Göbekli Tepe
Einer der ausgegrabenen Steinkreise auf dem Nabelberg (Göbekli Tepe). Bild: Rolf Cosar.

Geschichte

Kulturell dressierte soziale Gewalt

Sendemanuskript

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 14. November 2011, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Montag/Dienstag, 14./15. November 2011, 23.10 bis 00.10 Uhr
Dienstag, 15. November 2011, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 15. November 2011, 14.00 bis 15.00 Uhr

Zusammenfassung:

Staatlich bezahlte Neonazis haben natürlich keinen Mordauftrag. Soziales Zusammenleben auf engem Raum muß eingeübt werden; dazu dienen sinnstiftende Monumente. Der mexikanische Präsident wird angeklagt und in Mexiko beherrscht eine Art von Bürgerkrieg ein zerrissenes Land. Literarische Landschafts­bilder versanden im Meer der Worte.

Besprochene Zeitschrift und besprochene Bücher:

Zur Neoliberalisierung von Radio Darmstadt und seinem Trägerverein und zur Ausgrenzung mehrerer Mitglieder meiner Redaktion seit 2006 siehe meine ausführliche Dokumentation.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung: Wenn Sicherheitsbeamte das Land mit Neonazis regieren 

Jingle Alltag und Geschichte

Wenn es noch eines Beweises dazu bedurft hätte, weshalb die organisierten Schnüffler dieser Republik, auch Verfassungs­schutz genannt, entlassen und ihre Behörden geschlossen werden sollten, dann mag der ziemlich bizarre Fall der thüringischen Neonazis, die möglicher­weise nicht nur eine Polizistin, sondern auch eine Reihe von Migranten umgebracht haben, hierzu dienen. Da wird in den 90er Jahren eine Neonazi­organisation, aus deren Reihen die Morde verortet werden, ausgerechnet vom Verfassungs­schutz geleitet, der sich ohnehin bekanntlich in den Reihen der NPD so fett eingenistet hat, daß man oder frau denken könnte, er halte sich diese Partei zu Übungszwecken.

Das mögen dann wohl die Sicherheits­beamten sein, von denen der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl im Bundestag zustimmend plauderte, sie würden unser Land regieren. Na, dann wundert mich ja gar nichts mehr. Wenn dann auch noch ausgerechnet die für ihre selektive Wahrnehmung einschlägig bekannte Bundes­anwaltschaft [1] die Ermittlungen an sich zieht, dann können wir schon jetzt eines mit Gewißheit voraussehen: uns wird eine Story präsentiert werden, die wir glauben können, die mit der Realität vermutlich jedoch nur wenig zu tun haben wird. Meint Walter Kuhl aus der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

Die Wunder der Medizin

Dann erreichte mich vor kurzem eine Pressmitteilung des Projekts Gute Pillen, schlechte Pillen, das aufgrund seiner kritischen Grundhaltung nicht im Verdacht steht, von der Pharma­industrie bezahlt zu werden, im Gegensatz übrigens zu Arzneimittel­studien, die mitunter eher einer Märchenstunde gleichen. In dieser Pressemitteilung heißt es:

Ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands ist älter als 65 Jahre. Dieses Drittel erhält etwa zwei Drittel aller verordneten Medikamente. Viele davon sind eine Hilfe, manche nicht. Bei älteren Menschen treten häufig unerwünschte Medikamenten­wirkungen auf, auch wenn sie ihre Arznei eigentlich korrekt einnehmen. Das hat mehrere Ursachen. Wirkstoffe werden in einem älteren Organismus anders verteilt und gespeichert. Da auch die Ausscheidung über die Nieren langsamer verläuft, wirken viele Arzneistoffe dadurch länger und stärker. Ein anderes Problem ist eine herabgesetzte Verträglichkeit. Beispielsweise machen viele Arzneimittel schwindelig. Diese Nebenwirkung ist für junge Menschen in der Regel banal und wird leicht kompensiert. Für ältere Menschen ist sie gefährlich: Sie stolpern, fallen hin und brechen sich so den Oberschenkelhals. Unglückliche Verstrickungen durch eingeschränktes Sehvermögen, dicke Teppiche als Stolperfalle und unerwünschte Wirkungen der Medikamente sind keine Seltenheit.

Und was tut man und frau am besten? Es gibt eine Liste, die Arzneistoffe enthält, welche für ältere Menschen eher ungünstig sind, die sogenannte Priscus-Liste, zu finden auf priscus.net. – Und damit komme ich zu etwas vollkommen Anderem.

 

Zivilisatorische Anfänge, in Stein gehauen

Besprechung von : Archäologie in Deutschland, Heft 5, September/Oktober 2011, 82 Seiten, € 9,95

Zeitgemäß kommt das Septemberheft der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ daher, wenn es auf dem Frontcover das Verhältnis von „Mensch und Klimawandel“ thematisiert. Zwar werden hier keine CO2-Emissionen angesprochen und auch nicht neue Wetterphänome diskutiert. Allenfalls wird beklagt, daß der massive, flächen­raubende Anbau regenerativer Energien vorhandene Boden­denkmäler systematisch zerstöre.

