Geschichte

Früher oder später

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Geschichte
Früher oder später
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 18. Oktober 2004, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Montag, 18. Oktober 2004, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 19. Oktober 2004, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 19. Oktober 2004, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Jörg Heinisch : Das Jahrhundertspiel, Agon Sportverlag
  • Norman Housley : Die Kreuzritter, Konrad Theiss Verlag
  • Im Land der Pharaonen, Palmyra Verlag
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/herstory/ge_foder.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung: Die nationale Identität
Kapitel 2 : Eine wehrhafte Demokratie braucht Panzer
Kapitel 3 : Lebenshilfe zur Selbstausplünderung
Kapitel 4 : Biometrische TouristInnen stehen vor verschlossenen Archiven
Kapitel 5 : Forscher, Schatzjäger und Fotografen
Kapitel 6 : Edle Kreuzritter morden mit edlen Motiven
Kapitel 7 : Galaktische Momente, bevor der Berti nach Schottland kam
Kapitel 8 : Schluß ist, wenn aus ist
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung: Die nationale Identität

Jingle Alltag und Geschichte

Früher oder später kommt sie doch ans Licht, die historische Wahrheit. Manchmal sind die Denkmäler jahrtausendelang unter Wüstensand oder Siedlungsschichten verschüttet geblieben. Manchmal schlummert die Erkenntnis in wohlgehüteten Archiven und wartet nur darauf, gesichtet, gelesen und interpretiert zu werden. Manche Wahrheiten sollen jedoch auch dem Wissen der Öffentlichkeit entzogen bleiben. Die Staatsraison erfordert es. Geschichtsforschung und Geschichtserkenntnis sind nie selbstbezogen oder interesselos. Genausowenig wie es die Kunst an sich gibt, gibt es Geschichte, Forschung und Wissenschaft nur an sich.

Die Geschichte des Abendlandes ist immer auch eine Geschichte der Aneignung, des Raubes, der Ausplünderung und der Fälschung. Interpretationen fallen nicht vom Himmel, sondern spiegeln die Interessen der herrschenden Klasse und ihrer wissenschaftlichen, künstlerischen und ideologischen Agenten wider. Das bedeutet nicht, daß diese Interpretationen wertlos sind, obwohl es manche sicher sind. Aber jede Erkenntnis verdient es, genauer analysiert und auch danach abgeklopft zu werden, wer uns mit welchem Interesse was erzählt.

Meine heutige Sendung wird sich mit verschiedenen Facetten dieser Geschichte beschäftigen. Es wird dabei um Waffenlieferungen für Folterstaaten, um nicht stinkende Geschäftsbeziehungen zu autoritären Regimes, um verschlossene Archive, auf Bildern festgehaltene Idyllen und um historische Erinnerungen gehen. Angesichts einer ziemlich niveaulosen Debatte um die Deutschquote nach dem Motto "ich deutsche, also bin ich" habe ich beschlossen, die 40%-Vorgabe gnadenlos umzusetzen. Also texte ich auf Deutsch und gestalte die musikalischen Pausen in den anderen Sprachen dieser Erde [1].

Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist am Mikrofon Walter Kuhl. Apropos "ich deutsche". Ihr kennt das Verb deutschen nicht? Nun, dem kann ich abhelfen.

Lisa Fitz : Nationale Identität

 

2

Eine wehrhafte Demokratie braucht Panzer

Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist in Gefahr. Das behaupten zumindest unsere Wirtschaftsweisen, Spitzenpolitikerinnen und Kapitallobbyisten. Dabei exportiert Deutschland weiterhin wie ein Weltmeister, woraus wir messerscharf schließen können, daß die Ausbeutungsbedingungen in Deutschland im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht sein können. Daß die Binnenkonjunktur nicht funktioniert, hat jedoch seine ganz speziellen und erwünschten Gründe. Wer den Konsum abwürgt, darf sich nicht über geschlossene Karstadt-Filialen wundern. Und wenn es nicht Karstadt ist, dann trifft es morgen die Konkurrenz.

Deshalb haben die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien beschlossen, daß Geld nicht stinkt [2]. Unser Möchtegern-Oberbürgermeister Walter Hoffmann unterstützt seinen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement beim Kungeln mit Wladimir Putin und applaudiert hierzu begeistert und konsequent dem Warlord von Tschetschenien [3].

Joschka Fischer pflegt den kritischen Dialog mit den Mullahs, damit der Iran auch in Zukunft fleißig Produkte deutscher Wertarbeit einkauft. Und was sind diese Produkte deutscher Wertarbeit? Nun – vergangene Woche hat die Bundesregierung deutlich gemacht, daß die Türkei zur Förderung der Demokratie und der Menschenrechte vor allem eines benötigt: Panzer [4]. Darin sollten wir jedoch keinen Skandal sehen, denn Menschenrechte, Demokratie und ein militaristisches Sendungsbewußtsein gehören untrennbar zusammen. George Dubya Bush ist hier bekanntlich der perfekte Lehrmeister.

