das Geschichtsbild in den meisten Westwallmuseen, die oft von so genannten Westwall- oder Festungsforschern betrieben werden, äußerst kritisch einzuschätzen. [14]

Mir scheint, die Zeit für eine eher unverkrampfte Herangehensweise an die Schrecken des Nationalsozialismus ist möglicherweise angebrochen. Aber das Unverkrampfte tendiert recht schnell Richtung Eventkultur und Spaßgesellschaft, zumal sich dies auch vermarkten läßt. Eine angemessene Darstellung des Krieges am Westwall ist unter kapitalkonformen Bedingungen jedoch eher nicht möglich. Und ich bekenne hier: Ich bin eine Spaßbremse.

Hier bietet der Dokumentarfilm You Enter Germany wohl den zur Zeit sinnvollsten Einstieg in die Materie, weil er frei ist von derart marktfonformen Erwägungen. Zwar muß auch die DVD sich verkaufen, aber sie wurde nicht unter dieser Maxime produziert. In gewisser Weise handelt es sich also um ein Nischenprodukt für eine kleine interessierte Gruppe von Menschen. Somit ist die Mehrheitsgesellschaft vielleicht doch noch nicht reif für einen unideologischen Umgang mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, für einen Umgang, der neugierig macht, ohne voyeuristisch zu sein.

 

Universelle Arroganz

Besprechung von : Immanuel Wallerstein – Die Barbarei der anderen, Verlag Klaus Wagenbach 2007, € 10,90

Europa muß sich auf seine Kultur und Zivilisation nichts einbilden. Die bei der Besprechung des Dokumentarfilms You Enter Germany schon benannten Ganoven sind Teil dieser kulturellen Zivilisiertheit. Oder anders ausgedrückt: Die Geschichte des Kapitalismus ist seit seinen Anfängen eine mörderische Angelegenheit, mit dem "der Westen" seine universellen Werte predigt. Der US-amerikanische Historiker und Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein hat seine Gedanken hierzu in einem rund einhundert Seiten starken kleinen Band zusammengefaßt. Es ist auf der Grundlage einer dreiteiligen Vortragsreihe für das St. John's College der University of British Columbia 2004 entstanden.

Buchcover Immanuel Wallerstein Die Barbarei der anderenDie Rhetorik der Führer der westlichen Welt greift bei der Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen zur Rechtfertigung gerne auf den in Europa und Nordamerika entwickelten Universalismus zurück. Die auch in Deutschland hochgehaltenen westlichen Werte sind geradezu eine selbstgenügsame ideologische Formel, die keinerlei weiterführenden Legitimierung bedürfen. Die pan-europäische Welt verteidigt selbstverständliche die Menschenrechte und die Demokratie, sie geht von der Überlegenheit der westlichen Zivilisation aus und erteilt den Kräften des Marktes ihre Absolution, weil der Markt das wissenschaftlich erforschte Korrektiv zu politischem Fehlverhalten sei. Der westliche Universalismus ist demnach eine arrogante, selbstgerechte und verlogene Ideologie.

Die Alternative zu diesem europäisch geprägten Universalismus ist ein universeller Universalismus, so Immanuel Wallerstein. Während der Neoliberalismus zu einer atomisierenden Sichtweise und letztlich auch einem beliebigen Nebeneinander verschiedener, sich gar widersprechender Positionen führt, über deren Gültigkeit der Markt (oder die dahinter stehende Militärmacht) entscheidet, ist die Wallersteinsche Vision des Universalismus eine, welche alle Teile des Systems zusammenführt und sie miteinander in Beziehung setzt. Es geht eben nicht darum, verschiedene Sichtweisen zu einem Problem oder Phänomen als gleichberechtigt stehen zu lassen. Es geht darum, eine emanzipatorische Position innerhalb eines in die Krise geratenen Weltsystems zu beziehen.

Daß ein derartiger Universalimus gleichberechtigter Menschen und Kulturen nicht im Rahmen eines durchgeknallten globalisierten Kapitalismus möglich ist, versteht sich von selbst. Die Anstrengung besteht darin zu vermitteln, daß die viel beschworenen westlichen Werte nur der müde Abklatsch einer Wertegemeinschaft sind, die auf dem einzig gültigen Menschenrecht, nämlich dem Profit, beruht.

Aus diesem Menschenrecht ergibt sich das Recht, ja geradezu die Pflicht zur Intervention. Schon zu Zeiten der spanischen Conquista waren die Ideologen der spanischen Vorherrschaft daran interessiert, sich die passenden Rechtfertigungen für ein ganz und gar unchristliches Verhalten auszudenken. Da sie das Prinzip des soeben erst entstandenen kapitalistischen Weltsystems noch nicht verstanden, mußten sie zu dem greifen, was für sie im 16. Jahrhundert begreifbar war. Sie mußten Menschen aufgrund willkürlicher Wesensmerkmale zu Barbaren erklären, sie religiös brandmarken, sie als Götzendiener hinstellen und sie anschließend dem brüderlichen christlichen Paternalismus unterstellen. Diese moralischen Werte wären jedoch nicht zum Tragen gekommen, hätten die spanischen Eroberer nicht über die notwendige militärische Gewalt verfügt, um ihre Weltanschauung ziemlich drastisch zu vermitteln.