Doch ein Rückblick auf die jüngere Geschichte zeigt, daß klimatische Veränderungen zumindest vor rund 12.000 Jahren nicht spurlos an der damaligen wesentlich bevölkerungs­ärmeren Menschheit vorbeigegangen sein mögen. Womöglich ist es kein Zufall, daß kurz nach Ende der Eiszeit und den hierdurch beeinflußten Änderungen von Regenfällen und Trockenperioden das geschah, was ein wenig verkürzt als Neolithische Revolution bezeichnet wird.

In Anlehnung an den Begriff der „Industriellen Revolution“ für eine Entwicklung im 18. Jahrhundert, die womöglich stetiger und weniger abrupt erfolgt ist, prägte der marxistisch beeinflußte Prähistoriker Gordon Childe vor einem dreiviertel Jahrhundert den Begriff der „Neolithischen Revolution“. Seiner Meinung nach hätte eine Trockenzeit nach dem Ende der Eiszeit dazu geführt, daß sich Menschen in feuchteren Oasen und Flußtälern konzentriert hätten. Der hieraus entstandene Bevölkerungs­druck hätte soziale Neuerungen bewirkt, die mit dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht einhergingen und die steinzeitliche Gesellschaft von Grund auf veränderten. Wie so manch großer Entwurf zeigt eine etwas unvorein­genommenere Überprüfung mehrere Jahrzehnte später, daß wir noch viel zu wenig über die tatsächlichen Entstehungs­bedingungen wissen.

Cover AiDVermutlich haben weder die ausgeprägte Trockenheit noch die aufgesuchten Feuchtgebiete existiert, so daß wir nach anderen Erklärungen suchen müssen. und genau hiervon handelt der Schwerpunkt der hier besprochenen Ausgabe der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“. Wenn jedoch einzelne Autoren, nämlich der Archäologe Klaus Schmidt und der Prähistoriker Thomas Terberger, von „marxistischer Ideologie“ schreiben, dann verkennen sie die Brisanz des Gedankengangs von Gordon Childe, selbst wenn dessen theoretische Erörterungen heute so nicht mehr stehen bleiben können. Nun, Gordon Childes Ideen waren nicht ideologischer als beispiels­weise die jahrzehntelang propagierte Mär von den friedfertigen Maya. Bei denen wissen wir heute – nach der Überwindung der ideologischen Borniertheit des forschenden Mainstreams, der die Entzifferungs­leistung eines sowjet­russischen Kollegen (Juri Knorosow) nicht anerkennen wollte –, daß selbige friedfertige Maya jahrhunderte­lang blutige Kriege gegeneinander geführt haben.

Was auch immer die wirklichen Ursachen gewesen sein mögen – irgendwie in Zusammenhang mit dem Ende der Eiszeit und eines auch im östlichen Mittelmeer­raum wohl veränderten Klimas müssen Menschen auf die Idee gekommen sein, daß sich die Gräser in den Weiten der Flußebenen Kurdistans nicht nur zum Sammeln, sondern auch zum Anbau eignen. Sie werden darauf gekommen sein, daß man, vielleicht auch frau, Tiere nicht nur jagen, sondern auch domestizieren kann. Dies wird ein Prozeß von mehreren hundert, wenn nicht gar tausend Jahren gewesen sein, ein Prozeß, der erst im Nachhinein als unumkehrbar erscheint. Das Entscheidende dürften jedoch die sozialen Veränderungen gewesen sein, die mit dem Anbau von Getreide und dem bewußten Züchten von Tieren einhergingen.

Irgendwann vor rund zehntausend Jahren, vielleicht auch schon vereinzelt früher, werden Menschen diesen Schritt vollzogen haben. Und so diskutiert ein Aufsatz des Heftes die Frage, ob mit der Ausbreitung der neolithischen Kultur in Richtung Europa auch die gezähmten Tiere mitgenommen wurden oder ob die Einführung der Tierhaltung an verschiedenen Orten immer wieder neu durch eingekreuzte Wildtiere erfolgt ist. Hier mögen DNA-Analysen und Knochenfunde weiterhelfen, auch wenn die Frage wohl noch nicht entschieden sein wird. Immerhin gibt es Anzeichen dafür, daß mal Schweine, mal Rinder, mal Ziegen oder Schafe vorherrschend waren; hierbei sind auch unterschiedliche Nutzungsarten von der fleischlichen Nahrung bis hin zur Rohstoff­gewinnung zu berücksichtigen. Unterschiedliche Nutzungen können einhergehen mit verschiedenen Gesellschafts­modellen; und es mag in der Jungsteinzeit noch eine Rolle für die Einübung patriarchaler Muster gespielt haben, ob es sich um Ackerbauern, Viehzüchter, Sammlerinnen oder Grenzgängern zwischen verschiedenen sozialen Welten gehandelt hat.