Die Grünen, also die Partei, die Ende der 70er Jahre einmal angetreten war, die Welt gewaltfrei verändern zu wollen – diese Grünen finden überhaupt nichts dabei. Wahrscheinlich schlafen die Grünen und auch die 20% in Darmstadt, die jeden grünen Sandsack wählen würden, den Schlaf der Gerechten. Und sie träumen sicherlich davon, daß die Türkei die deutschen Panzer allenfalls dafür benutzen wird, um einen Besen hintendran zu hängen und damit die Straßen zu kehren.

Unser aller Bundeskanzler Gerhard Schröder setzt hier noch einen drauf. Er besuchte Oberst Gaddafi von Libyen, um nach dem Ende der UN-Sanktionen einer der ersten an den lukrativen Fleischtöpfen der nordafrikanischen Erdölregion zu sein. 80 Manager wollten den Kanzler begleiten, nicht für alle war in der Kanzlermaschine Platz. Kein Wort davon, daß Gaddafi noch vor Jahren des Terrorismus beschuldigt wurde, wobei auch hier der Beweis erst noch zu erbringen wäre. Wie auch immer: Ein geläuterter Staatsmann wie Gaddafi zahlt einfach seine Opfer aus und darf dann wieder ein geachtetes Mitglied der kapitalen Gesellschaft sein.

Denn wie gesagt, Geld stinkt nicht. Spannend und irgendwie typisch ist es jedoch, daß der Panzerkanzler seine Augen und Ohren verschloß, als Libyens Revolutionsführer auf die deutschen Hinterlassenschaften im 2. Weltkrieg hinwies. Deutsche Panzer – ja, deutsche Minen – nein. Um den tödlichen Schrott, den wir früher liegen gelassen haben, kümmern wir uns doch heute nicht mehr [5]. Wir produzieren lieber neuen tödlichen Schrott. Mord ist unser Geschäft.

Das – und nichts anderes – ist die Moral derer, die sich für die Elite dieses Landes halten. Und mit derselben Moral quälen sie uns an ganz anderen Stellen, nachhaltig, wie das heute so schön auf Ökodeutsch heißt. Hierzu mehr im nächsten Beitrag.

 

Lebenshilfe zur Selbstausplünderung

In den vergangenen Wochen sind Arbeits- und Sozialämter in die Offensive gegangen. Nachdem offensichtlich wurde, daß der Zeitplan zur Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II zum Jahresende nur mit äußerster Anstrengung einzuhalten ist, üben sie Druck aus. Das Arbeitsamt Darmstadt beispielsweise hat seine Klientel angeschrieben, sie möge sich doch einfinden und sich beim Ausfüllen der Antragsbögen helfen lassen. Nun sollte man und frau hier nicht allzu viel Menschenfreundlichkeit erwarten. Zwar heißt es dort:

Sicher haben Sie viele Fragen zu diesem Thema. Eventuell benötigen Sie auch Erläuterungen zu dem Antragsvordruck [...]. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Ihnen hierzu ihre Hilfe an.

Aber davon sollte man und frau sich nicht einlullen lassen. Das Arbeitsamt ist nicht dein Freund und Helfer, sondern eine Agentur, welche den Arbeitsmarkt so richtig aufmischen soll. Arbeitslose sind die Manövriermasse des Kapitals, um dessen Herzenswunsch nach Billiglohnjobs und deregulierten Arbeitsverhältnissen zu bedienen. Daß dieses Kapital ein Nimmersatt und nie zufrieden zu stellen ist, hat BDI-Präsident Michael Rogowski am 6. Oktober in einem Interview mit der rechtskonservativen Zeitung DIE WELT [6] noch einmal deutlich herausgestellt:

Wir müssen die tariflichen Untergrenzen durchbrechen,

sagt er, wohl wissend, daß es in einzelnen Branchen Tariflöhne gibt, die allenfalls als Hungerlöhne durchgehen können. Aber ein Nimmersatt wie er ist natürlich finanziell bestens gebettet und muß sich keine Sorgen darüber machen, wie er Miete, Lebensmittel und Heizkosten bezahlen soll. Diese Sorgen sind natürlich auch nicht das Problem des Darmstädter Arbeitsamts. Wie bei allen Arbeitsämtern gibt es auch hier interne Vorgaben, wieviele Arbeitslose möglichst effektiv auszunehmen oder gleich ganz aus dem Leistungsbezug auszuschließen sind.

Und dann frage ich euch: wer von euch würde freiwillig sein Innerstes einer wildfremden Person offenbaren? Eben. Daher bedarf es nach der Logik der Arbeits- und Sozialbehörden fremder Hilfe, um uns dazu zu verhelfen, einsichtig zu sein und an der eigenen Ausplünderung mitzuwirken.