Das Interessante an Wallersteins erster Vorlesung ist die Darstellung der Auseinandersetzung zwischen dem Ideologen der universellen spanisch-christlichen Werte Juan Ginés de Sepúlveda und dem von den christlichen Praktiken in Lateinamerika angeekelten Bischof Bartholomé de Las Casas. Las Casas widerlegte den Gedankengang Sepúlvedas Punkt für Punkt, doch seine Schlußfolgerungen konnten die spanische Krone nicht überzeugen. Denn hier ging es ums Eingemachte, nämlich um die rationale Begründung einer Vorherrschaft – und natürlich auch um Gold und Profit.

Im Verlaufe der Jahrhunderte haben die Chefideologen der westlichen Welt und seine Kritikerinnen zwar neue Argumente angehäuft, aber die grundlegende Fragestellung ist geblieben: was sind die universellen westlichen Werte und weshalb sind sie universell? Man und frau ersetze die spanische Krone und die Katholische Kirche durch die NATO und die UNO – und schon sind wir mittendrin in der heutigen Ideologisierung des Gutmenschentums.

Wallersteins zweite Vorlesung dreht sich um den Orientalismus als eine Spielart der westlichen universellen Werte, woran sich die Frage anschließt, ob es möglich sei, ein Nicht-Orientalist zu sein. Dem westlichen Orientalismus einen Okzidentialismus entgegenzusetzen, hilft jedenfalls nicht weiter, auch wenn sich hiermit die eine oder andere Erkenntnis über die westliche Bigotterie gewinnen läßt. Allein – die Bigotterie der anderen Seite bleibt unbelichtet. Hinzu kommt eine neue Spielart der sozialwissenschaftlichen Erkenntnis: die Postmoderne. Sie definiert sich gerade dadurch, daß sie keine ethischen Fundamente kennt, sondern sich dem Relativismus und damit der Abkehr der Erkenntnis von Wahrheit verschreibt. In gewisser Weise ist der Postmodernismus eine Begleiterscheinung des alle sozialen Verhältnisse auflösenden Neoliberalismus.

Immanuel Wallersteins dritte Vorlesung dreht sich folglich um die Frage, wie wir die Wahrheit erkennen können. Sein Buch Die Barbarei der anderen ist so betrachtet eine Herausforderung. Sie fordert uns auf, geistig schon das vorwegzunehmen, was eine noch zu erkämpfende nichtkapitalistische Gesellschaft erst noch erreichen muß. Dieses Buch über den europäischen Universalismus und seine Überwindung ist letztes Jahr im Verlag Klaus Wagenbach zum Preis von 10 Euro 90 erschienen.

 

Hier und heute

Jingle Alltag und Geschichte

Ihr hörtet eine Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte bei Radio Darmstadt über einen mörderischen Winter im Hürtgenwald und die Besprechung eines Buchs über den europäischen Universalismus. Hierbei habe ich die von der Konejung Stiftung : Kultur produzierte DVD You Enter Germany und das Buch Die Barbarei der anderen von Immanuel Wallerstein vorgestellt.

Diese Sendung wird voraussichtlich wiederholt; und zwar in der Nacht zum Dienstag gegen 23.00 Uhr, sowie am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr und am Dienstagnachmittag ab 14.00 Uhr. Das Manuskript zur Sendung werde ich in den nächsten Tagen auf meine Webseite hochladen: www.waltpolitik.de.

Ich danke der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt für ihre Unterstützung bei der Vorproduktion dieser Sendung und weise noch auf die folgende Sendung der Kulturredaktion über Politische Kultur hin. Vielleicht kann der für diese Sendung verantwortliche Redakteur Rüdiger Gieselmann etwas mit dem Gedanken anfangen, wenn ich diese von ihm hochgehaltene politische Kultur als eine des Ostrakismos bezeichne. Der Ostrakismos war im antiken Athen eine beliebte Methode, politische Gegner mundtot zu machen. Bezogen auf hier und heute denke ich, es werden auf der einen Seite Werte proklamiert, die auf der anderen Seite mit Füßen getreten werden. Rüdiger Gieselmann stellte am 11. Februar seine neue Sendereihe Politische Kultur hier bei Radio Darmstadt vor. Seine programmatischen einführenden Worte seien hier noch einmal wiedergegeben:

Stoff für unsere Sendungen Politische Kultur sind zunächst solche Diskussionen, ob es nicht für alle demokratischen Parteien etwas Verbindendes gäbe. Etwas, was alle miteinander verpflichtet, also eine politische Kultur. Daß man mit jedem noch reden kann, und die anderen, auch die politischen Gegner, nicht verflucht und verteufelt. [15]