Bevor sich jedoch die „Neolithische Revolution“ gleichsam ereignen konnte, lagen weite Teile Nord- und Mitteleuropas unter einem Eispanzer. Eine nochmalige Kälteperiode erlaubte es vielleicht nur wenigen Menschen, sich nördlich der Alpen aufzuhalten. Die Neandertaler waren zu diesem Zeitpunkt schon ausgestorben, aber deswegen war das Klima als solches nicht unbedingt lebens­feindlich. Die Kältesteppe des Nordens bot (den langsam aussterbenden) Mammuts, Wildpferden und Rentieren ein ausreichendes Nahrungs­angebot, weshalb sich der eiszeitliche Mensch durchaus mit geschickter Jagd ernähren und durchschlagen konnte. Ein Leben in der Kälte war demnach möglich, wenn auch vielleicht nicht erstrebenswert. Einen Kampf um Ressourcen und Jagdreviere dürfte es schon deswegen nicht gegeben haben, weil die damalige Menschen­population derart gering war, daß Begegnungen zwischen zwei Menschen­gruppen eher zufällig vonstatten gegangen sein müssen. Dieser Gedanke ist insofern wichtig, weil er eine Gesellschaft­lichkeit ohne äußere Feinde und kollektive Gewalt zumindest denkbar macht.

Das Oktoberheft der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ überläßt derartige Gedanken mir und zieht sich auf Klimadaten, Sumpf­schildkröten und Vulkanausbrüche zurück, von denen einer vor rund 13.000 Jahren die Eifel erschütterte. So meint der Prähistoriker Michael Baales hierzu ganz nüchtern:

Vieles spricht dafür, dass die durch den Ausbruch verursachte Vulkanwüste den späteiszeitlichen Menschen am Mittelrhein nur für einige Jahre unzureichende Lebensgrundlagen bot. … Tatsächlich kehrten auch am Mittelrhein das Großwild und auch der Mensch bald nach dem Vulkanausbruch zurück. … Eine Veränderung in der Lebensweise oder Umwelt ist hier nicht zu erkennen. [2]

Und diese Bestandsaufnahme widerspricht dann doch wohltuend der Aufgeregtheit, wenn es ansonsten um die fundamentalen klimatischen oder Lebens­bedingungen geht; auch wenn hier zu berücksichtigen ist, daß aufgrund der geringen Zahl nördlich der Alpen lebender Menschen selbige nur marginal betroffen gewesen sein können.

Interessanter sind da schon die Totenrituale am Ende der Eiszeit, die der Prähistoriker Jörg Orschiedt und der schon erwähnte Thomas Terberger zu rekonstruieren versuchen. Allerdings ist die Fundsituation wenig zufrieden­stellend, was damit zusammen­hängen kann, daß so manches nacheiszeitliche Grab unterhalb des im Atlantikum vor etwa 9.000 Jahren gestiegenen Meeresspiegels verschwunden ist. Klaus Schmidt, dem Ausgräber der Steinmonumente vom Göbekli Tepe in Kurdistan, bleibt es dann vorbehalten, sich Gedanken um die Gedankenwelt der frühneolithischen Erbauerinnen und Erbauer dieser Monumental­anlage zu machen. Das Problem hierbei ist, daß wir unsere Vorstellungen von dem, wie die damaligen Menschen gedacht haben mögen, von unserem Menschenbild abzuleiten suchen – womit der Schritt ins Ideologische droht.

Doch was bedeuten die mehreren ovalen Steinkreise, welche Aussagen verbergen sich hinter tonnenschweren aufgereihten Pfeilern mit einer uns zunächst unbekannten Tiersymbolik? Weshalb kamen die Menschen hier zusammen und wovon ernährten sie sich?

Die Menschen Obermesopotamiens versammelten sich hier nach Ausweis der vorgefundenen Archäofauna, die von riesigen Mengen Auerochsen-, Gazellen- und Wildesel­knochen dominiert wird, zu langen und großartigen Festen. Bei solchen Gelegenheiten war die »man power« vorhanden, um die Monumente errichten zu können. Die Festivitäten boten auch eine ideale Plattform zum vielfältigen Austausch: Schnell fanden Neuerungen eine weite Verbreitung … [3]

Nun, das mit den Festivitäten ist natürlich eine nicht nachweisbare Behauptung. Andererseits werden die damaligen Menschen noch nicht so verrückt gewesen sein, sich Tag für Tag mit fremdbestimmter Arbeit abzuplagen und bei ebenso fremd­bestimmten Events sich vollaufen zu lassen. Jedenfalls ist die Erstehung dieser Bauten durchaus mit einer Wildbeuter­gesellschaft vereinbar, so daß noch zu erörtern sein wird, ob hier überhaupt und, wenn ja, welcher kultische Hintergrund vorliegt. Von „Tempeln“ zu sprechen, wie dies ab und an nachzulesen ist, halte ich für vollkommen verfehlt, denn Tempel setzen eine organisierte Religion und Gesellschaft voraus, die für einen so frühen Zeitraum noch nicht anzunehmen ist.