In Frankfurt reichte diese fremdverordnete Einsicht offensichtlich nicht aus, weshalb die dortigen Sozialbehörden den Druck einfach und vor allem illegal erhöhten. In einigen Stadtteilen Frankfurts wurde die Zahlung der Sozialhilfe ohne weitere Begründung bei potentiellen Arbeitslosengeld II-Bezieherinnen und –Beziehern eingestellt. Erst wenn diese so unter Druck gesetzten, weil finanziell trockengelegten Menschen ihren Antrag abgegeben hatten und dies auf entsprechenden Listen vermerkt worden war, erhielten sie die ihnen zustehende Sozialhilfe ausgezahlt [7].

Das Darmstädter Echo schreibt natürlich nicht über derartige Praktiken, sondern macht sich zum Verlautbarungsorgan der Arbeits– und Sozialämter. Es fordert regelmäßig bedenkenlos zum schnellstmöglichen Abgeben der Antragsformulare auf.

Deshalb an dieser Stelle noch einmal die Aufforderung

  1. sich nicht unter Druck setzen zu lassen,
  2. die Antragsbögen gewissenhaft immer so auszufüllen, daß es nicht zum eigenen Schaden gereicht, was schwierig genug ist,
  3. rechtzeitig Maßnahmen zu treffen, eigenes Vermögen so zu bunkern, daß kein Zugriff darauf erfolgen kann,
  4. sich ausgiebig nicht etwa von den selbsternannten Freundinnen und Helfern des Arbeits– oder Sozialamtes beraten zu lassen, sondern von Menschen, welche die Fallstricke der Antragsformulare kennen und deshalb im Sinne der Antragstellerinnen und Antragsteller beraten können, und
  5. die Antragsformulare frühestens Mitte Dezember abzugeben.

Selbst wenn diese gnadenlose Plündertour namens Hartz IV nicht zu verhindern sein sollte, so gibt es keinen Grund, auch noch freiwillig und in vorauseilendem Gehorsam an der eigenen Erniedrigung mitzuwirken. Besser Sand ins Getriebe, als diese Maschine auch noch zu ölen.

Diese organisierte Plünderungstour wird zudem begleitet von offensichtlich unwahren Propagandameldungen. So behauptete Wolfgang Clement beispielsweise am 17. August, daß Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II mit den ihnen zugemuteten Ein-Euro-Jobs bis zu 1000 Euro netto verdienen könnten. Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft legte am Tag darauf nach und sprach von 978 so zu verdienenden Euro. In der Tat – das ist möglich, nämlich mit einer 80-Stunden-Arbeitswoche! Wenn also schon der Boß aller Arbeitsämter derartige Behauptungen von sich gibt, wie mag dann die Hilfe und Beratung durch seine Untergebenen aussehen? [8]

Also, wie gesagt: abwarten, sich informieren, und die Anträge erst Ende Dezember abgeben. Allerdings löst dieses individuelle Verhalten nicht das Problem, wie kollektiver Widerstand gegen die Zumutungen der rot-grün-schwarz-gelben Koalition organisiert werden kann. Notwendig wäre es, keine Frage. Allerdings halte ich in diesem Zusammenhang nicht viel von Aussagen wie:

Was muß in diesem Land noch passieren, damit sich die Menschen wehren?

Wir dürfen nämlich nicht vergessen, daß eine moderne kapitalistische Leistungsgesellschaft über eine hochgradig organisierte Atomisierung funktioniert. Jahrelang kommt eine Zumutung nach der anderen, jahrelang wird Ohnmacht erlebt, jahrelang wird man und frau regelrecht vorgeführt. Woher soll denn dann Widerstand entstehen? Durch hilflose ritualisierte Kundgebungen, Demonstrationen und Streiks? Kaum.

Es macht wenig Sinn, die Menschen nur aufzurufen, auf unseren Demonstrationen und Kundgebungen vorbeizuschauen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, die ganz konkreten Menschen mit ihren ganz konkreten Problemen aufzusuchen, um sie für eine Gesellschaft zu gewinnen, in der sie nicht auf der Verliererseite stehen.

 

Biometrische TouristInnen stehen vor verschlossenen Archiven

Auf meinem Schreibtisch fand ich bei der Vorbereitung zu dieser Sendung noch eine Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts vor, die ich euch nicht vorenthalten will. Unter der Überschrift Mit einem Fingerabdruck zum Kino heißt es dort zu einem Wettbewerb im Technologie– und Innovationszentrum am 7. Oktober [2004]:

Ebenfalls innovativ ist die Idee, einen »Tourist-Lotsen« in einer Stadt zu etablieren. Gezielt verteilte Terminals, die über den biometrischen Fingerabdruck zugänglich sind, informieren Touristen und Passanten über Sehenswürdigkeiten, Serviceeinrichtungen, Wetter oder aktuelle Veranstaltungen. Bereits geplant ist, ein Referenzsystem in der Holzstadt Wismar zu etablieren. [9]