Vielleicht mag Rüdiger Gieselmann hier an die Ausgrenzungskampagne der CDU im soeben zuende gegangenen hessischen Landtagswahlkampf gedacht haben. Aber sollten wir nicht erst vor unserer eigenen Haustüre kehren, bevor wir mit unserem Finger auf Andere zeigen? Derselbe Rüdiger Gieselmann, der hier die politische Kultur des Miteinanders predigt, hatte ohne Not im Januar 2007 als Sprecher seiner Redaktion Ausgrenzung aktiv mitbetrieben. Er stimmte damals für drei rechtlich unhaltbare Sendeverbote, um eine unliebsame Kollegin und zwei ungeliebte Kollegen aus dem Sendehaus auszugrenzen [16]. Bis heute ist er mir eine Erklärung für dieses Verhalten, das ganz und gar einer ganz bestimmten verteufelnden politischen Kultur entspringt, schuldig geblieben. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Reginald William Thompson : Die Schlacht um das Rheinland, Huber & Co. [1960], Seite 96.

»» [2]   Möglicherweise hatten auch die Logistiker der US Army 1944 die Flüsse Rur und Ruhr verwechselt.

»» [3]   Das wären mehr US-amerikanische Tote als während des gesamten Vietnam-Kriegs. Offensichtlich wird die US-Variante des Begriffs Verluste (casualties) unbesehen mit Toten gleichgesetzt, obwohl zu den casualties auch verletzte und gefangen genommene Soldaten zählen. In der englischen Wikipedia findet sich [am 16.04.2008] daher folgender Eintrag: "In military usage, casualties usually means all persons lost to active military service, which comprises those killed in action, killed by disease, disabled by physical or mental injuries, captured, deserted, and missing, but does not include injuries which do not prevent a person from fighting. The sum of casualties is known as the casualty count."

»» [4]   Thompson Seite 58–60.

»» [5]   Thompson Seite 62–63.

»» [6]   Ernest Mandel: Der Zweite Weltkrieg, ISP Verlag [1991]. Siehe hierzu auch meine Besprechung in der Sendung Der Zweite Weltkrieg und der Kalte Krieg vom 14. März 2005 bei Radio Darmstadt.

»» [7]   Jacques Pauwels : Der Mythos vom guten Krieg, PapyRossa Verlag [2001]. Siehe hierzu meine Besprechung in der Sendung Raubzüge vom 13. Mai 2002 bei Radio Darmstadt.

»» [8]   Im Film Die Rollbahn erzählen ehemalige jüdische Zwangsarbeiterinnen, daß sie sich über die Bombardements gefreut hatten, ohne hierbei auf ihr Leben zu achten. Sie standen mit dieser Haltung unter den Zwangsarbeiterinnen und KZ-Insassen nicht alleine da.

»» [9]   Thompson Seite 230.

»» [9a]   Der "gute Zweck" besteht in der Aufteilung und Beherrschung von Märkten, von Rohstoffquellen und des "Humankapitals".

»» [10]   Die Redaktion Radiowecker wurde im Herbst 2006 vom Programmrat von Radio Darmstadt und von der Mehrheit des Vorstands seines Trägervereins gezielt zerschlagen. Zwei Redaktionsmitglieder wurden unter fadenscheinigen Gründen, ohne rechtliches Gehör und mit nachträglicher Protokoll-Verschlimmbesserung aus dem Verein ausgeschlossen. Soviel zum Thema politische Kultur bei Radio Darmstadt.

»» [11]   Projekt 2508 Kultur- und Tourismusmarketing GmbH (Hg.) : Der Westwall in der Eifelregion. Aktuelle Nutzungen, touristische Potentiale und Möglichkeiten einer Vermarktung, Bonn, Februar 2008, Seite 3.

»» [12]   Projekt 2508, Seite 9.

»» [13]   Projekt 2508, Seite 56.

»» [14]   Karola Fings : Zum Stand der wissenschaftlichen Verwertung des Westwalls, in: Projekt 2508, Zitat auf Seite 10 des Anhangs.

»» [15]   Transkript auf Grundlage eines Sendungsmitschnitts.

»» [16]   Anlaß für die Sendeverbote waren a) eine Sendung von Walter Kuhl über den Zustand von Radio Darmstadt und b) der Vereinsausschluß von Katharina Mann und Norbert Büchner. Vorausgegangen war eine monatelange gegen diese drei Personen gerichtete Kampagne innerhalb des Trägervereins von Radio Darmstadt. Als die zuständige Landesmedienanstalt im Oktober 2007 bei einem sehr eindringlichen Besuch in den Senderäumen die Folgen dieses Sendeverbots-Beschlusses thematisierte, nämlich eine mögliche Nichtverlängerung der Sendelizenz, zog der Verein die drei Sendeverbote ohne weitere Begründung zurück. Statt dessen wurden zwei bestehende Hausverbote durch ein drittes ersetzt, um die drei Personen, die nun wieder senden durften, weiterhin genau daran zu hindern. Siehe hierzu die umfangreiche Dokumentation zu den Zuständen bei Radio Darmstadt seit April 2006.

 


 

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