Fragen wir doch zunächst danach, warum diese „Neolithische Revolution“ ausgerechnet in Kurdistan stattgefunden hat. Waren es besondere klimatische Gegebenheiten, trafen sich hier verschiedene Menschen­gruppen, um gemeinsam ein Projekt zu starten, dessen Kühnheit wir mit Respekt begegnen sollten? Wie bewußt war der Übergang von wie auch immer gearteten spirituellen Vorstellungen zu ihrer in Stein gehauenen Manifestation? Und weshalb finden wir nicht etwa Spuren kleinerer Anfänge, sondern gleich eine Ansammlung abstrakter Steingebilde?

Vermutlich gilt es, den Zusammenhang zwischen gewolltem Ackerbau, vielleicht auch schon beginnender Viehzucht, und sich ändernden Vorstellungen über Besitz und Eigentum zu begreifen. Bekam hierbei das Andenken an die Verstorbenen einen neuen Sinn, flößten die Ahnen den noch Lebenden etwa Angst ein? Oder handelt es sich hierbei um eine neuzeitliche Projektion? Gibt uns die zeitliche Korrelation zwischen der Ausbreitung neolithischer Wirtschafts­weise bis hin nach Westeuropa und dem Entstehen sogenannter Megalith­anlagen einen Hinweis darauf, was notwendig war, um eine Jägerinnen- und Sammler­gesellschaft mental auf die neue Zeit vorzubereiten? Welchen gesellschaftlichen, welchen sozialen Sinn besitzen derartige Denkmäler, wer organisierte sie, wer überzeugte die Anderen davon, weshalb sie notwendig waren?

Meine Antwort geht in die Richtung, daß die Unterwerfung unter neue Sachzwänge, wie sie Ackerbau und Viehzucht nach sich zogen, verbunden mit einem Bevölkerungs­wachstum, das neue Formen sozialen Umgangs miteinander erforderte, eine soziale Dynamik in Gang gesetzt hat, die sehr langfristig eine soziale Schichtung hervorrief. Weniger individuelles Vermögen als vielmehr gesell­schaftlicher Status war dann dafür verantwortlich, wer das Sagen hatte und wer für Andere arbeiten mußte. So etwas muß eingeübt werden, am besten in einem gemeinsamen sinnstiftenden Projekt. So etwas denkt sich nicht jemand aus, es ist eher Ausdruck einer gesell­schaftlichen Dynamik. Womöglich gab es viele dieser Experimente und wir kennen nur einige davon. Und irgendwann wurde das Eingeübte derart selbstver­ständlich, daß aus lokalen Gruppen frühe Städte erwuchsen, deren Führer sich anschickten, sich die ganze Welt untertan zu machen.

All dies mag über den Fokus des Septemberheftes von Archäologie in Deutschland hinausgehen; aber das Heft regt ein weiteres Mal zum Nachdenken darüber an, weshalb heutige soziale Strukturen so funktionieren, wie sie funktionieren – wenn sie denn funktionieren. Die Zeitschrift umfaßt in der Regel etwas mehr als 80 Seiten, erscheint alle zwei Monate zum Preis von 9 Euro 95 im Zeitschriften­handel und kann im Abonnement über den Theiss Verlag in Stuttgart bezogen werden.

 

Ein angeklagter Präsident

Vor anderthalb Monaten stellte in Mexiko eine zivilgesellschaftliche Initiative ihr Projekt vor, den regierenden Präsidenten Felipe Calderón, ausgewählte Militärs und die mexikanischen Drogenbosse vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verklagen. Diese Klage soll in wenigen Tagen dort eingereicht werden. Hintergrund ist ein seit einigen Jahren eskalierender Bürgerkrieg, dem zwischenzeitlich mehrere Zehntausend Menschen zum Opfer gefallen sind. Ob die mexikanische Regierung und das mexikanische Militär diesen Krieg ähnlich wie ihre kolumbianischen Kollegen dazu nutzen, eine linke, kritische Gegenöffent­lichkeit mundtot zu machen, ist schwierig zu beantworten. Radio Corax in Halle sprach über die Hintergründe dieser Klage vor einem Monat mit dem Journalisten Wolf-Dieter Vogel, der sich seit Jahren mit der mexikanischen Politik und Gesellschaft befaßt.

Der Podcast: Mexikanische Initiative will Calderón vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen

Das rund zwanzigminütige Gespräch kann über nebenstehendem Player angehört werden oder auf dem Audioportal des Bundesverbandes Freier Radios angehört und/oder heruntergeladen werden.

Im Interview mit Wolf-Dieter Vogel klang die Problematik nur leicht an, die damit verbunden ist, Repräsentanten der globalen herrschenden Klassen vor ein internationales Tribunal zu stellen. In der Regel landen dort diejenigen, die besiegt wurden, die ihren Kolleginnen und Kollegen lästig geworden sind oder deren Verfolgung einen profitablen Mehrwert verspricht, wie etwa der ehemalige serbische Präsident Slobodan Milošević. Undenkbar, daß die Kriegsherren, die Tschetschenien, den Irak und Afganistan mit Krieg und Massenmord überzogen haben, vor die Richterinnen und Richter in Den Haag treten müssen.