Verratet es mir: wozu benötige ich einen biometrischen Fingerabdruck, um mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen zu lassen? Gelte ich als Tourist als Sicherheitsrisiko und muß mich deshalb zuvor durchchecken lassen? Wenn ich wissen will, ob es morgen regnet, wozu benötige ich ein Terminal, das nicht frei zugänglich ist? Einmal abgesehen vom Überwachungseffekt und der damit verbundenen rasterfahndungsmäßigen Datenspur, die ich hinterlasse – ganz offensichtlich soll ich in Zukunft für jede Information entsprechend löhnen. Was das Mautsystem für die LKWs, das scheint die biometrische Terminalstation für die Bürgerinnen und Bürger zu sein. Allzeit abzockbereit.

Dies sind die wahrhaft – oder soll ich sagen: wahnhaft? – innovativen Ideen der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Allerdings geben derartige Ideen auch einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Jahrzehnten erwartet: Überwachen, Ruhigstellen, Abkassieren. Jede Faser unseres Lebens wird vorgeplant, um sie bestmöglichst verwertbar zu gestalten. Ganz offensichtlich sind dies die Erfindungen, die in diesem Land benötigt werden – so wie die Türkei unserer Panzer bedarf und wir unsere Kapitalisten am besten zu Gaddafi ins Exil schicken.

Was mag wohl unser Überwachungsminister Otto Schily dazu sagen? Nun, der sitzt in Berlin und sorgt dafür, daß die Geschichte dieses Landes in trockenen Tüchern bleibt. Wie das? – werdet ihr fragen. Nun – die Archive dieses Landes könnten uns verraten, was in der Nacht zum 18. Oktober vor 27 Jahren im sichersten Knast der Welt, nämlich in Stuttgart-Stammheim, geschah. Zur Erinnerung: nach der Entführung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und der Erstürmung der Lufthansa-Maschine Landshut in Mogadischu wurden am Morgen darauf Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe tot aufgefunden. Irmgard Möller, die ihre schweren Verletzungen überlebte, sprach anschließend davon, daß kein kollektiver Selbstmord vereinbart war [10]. Erstaunliches trat zu Tage: ein Strick, der fürs Erhängen zu kurz war, Waffen, die eingeschmuggelt gewesen sein sollten, obwohl die Kontrolle total war, eine Videoüberwachung, die zufällig zum richtigen Zeitpunkt ausfiel, und ein Plastikmesser, das schwerste Verletzungen verursacht haben soll. Gewisse Parallelen zum Tod von Ulrike Meinhof anderthalb Jahre zuvor waren nicht zu übersehen.

Und hier kommt wieder Otto Schily ins Spiel. 1976 war er nämlich Verteidiger im Stammheimer RAF-Prozeß und forderte eine lückenlose Aufklärung der ziemlich dubiosen Begleitumstände des nie nachgewiesenen Selbstmordes. Tja, und was hat ein rot-grüner Staatsmann fast drei Jahrzehnte später hierzu zu sagen? Nichts. Obwohl bekannt ist, daß damals die Gefangenen in Stammheim abgehört wurden, werden die entsprechenden Akten nicht freigegeben [11]. Wer hat hier was zu verbergen? Otto Schily, bitte antworten!

 

Forscher, Schatzjäger und Fotografen

Besprechung von: Im Land der Pharaonen, Palmyra Verlag 2004, € 29,90

Derzeit ist im Hessischen Landesmuseum die Ausstellung Forscher und Schatzjäger zu besichtigen. Gezeigt werden Exponate, die im 19. Jahrhundert Reisende aus Darmstadt und Umgebung haben mitgehen lassen. Genau genommen handelt es sich also um Raubkunst. Lassen wir jedoch einmal dahin gestellt, wem die Kulturgüter der Vergangenheit gehören oder wo sie aufbewahrt werden sollten. Versetzen wir uns statt dessen ein wenig in die Lage der Reisenden der damaligen Zeit. Die Ausstellung im Hessischen Landesmuseum geht ja auch ein wenig darauf ein, wie die etwas besser Betuchten vor über einhundert Jahren Ägypten bereisten.

Passend hierzu ist im September im Heidelberger Palmyra Verlag ein Band erschienen, der uns das Ägypten zu Beginn des 20. Jahrhunderts näher bringt. Zwei Europäer, der 1878 in Böhmen geborene Rudolf Lehnert und der im selben Jahr in Sachsen zur Welt gekommene Ernst Landrock, zog es anfangs des 20. Jahrhunderts nach Tunesien. Das gemeinsame Geschäft in Tunis wurde bei Ausbruch des 1. Weltkriegs versiegelt – Tunesien war damals noch französische Kolonie. Nach Ende des Krieges gelingt es Lehnert, nunmehr tschechoslowakischer Staatsbürger, seinen Besitz zurückzuerhalten.

Beide zieht es, nachdem sie mehrere Jahre in Mitteleuropa verbracht haben, wieder nach Süden – diesmal nach Ägypten. Rudolf Lehnert fotografiert, während Ernst Landrock mehr für die Vermarktung zuständig ist. Der Band Im Land der Pharaonen zeigt eine vielseitige Auswahl aus Lehnerts Fotografien der 20er und 30er Jahre. Neben einer Vielzahl altertümlicher Motive hat er sich auch für die Menschen und ihr Lebensumfeld interessiert. Herausgekommen sind hierbei sicher viele stilisierte Abbildungen, aber eben auch das, was die Reisenden, die im Hessischen Landesmuseum gezeigt werden, gesehen haben dürften. Rudolf Lehnert starb 1948 in Tunesien, Ernst Landrock 1966 in der Schweiz.

Das von Lehnert in vielen Fotografien dargestellte mondäne Stadtleben der Metropole Kairo bedarf jedoch des Hinweises, daß auch Lehnerts Fotografien ein Stück weit das widerspiegelten, was die Reisenden in den Orient hinein projizierten. Dennoch handelt es sich hierbei um einen Bildband, den es zu betrachten lohnt. Neben den Menschen des Alltags sehen wir einen Zeppelin, der über Kairo fliegt. Die Pyramiden mit der Sphinx fehlen genauso wenig wie andere Motive aus den touristischen Zentren des alten Ägypten. Doch auch die Hafenstädte Alexandria und Port Said finden sich hierin wie auch der von den Briten 1912 fertig gestellte erste Assuan-Staudamm, damals die größte Talsperre der Welt.

Bei der auf Seite 144 als aus der Zeit von Amenophis II. bezeichneten Alabastersphinx der Tempelanlage von Memphis handelt es sich jedoch offensichtlich um dasselbe Denkmal, das auf Seite 145 oben als Sphinx von Amenophis III. bezeichnet wird. Das erste Foto ist sieben Jahre später gemacht worden und die Bodenveränderungen mögen täuschen. Aber die Sphinx ist ein– und dieselbe.

Im Land der Pharaonen ist ein Bildband mit 219 Schwarzweiß-Fotografien von Rudolf Lehnert und Ernst Landrock. Als Ergänzung zur Ägypten-Ausstellung im Hessischen Landesmuseum vermittelt er einen Einblick in das, was europäische Reisende in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehen und erfahren konnten. Der mit einem einführenden Text von Walter M. Weiss versehene Band ist im Palmyra Verlag zum Preis von 29 Euro 90 erschienen.

 

Edle Kreuzritter morden mit edlen Motiven

Besprechung von: Norman Housley – Die Kreuzritter, Konrad Theiss Verlag 2004, € 24,90 [ab 2005: € 29,90]

Von Anfang April bis Ende September war im Dommuseum in Mainz die Ausstellung Kein Krieg ist heilig über die Kreuzzüge zu sehen. Einmal abgesehen von dem seltsamen museumspädagogischen Ansatz, die Kids in christlichen Ritterrüstungen zu stecken, anstatt sie mit den Errungenschaften muslimischer Waffenkunst vertraut zu machen, handelte es sich um eine Ausstellung, die versuchte, keiner und niemandem so richtig weh zu tun.

Nun gehören die Kreuzzüge nicht nur zum christlichen Erbe, sondern wirken bis heute fort. Es ist nicht nur das fundamentalistische Amerika, das den Kreuzzugsgedanken schürt, sondern das Erbe der Kreuzzüge fließt auch in das Weltbild der islamischen Kultur ein. Die Bösen sind somit auf beiden Seiten schnell ausgemacht. Wobei die historische Wahrheit eindeutig ist: es waren die christlichen Truppen, christlich motivierte Soldaten, welche brandschatzend und mordend in Syrien und Palästina eingefallen sind.

Der britische Historiker Norman Housley geht in seinem im Frühjahr bei Theiss herausgebrachten Buch über Die Kreuzritter einen etwas anderen Weg. Anhand vierer Basistexte, welche von Kreuzfahrern für Kreuzfahrer zwischen etwa 1100 und 1400 geschrieben worden sind, versucht der Autor, so etwas wie eine Psychologie der Kreuzfahrerbewegung herauszuarbeiten. Auch wenn nicht immer klar wird, ob die Texte und ihre zugrunde liegenden Motive als repräsentativ angesehen werden können, so vermittelt der Autor dennoch ein ziemlich klares Bild davon, warum Menschen im Namen Christi begeistert in den Krieg gezogen sind.

Norman Housley warnt davor, unser heutiges rationales Weltbild zur Erklärung mittelalterlicher Verhaltensweisen heranzuziehen. Was uns heute als irrational erscheint, wurde im Mittelalter vollkommen anders gesehen. Eine kapitalistische Gesellschaft hat eben ein anderes rationales Moment als eine mittelalterliche Gesellschaft, deren Grundpfeiler eine religiöse Ideologie ist. Also müssen die religiösen Motive der Kreuzfahrer auch dann ernst genommen werden, wenn sie sich mit nach unseren Maßstäben weltlichen Motiven vermischen und als Propaganda erscheinen.