 

Die Last direkter Demokratie

Besprechung von : Anne Huffschmid – Mexiko – das Land und die Freiheit, Rotpunktverlag 2010, 288 Seiten, € 26,00

Doch abgesehen von dieser Problematik, bei der ich nicht weiß, ob sie denjenigen bewußt ist, die ihren Präsidenten und andere einheimische Kriegsherren in Den Haag anklagen wollen, mag das Interview einen nützlichen Einstieg geben, um ein Land näher kennenzulernen, das in der Regel so gar nicht im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit steht. Gut, vor knapp zwei Jahrzehnten erhoben sich im lacandonischen Urwald in Chiapas die dortigen Indigenas, erklärten dem repressiven mexikanischen Staat den Krieg und entwickelten mit dem charismatischen Subcommandante Marcos eine Kommunikations­guerilla, welche die Legitimations­defizite der vorherrschenden Politik gnadenlos offenlegte. In der Tat brodelte es in weiten Teilen Mexikos, spätestens nachdem bei den Wahlen im Jahr 1988 deutlich geworden war, daß die damals seit Jahrzehnten uneingeschränkt herrschende Regierungspartei, die PRI, das Wahlergebnis dreist gefälscht hatte.

Buchcover MexikoIm vergangenen Jahr erschien im Schweizer Rotpunktverlag eine recht einfühlsame Einführung in die mexikanische Geschichte und Realität, geschrieben von der Kulturwissen­schaftlerin Anne Huffschmid. Nun wäre es viel zu einfach, das Land, seine 113 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner, seine Kultur und Geschichte über einen Kamm scheren zu wollen. Die sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen europäisierten Eliten und Indigenas, zwischen der Megametropole Ciudad de México und den ländlichen Regionen sind einfach viel zu groß, um sie wegdiskutieren zu können. Und hierin steckt der Ansatz der Autorin, einen Flickenteppich an sehr verschiedenen Eindrücken vor uns auszubreiten, der jedoch nicht disparat nebeneinander­gelegt wird, sondern mittels markanter historischer und politischer Darstellungen zusammen­gefügt wird.

Allerdings hätte dem Buch eine sorgfältigere Durchsicht gut getan. Zwar werden durch eine Reihe von vermeidbaren Fehlern die historischen Fakten oder die sozialen Zusammenhänge nicht wirklich verbogen, aber sie stören den Gesamteindruck eines lesenswerten und durchaus erhellenden Bandes. So durchzieht eine merkwürdige Chronologie das gesamte Buch, wenn etwa Ereignisse aus dem 19. Jahrhundert in das 20. verlegt werden, vermutlich weil das zugrunde liegende Textverarbeitungs­programm eigenwillige Umformatierungen der Jahreszahlen vorgenommen hat [4]. Ins Grübeln gekommen bin ich bei folgender Textstelle über den Anthropologen Rodrigo de la Torre, der die Ruinenstätte auf dem Monte Albán erforscht:

Zählen und Messen sind daher seine Hauptbeschäftigung. Jede Form und jedes Maß hat ja seinen tieferen Sinn: hier sind es acht Treppenstufen, dort sechzehn, mal vier gibt zweiundfünfzig, eine Schlüsselzahl des Maya-Kalenders. [5]

Nun ist bestens bekannt, daß der Maya-Kalender eine außerordentliche mathematische Leistung darstellt, weshalb sich die Maya-Priester wohl geschüttelt haben dürften, hätte ihnen eine oder jemand vier mal sechzehn als 52 ausgerechnet. Die hier zugrunde liegende wichtige Zahl der Maya lautet nun einmal dreizehn; und wenn schon dem Lektor oder der Korrektur­leserin diese Maya-Geschichte nicht bekannt gewesen sein sollte, dann doch wenigstens die Kenntnis der Plutimikation.

Etwas mehr als zweihundert Jahre nach der Unabhängigkeits­erklärung ist Mexiko mehr denn je ein zerrissenes Land, das den herrschafts­konformen Politologen als ein failed state gilt. Gewiß, die Zentralgewalt hat es schwer in einem Drogenkrieg, den sie militärisch nicht gewinnen kann, vielleicht schon deshalb auch verlieren muß, weil sie selbst als Teil einer korrupten Elite in den Drogenhandel eingebunden ist. Doch die Geschichte Mexikos zeigt auch immer wieder, daß die Einheit brüchig ist und neben diversen regionalen Eliten mitunter auch das Volk (im Sinne von pueblo) ein Wörtchen mitsprechen will. Zudem kommt das zumindest inszenierte, wenn überhaupt wirkungsmächtige Trauma der Niederlage gegen die USA im Krieg um Texas, Kalifornien und weitere spätere US-amerikanische Bundesstaaten Mitte des 19. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist, daß pünktlich zur 100-Jahr-Feier eine Bauernrevolte das Ende der jahrzehnte­langen Diktatur des Porfirio Díaz einläutete.