Ein typischer Fall ist die Eroberung und Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204. Norman Housley argumentiert hier gegen verschwörungstheoretische Vorstellungen, nach denen die Venezianer zur Ausschaltung ihrer byzantinischen Konkurrenten und zur Eroberung fremder Märkte den 4. Kreuzzug für sich instrumentalisiert hätten. Auch wenn ich denke, daß der Autor hier die Macht des Geldes und die damit verbundene Rationalität unterschätzt, ist sein Argument durchaus zu erwägen.

Es eröffnet uns die Möglichkeit, die Kreuzzüge durch die Brille ihrer handelnden Subjekte zu betrachten – ohne der damit verbundenen Ideologisierung auf den Leim zu gehen. Sicherlich unterschätzt Housley hierbei den verlogenen Charakter kirchlicher Motive. Er schreibt:

Das Interesse der Kirche war die ganze Zeit über vielmehr, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die das Kreuz nahmen, aus echter Frömmigkeit handelten. [12]

Wenn man und frau bedenkt, daß die Kirche der damaligen Zeit Machtpolitik betrieb, ihre Untertanen ausplünderte und sich bereicherte, dann hat diese Frömmigkeit immer auch einen ziemlich bigotten Beigeschmack. Und dieser Beigeschmack – so denke ich – ermöglichte es erst, daß die Kirche im Verbund mit Königen und Rittern kriegerische Expeditionen ins Leben rufen konnte, welche nicht nur auf das Seelenheil, sondern durchaus auch auf materiellen Gewinn gerichtet war. Frömmigkeit war hierbei hilfreich zur Rekrutierung der Kreuzfahrer, aber beileibe nicht das einzige und vielleicht nicht einmal das bestimmende Motiv.

Wenn wir diesen Zusammenhang im Hinterkopf behalten, wird das Buch über Die Kreuzritter zu einer erhellenden und spannenden Reise durch die Zeit der Kreuzzüge. Ob wir dann das Urteil des Autors teilen müssen, wenn er schreibt?:

Es ist ziemlich vernünftig, die Kreuzzugsbewegung abscheulich zu finden, sie aber nicht als materialistischen Wolf im Schafspelz der Frömmigkeit abzutun. [13]

Ich bin da skeptisch. Andererseits wird es wohl schon so gewesen sein, daß die Kreuzzugsbewegung sich aus den religiösen Vorstellungen ihrer Zeit speiste und keinesfalls im Widerspruch zur christlichen Lehre stand. Was auch bedeutet: Raub, Mord und Plünderung waren unter bestimmten Umständen nicht nur erlaubt, sondern bildeten geradezu einen wichtigen Aspekt gelebter Spiritualität, so seltsam uns das auch vorkommen mag. Housleys Exkurs zur Kriegsführung des Deutschen Ordens im damaligen Preußen und Litauen im 14. Jahrhundert verdeutlicht, wie hier Ehre, Ritterlichkeit und christliche Motive einhergingen mit selbstverständlicher Brutalität den Feinden gegenüber. Genau dies machte die ritterliche Ehre erst aus.

Wie sehr ambivalente moralische Vorgaben zu äußerster Grausamkeit führen konnten, zeigt das Beispiel der Judenpogrome zu Beginn des 1. Kreuzzugs. Während die Kirche die Judenverfolgung zumindest offiziell ablehnte, so bestand für die Kreuzfahrer selbst kein Widerspruch darin, mit dem Morden und dem Vertreiben der Feinde der Christenheit gleich zu Hause anzufangen. Es handelt sich also nicht um einen unorganisierten Pöbel oder um Psychopathen, die hier zu Werke gingen. Gleich von Anfang an zeigte sich der wahre Charakter der Kreuzzugsbewegung in ihrem Tun, noch bevor das Ziel erreicht war.

Vergessen wir dabei nicht: auch bei der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 zeigte sich die gleiche christliche Erbarmungslosigkeit, wobei zu beachten ist, daß die üblichen dreitägigen Raub–, Vergewaltigungs– und Mordorgien seit der Antike eine historische Konstante bilden, welche das Heer zusammenhalten, den Streß abbauen und die Herrschaftsverhältnisse absichern sollen.

Der Punkt ist jedoch: All dies befand sich im Einklang mit den mittelalterlichen Glaubensvorstellungen. Die Erbarmungslosigkeit heutiger christlicher Fundamentalistinnen und Fundamentalisten hingegen entstammen der Rationalität des Besitzbürgers. Im Endergebnis mag dies keinen Unterschied machen. Aber für das Begreifen und Bewerten historischer Zusammenhänge ist die Kenntnis verschiedener Motivationslagen wichtig.

Norman Housleys 208 Seiten umfassendes Buch über Die Kreuzritter erlaubt es, diese Zusammenhänge und Unterschiede klarer herauszuarbeiten. Es ist bei Theiss erschienen und kostet als Einführungspreis bis Ende des Jahres 24 Euro 90 und ab 2005 29 Euro 90.

 

Galaktische Momente, bevor der Berti nach Schottland kam [14]

Ein gänzlich anderes Werk ist das im Agon Sportverlag herausgebrachte Buch über Das Jahrhundertspiel zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt am 18. Mai 1960 im Glasgower Hampden-Park. Auch wenn wir uns in der Hauptstadt der Lilien befinden und die Frankfurter Eintracht zu einer mittelmäßigen Gurkentruppe der 2. Liga mutiert ist, so mag es doch für die eine oder den anderen von Interesse sein, auf fußballerische Zeiten zurückzublicken, in denen Tore etwas häufiger fielen als heute.

Der Begriff Jahrhundertspiel mag übertrieben erscheinen. Doch jede Generation, jedes Land und vielleicht auch jede Fankultur hat ihre Highlights, an die sie sich gerne zurückerinnert, ohne daß hiermit tatsächlich reale Geschehnisse verbunden wären. So gilt die Europameisterelf von 1972 als eine der besten deutschen Mannschaften, während Sepp Maier wahrscheinlich nicht einmal zu Unrecht von Schlafwagenfußball spricht [15]. Das heißt: wir müssen die Entwicklung des Fußballs nicht nur hin zu einer durchkommerzialisierten Veranstaltung im Auge behalten, sondern auch die damit verbundenen taktischen und spielerischen Möglichkeiten und Grenzen.

Ein Endspiel wie das in Glasgow 1960 wäre heute einfach undenkbar, ein glatter Anachronismus. Es war der fünfte Titel für Real Madrid hintereinander und der vorerst letzte. Eintracht Frankfurt spielte – wie alle Jubeljahre wieder – Fußball von einem anderen Stern, ohne daß dies letztendlich zum Erfolg führte. Nach zwei klaren Halbfinalsiegen gegen die Glasgow Rangers war dann die Mannschaft um Alfredo di Stefano und Ferenc Puskas doch eine Nummer zu groß. Allerdings stellte sich Frankfurt auch nicht hinten rein – damals versuchten selbst die Underdogs ihr Glück in der Offensive.

Jahrhundertspiel? Die englische Nationalmannschaft verfolgte das Spiel in Budapest vor dem Fernseher. Kommentar: "Wir haben niemals so etwas wie das gesehen. [...] Wir haben alles mit offenen Mündern verfolgt." [16] Das Spiel endete 7:3 – vielleicht wirklich das beste Endspiel eines Europapokals.

Jörg Heinisch verfolgt die eigentlich ziemlich durchwachsene Saison der Eintracht in der Oberliga Süd – man wurde nur Dritter – und den Weg ins Finale des Europapokals mit Spielberichten, Interviews und Augenzeugenberichten. Vielleicht erklärt sich die Legende auch daraus, daß dem verlorenen Endspiel zwei weitere Sternstunden gegen Glasgow vorausgingen. Fans der Eintracht werden sicher ihr Vergnügen an diesem 166 Seiten starken Band haben. Es ist im Agon Sportverlag erschienen und kostet 9 Euro 90.

 

Schluß ist, wenn aus ist

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit einer Randbemerkung zur Deutschquote ("ich deutsche, also bin ich", Lisa Fitz), mit Panzern für die türkische Demokratie, einem Bundeskanzler, dessen Geld nicht stinkt, Machenschaften rund ums Arbeitslosengeld II, einem tourismusfördernden biometrischen Fingerabdruck, geschlossenen Archiven zu Stammheim und drei historisch orientierten Büchern. Es sind dies:

  • Im Land der Pharaonen mit historischen Fotografien von Rudolf Lehnert und Ernst Landrock aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, erschienen im Palmyra Verlag
  • Die Kreuzritter von Norman Housley aus dem Theiss Verlag
  • Das Jahrhundertspiel von Jörg Heinisch über das torreichste aller Europapokal-Endspiele zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt 1960, erschienen im Agon Sportverlag

Diese Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte wird in der Nacht zum Dienstag um 23 Uhr, am Dienstag nach dem Radiowecker um 8 Uhr und noch einmal am Dienstagnachmittag um 14 Uhr wiederholt. Das Sendemanuskript wird in den nächsten Tagen auf meiner Homepage nachzulesen sein: www.waltpolitik.de. In wenigen Minuten folgt für die Freundinnen und Freunde der Deutschquote der Heinerkult, eine Sendung der Kulturredaktion mit Christian Knölker. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Zur Deutschquote siehe auch meinen Radiowecker-Beitrag vom 3. Oktober 2004.
[2]   Obwohl dieser Spruch aus dem römischen 1. Jahrhundert stammt.
[3]   Siehe hierzu meine Extraseite zu Tschetschenien und meinen Beitrag zum idealen Oberbürgermeister.
[4]   Darmstädter Echo vom 13. Oktober 2004: "Panzer für die Türkei. Bundesregierung signalisiert Bereitschaft zum Export – Minister Fischer: Berlin wird veränderten Realitäten Rechnung tragen" (Seite 1) und "Neue Märkte für Waffen" (Seite 3)