Einhundert Jahre später scheint die Macht der jahrzehntelang regierenden Partei der Institutionalisierten (oder wohl besser: Institutionellen) Revolution, der PRI, gebrochen, doch sie wurde nicht von der Linken abgelöst, sondern von den Neoliberalen, die das Tafelsilber verscherbelten, um selbst auf der Welle von Reichtum und Erfolg mitschwimmen zu können. Mexikos Hauptstadt hingegen wird von einer – naja, sagen wir mal – linkssozial­demokratischen Gruppierung regiert, deren Errungenschaften zuweilen bizarr anmuten:

Die linke Modernität treibt allerdings auch seltsame Blüten. Ausgerechnet Andrés Manuel Obrador lud 2001 den New Yorker Exbürger­meister Rudolph Giuliani, der sich dort mit Zero Tolerance einen Namen gemacht hatte, als Berater für das neue hauptstädtische Sicherheits­programm ein. Beauftragt und bezahlt wurde der US-Hardliner zwar von der heimischen Handelskammer, jedoch mit ausdrücklicher Billigung der Stadtregierung. Unter dem seit Ende 2006 regierenden Marcelo Ebrard, verstärkt sich nun, wie Kritiker sagen, ein »seltsamer Populismus von links«, mit Eispisten, Stadtstränden oder auch einer »neuen Fahrradkultur«: Im Stadtzentrum stehen hier und da blitzende »Call a bike« bereit, die leitenden Angestellten haben Weisung, jeden ersten Montag im Monat mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren – eine halsbrecherische PR-Aktion. Ernster zu nehmen ist eines der Lieblingsprojekte des ehemaligen PRI-Politiker[s] Ebrard, nämlich die »Rettung« und »Säuberung« der historischen Altstadt. [6]

Womit wir auch hier, nur unter linken Vorzeichen, beim Thema Gentrifizierung angelangt wären. Überhaupt ist das Kulturelle ein wesentlicher Bestandteil linken Wohlfühlklimas in der Megametropole. Selbstver­ständlich ist das politische und gesellschaftliche Klima liberaler und aufgeklärter als im übrigen Mexiko; und die linke Stadtregierung hat ihren Teil dazu beigetragen. Globalisierung und Multi­kulturalität haben ihre Spuren hinterlassen. Ein legaler, mit keinen religiös verbrämten Bedingungen verknüpfter und kostenloser Schwangerschafts­abbruch ist nicht nur für Lateinamerika vorbildlich. Sexuelle Präferenzen können offen gelebt und auch per Eheschließung, wenn es denn sein muß, legalisiert werden. Doch so offen die Hauptstadt auch sein mag, so tobt im übrigen Land ein Kulturkampf, in dem die Katholische Kirche und evangelikale Fundamentalisten ihr durch und durch verlogenes Wertesystem durchzubringen suchen.

Wo immer Anne Huffschmid das Charakteristische und das Besondere aufspürt, lernen wir Mexiko auf eine unerwartete Weise kennen, die unsere Neugier weckt und eindimensionale Weltbilder attackiert. In einem Land, in dem der Machismo weit verbreitet ist, ist die Partei­vorsitzende Beatriz Paredes eine Lesbe, die durchaus in der Lage ist, ihre Partei, die PRI, aufzumischen. Anders, aber ebenso spannend, sind Erzählungen aus dem indigenen Umfeld der großen Stadt. In Oaxaca beispielsweise wird eine indigene Zivil­gesellschaft gelebt, die zeigt, was direkte Demokratie sein kann, aber vielleicht nicht immer sein sollte. Wo einerseits ein ungeheurer sozialer Druck auf die Millionen indigenen Männer und Frauen ausgeübt wird, sich der Staatsdoktrin zu fügen, wonach europäische Weiße und amerikanische Indigene zu einer mestizischen Einheit zusammen­wachsen sollen, gibt es andererseits zumindest ansatzweise das Recht auf den Gebrauch der eigenen Muttersprache. Und es verwundert nicht, wenn 90% des indigenen Mexiko als in extremer Armut lebend angesehen wird.

Oaxaca im südlichen Mexiko existiert nicht nur im Spannungsfeld von barscher Assimilation und der softeren Variante der Integration, verfügt nicht nur über eine große kulturelle Diversität, die sich in sechzehn „ethnolinguistischen“ Gruppen ausdrückt, nein, zudem wird dort etwas praktiziert, was als traditionelle Demokratie erscheint. Rund drei Viertel der ländlichen Gemeinden werden in kommunitärer Selbstverwaltung regiert. Dabei waren Frauen als Ratsmitglieder bis vor kurzem schlicht nicht vorgesehen, erst mit der ökonomischen Nutzbarmachung weiblicher Arbeitskraft im ländlichen Raum und dem Abwandern der Männer in die Städte wächst auch der Einfluß der Frauen. Doch die hierbei vergebenen Ämter sind nicht nur Privileg, sondern auch eine Last.

Man muss sie sich leisten können. Die Familie muss ein Mitglied während der Amtszeit versorgen, Festangestellte wie Lehrer müssen sich mit ihrem Arbeitgeber arrangieren und für Ersatz sorgen. Für die Frauen … bedeute das neben vielen Lasten auch zusätzlichen Druck und sogar ein Stigma, das potenzielle Ehekandidaten abschrecke. … Die Diskussion, ob ein Amt eher als Privileg oder eher als Strafe anzusehen sei, bleibt offen. [7]

Oaxaca ist allerdings nicht nur der Hort einer wohl von den spanischen Kolonisatoren zur besseren Beherrschung eingeführten indigenen Selbst­verwaltung. In Oaxaca tobt der Klassenkampf. Mehrere Monate lang hielt eine streikende Bürgerinnen- und Bürger­bewegung 2006 die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates besetzt, ehe die Repressions­maschine der kapitalistischen Macht mit aller Härte zuschlug. In derlei polizeilicher und militärischer Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger ist der Machtapparat ohnehin geübt. Kurz vor den Olympischen Spielen im Oktober 1968 wurde eine machtvolle Bewegung von Studentinnen und Studenten auf dem Platz der drei Kulturen, dem Tlatelolco, zusammen­geschossen, ein Trauma, das erst nach Jahrzehnten öffentlich thematisiert werden konnte. Heute erinnert ein Museum an das, was nicht nur als linke Geschichte, sondern als nationales Kulturerbe angesehen werden kann.

Und zu jedem Jahrestag treffen sich dort Tausende, nicht nur die Veteranen von einst, sondern immer wieder neue junge Leute, die zwar nicht dabei waren, aber auch nicht vergessen wollen. Zu deutlich entspricht das Unrecht von damals den heutigen, wenn auch neoliberal gewendeten Zuständen. Allerdings ist auch festzuhalten, daß diese Manifestationen zivilen Ungehorsams derzeit unterzugehen scheinen in einer Schockstarre gegenüber einer ausufernden Gewalt im Antidrogen­krieg der zuweilen mitbeteiligten Militärs und Politiker. Cuidad Juárez an der Grenze zum großen Bruder im Norden ist hiervon besonders heftig betroffen. Waren es zunächst mehrere hundert ermordete und mehrere tausend spurlos verschwundene Frauen, die seit Beginn der 1990er Jahre dem Terror männlicher Gewalt zum Opfer fielen, so scheint diese Gewalt inzwischen fast regellos jede und jeden treffen zu können. Und mitten in ihren Ausführungen dazu, wie die Menschen ihren Alltag in einer solch gewalttätigen Stadt zu organisieren suchen, gibt die Autorin fast schon nebenbei einen bemerkenswerten Gedanken weiter, der uns vielleicht eine Menge über das zivilgesellschaftliche Projekt namens Kultur sagen könnte. So meinen die Frauen der Stadt,

es gibt keine Alternative zum Kulturellen als zivilisatorischer Gegenkraft. [8]

Ob sich die neoliberal aufgemotzte Bestie hierdurch wirklich beeindrucken läßt, zumal sie mit deutschen Waffen tatkräftig unterstützt wird? Aber interessant ist der Gedanke schon, denn er verweist darauf, daß die bürgerliche Kultur mit all ihren ideologischen Elementen deshalb so dringend vonnöten ist, weil jede kapitalistische und patriarchale Gesellschaft­lichkeit auf organisierter Gewalt beruht, die es – und sei es im aufgeklärten Eigeninteresse der Reichen und Mächtigen – zu zähmen gilt. Eine Gesellschaft, die mittels andressierter Verhaltens­muster die Gewalt zu kanalisieren sucht, die sie selbst tagtäglich in Drogenkriegen, an Arbeitsplätzen, in Familien oder durch eine eiskalt exekutierte Armuts-, Hunger- und Schuldenpolitik immer wieder aufs Neue erzeugt, bedarf vielleicht besonders dringend des Balsams kultureller Erbauung, damit sich die strukturell vorhandene Gewalt nicht ungeregelt Bahn bricht.

Anne Huffschmids Buch mit dem Titel „Mexiko – das Land und die Freiheit“ führt uns folglich zu vielschichtigen Entdeckungen und immer wieder neu zu befragenden Gewißheiten. Der Schweizer Rotpunktverlag hat mit diesem Buch ein weiteres Mal ein Gespür für spannende Blicke in die Ferne gezeigt, was ebenso für das Kolumbien-Buch von Werner Hörtner aus demselben Verlag gilt [9]. Nur auf das Korrekturlesen sollte der Verlag ein wenig mehr Sorgfalt legen. Das Mexiko-Buch enthält 288 Seiten und kostet 26 Euro.