[5]   Darmstädter Echo vom 16. Oktober 2004: "Schröder lobt Libyen" (Seite 1) und "Neuanfang im Beduinenzelt" (Seite 3). Wie sich der Kanzler diesen Neuanfang vorstellte, verrät Michael Fischer:

[...] Ein Thema schien Gaddafi besonders am Herzen zu liegen: Die Minen, die deutsche Wehrmachtstruppen im Zweiten Weltkrieg in der libyschen Wüste zurückgelassen hatten. Zur Veranschaulichung zeigte der Oberst dem Kanzler während des Essens sogar einen Film zum Thema und machte mit einem Laserpointer auf einer Landkarte die Problemregionen aus. Auch die Multimedia-Show konnte Schröder jedoch nicht dazu bewegen, Entschädigung zuzusagen. Mit dem Schatten – auch der libyschen – Vergangenheit wollte sich der Kanzler bei seinem Besuch nicht befassen. Das war in seinem Umfeld bereits zuvor deutlich gemacht worden. [...]
[6]   Michael Rogowski : "Hartz IV reicht nicht aus", in: Die Welt vom 6. Oktober 2004
[7]   Pressemitteilung der BAG-SHI und Doña Carmen vom 12. Oktober 2004: Druck zur Antragsabgabe kein Einzelfall. Freundliche Hilfe erhalten auch die Darmstädter SozialhilfeempfängerInnen. Sie werden vom Sozialamt eingeladen, um sich freiwillig zu offenbaren. Statt des Antragsbogens erhalten sie ein Einladungsschreiben zugesandt.
[8]   Siehe hierzu: Die PR–Lüge um die Ein– und Zwei-Euro-Jobs und Ein-Euro-Jobs: Noch viel zu viel Geld? Siehe hierzu auch die Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 20. August 2004: Zusatzjobs für Empfänger von Arbeitslosengeld II.
[9]   Presseinformation 35/2004 der INI-GraphicsNet vom 30. September 2004. Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung, beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme der TU Darmstadt. Weitere (internationale) Institutionen sind an dieses Netzwerk angeschlossen.
[10]  Siehe hierzu auch das Interview, das Oliver Tolmein mit Irmgard Möller 1997 geführt hat: »RAF – Das war für uns Befreiung«, Konkret Literatur Verlag
[11]  Der Aufruf, die Archive zu öffnen, bleibt natürlich weiterhin aktuell.
[12]  Norman Housley : Die Kreuzritter, Seite 190
[13]  Housley Seite 191
[14]  Berti Vogts kommt das sehr zweifelhafte Verdienst zu, mit einer mittelmäszlig;igen Mannschaft die Fußball-Europameisterschaft 1996 gewonnen zu haben. Tatsache ist jedoch, daß es 1996 außer der tschechischen Mannschaft kein Team gab, das Bertis Truppe ernsthaft hätte in Bedrängnis bringen können. Insofern war der Spruch Der Star ist die Mannschaft symptomatisch. Otto Rehhagel hat diesen Sachverhalt mit dem Sieg der griechischen Mannschaft 2004 nur auf die Spitze getrieben. Berti Vogts war in Deutschland als Trainer nie besonders beliebt und ging daher nach Schottland. Dort scheiterte er als Nationaltrainer. Hier ist jedoch fairerweise anzumerken, daß dieses Scheitern nicht ihm anzulasten ist, sondern an den Bedingungen des schottischen Fußballs liegt. Das Reservoir an brauchbaren Spielern ist ist faktisch in zwei Mannschaften versammelt – den Rangers und Celtic Glasgow. Das reicht vielleicht aus, um gegen deutsche Gurkentruppen zu bestehen, aber nicht, um sich für europäische oder gar irdische Titelkämpfe zu qualifizieren, geschweige in sie einzugreifen. Berti Vogts fand in Schottland nicht die Bedingungen vor, die es ihm ermöglicht hätten, das Beispiel von 1996 zu wiederholen.
[15]  Sepp Maier über Fouls, Fehlpässe und Frotzeleien: "Wahnsinn, wie wir gespielt haben", in: Folke Havekost / Volker Stahl : Fußballweltmeisterschaft 1974 Deutschland, Agon Sportverlag 2004, Seite 97
[16]  Zitiert in: Jörg Heinisch : Das Jahrhundertspiel, Seite 147

 

 

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