 

Gefährliche Gefilde

Kurzvorstellung von: Fritz Deppert, Christian Döring, Hanne F. Juritz (Hg.) : Windklug wie Sand, Brandes & Apsel 2011, 184 Seiten, € 19,90

In für mich gefährliche Gefilde begebe ich mich dann, wenn ich ausgerechnet etwas vorstellen soll, von dem ich keine Ahnung habe. Das kommt durchaus vor. Zum Beispiel habe ich einmal Germanistik studiert. Nicht weil ich Literatur besonders schätzen würde, da halte ich es eher mit Nina Hagen, zumindest der Nina Hagen der späten 70er Jahre, als sie sang: Literatur?? … Da wird mir übel. Da schaute sie dann lieber West-TV, weil hier alles so schön bunt ist. Nein, so richtig übel wird mir dabei nicht, aber auch hier frage ich mich, welche Gesellschafts­modelle, welches Rollenverhalten, welche Sinnlichkeit, welche Banalitäten dort vermittelt werden und werden sollen. Wobei – gerade die scheinbaren Banalitäten sind es zuweilen, die einen tiefen Einblick in die Seele und die Psychologie der Autorinnen und Autoren, aber auch der Gesellschaft ermöglichen, welche sie literarisch verarbeiten.

Buchcover Windklug wie SandUnd doch bin ich kein Literaturkritiker, denn mir fehlt in der Regel der Zugang zur Tücke des Objekts. Dies vorausgeschickt möchte ich auf das Erscheinen eines Gedichtbandes hinweisen, der aus dem Literarischen März 2011 hervorgegangen ist. Frühestens 1975 geborene deutschsprachige Autorinnen und Autoren konnten bis zu zwölf Gedichte einreichen, die dann Aussicht hatten, den Leonce-und-Lena-Preis oder einen der beiden Wolfgang-Weihrauch-Förderpreise zu erhalten. Das engt die Auswahl natürlich ein, denn wieviele Migrantinnen und Migranten werden unter diese deutsche Auswahl­bedingung fallen? Nun, die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre geben darüber beredt Auskunft. Immerhin, so die Juroren, habe der Haupt­preisträger das Landschafts­gedicht auf neue Grundlagen gestellt, was mir zwar nichts sagt, aber vielleicht euch. Wie auch immer – Steffen Popp stellte hierbei Bilder vom Leben am Meer vor.

Das erinnert mich, nebenbei bemerkt, an die kleine, quirlige Antiatomgruppe, die als „StadrpiratInnen“ Mitte der 90er Jahre anläßlich der klimafeindlichen Automobilausstellung in der Wilhelminen­straße eine Beachparty feierte, weil nach Lage der Dinge die Nordsee in absehbarer Zeit unsere kleine Provinzstadt am Fuße des Odenwaldes erreichen wird. Ob Jochen Partsch im kommenden Jahr die Begrüßungsrede halten wird?

Der von Fritz Deppert, Christian Döring und Hanne Juritz herausgegebene Sammelband mit den eingereichten Gedichten zum Literarischen März diesen Jahres trägt den Titel „Windklug wie Sand“ und ist bei Brandes & Apsel zum Preis von 19 Euro 90 erschienen.

Ausnahmsweise gibt es einmal wieder ein wenig Musik in meinem Podcast. Vor zwei Monaten wurde im baskischen Bilbo das selbstverwaltete Kulturzentrum Kukutza mit der üblichen Brutalität kapitalistisch organisierter Gewalt geräumt: mit Panzern, Gas, Gummischrot und einer Ausgangssperre. Nicht überliefert ist, ob auch in Spanien die Sicherheits­beamten das Land regieren. Vielleicht in trauter Eintracht mit dem globalisierten Kapital. Aus Solidarität mit den Nutzerinnen und Nutzern von Kukutza schrieb und sang die baskische Gruppe Zea Mays das Lied [10], das ihr gleich hören werdet. Am Mikrofon war Walter Kuhl aus der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

ANMERKUNGEN
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»» [1]   Insbesondere in RAF-Verfahren zeigte diese Behörde ihre einzigartige Kunst, Fakten dort zu schaffen, wo keine sind. Siehe hierzu auch meine Seite zum Prozeß gegen Birgit Hogefeld.

»» [2]   Michael Baales : Vulkanausbrüche – verändern Katastrophen das Leben, in: Archäologie in Deutschland, Heft 5/2011, Seite 24–25, Zitat auf Seite 25.

»» [3]   Klaus Schmidt und Thomas Terberger : Erderwärmung als »Motor“ der Neolithischen Revolution?, in: Archäologie in Deutschland, Heft 5/2011, Seite 32–35, Zitat auf Seite 35.

»» [4]    Beispielsweise auf den Seiten 87 und 278.

»» [5]   Anne Huffschmid : Mexiko, Seite 88.

»» [6]   Huffschmid Seite 153.

»» [7]   Huffschmid Seite 72–73.

»» [8]   Huffschmid Seite 197.

»» [9]   Vergleiche meine Besprechung des Buchs.

»» [10]   Siehe hierzu auch das Solidaritätsvideo.


Diese Seite wurde zuletzt am 23. November 2011 aktualisiert. Links auf andere Webseiten bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2011. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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Die Aufnahme des Steinkreises auf dem Göbekli Tepe wurde Wikimedia Commons entnommen, Bildautor: Rolf Cosar. Zum Originalbild, cc-BY-SA 3.0.

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