Geschichte

Und die Bibel hat doch recht?

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Geschichte
Und die Bibel hat doch recht?
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 11. Dezember 2002, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 12. Dezember 2002, 00.00–01.00 Uhr
Dienstag, 12. Dezember 2002, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 12. Dezember 2002, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman : Keine Posaunen vor Jericho, Verlag C.H. Beck
  • Philip R. Davies, George J. Brooke, Phillip R. Callaway : Qumran, Konrad Theiss Verlag
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/herstory/ge_bibel.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Die Bibel als Geschichtsbuch infragegestellt
Kapitel 3 : Archäologische Befunde zur Bibel
Kapitel 4 : Die Schriftrollen vom Toten Meer
Kapitel 5 : Kalender Archäologie 2003
Kapitel 6 : Schluß
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

Weihnachten naht. Die freie Marktwirtschaft jubelt und zittert. Kaufen sie nun oder kaufen sie nicht? Denn das Weihnachtsgeschäft ist das Geschäft schlechthin. Alle Lieben und auch die weniger Lieben wollen beschenkt oder bestochen werden. Die frohe Botschaft will verkündet werden: ich kaufe, also bin ich. Was immer das Weihnachtsfest einmal gewesen sein mag, es wäre falsch, die Kommerzialisierung anzuprangern. Entweder ist man und frau für den Kapitalismus – oder nicht.

Moralische Bedenken sind dabei nicht gerade verkaufsfördernd und daher unangebracht. Auch Walter Hoffmann und Andreas Storm werden genug Anstand besitzen, die Konjunktur anzukurbeln. Wer weiß, vielleicht werden die Weihnachtsmänner schon nächstes Jahr als Ich–AG von den Personalserviceagenturen der Arbeitsämter angepriesen. Wer weiß, ob die beiden nicht nächstes Jahr selbst den Weihnachtsmann spielen müssen. Denn ihr schauspielerisches Talent haben Hoffmann und Storm ja bereits bewiesen, als sie dem warlord Wladimir Putin im September vergangenen Jahres im Bundestag euphorisch zugejubelt haben, weil dieser in Tschetschenien so effektiv die Zivilbevölkerung massakrieren läßt. Fragt sich nur, ob die beiden auch genug Anstand besitzen, aus ihrer Begeisterung für den internationalen Staatsterrorismus die Konsequenzen zu ziehen. Doch da habe ich meine Zweifel. So ein Bundestagsmandat klebt doch ziemlich fest am weihnachtlichen Hintern. [1]

Doch heute werde ich weder über den internationalen Staatsterrorismus reden noch von unserer Menschenrechtsregierung. Auch die Gerd Show ist irgendwann abgeschmackt. Freuen wir uns doch lieber auf den Bethlehemterror. Nein, nicht den realen in Bethlehem. Sondern den alljährlichen. Angeblich gab es doch einmal ein Jesulein, welches die drei Repräsentanten der freien Marktwirtschaft im Stall begrüßt hat. Wie, glaubt ihr nicht? Nun denn. Dann gleich mehr dazu.

Doch zuvor kurz, worum es in der folgenden Stunde gehen wird. Passend zur Weihnachtszeit stelle ich zwei Bücher vor, die sich im weitesten Sinne mit der Bibel beschäftigen. Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman widerlegen den Gründungsmythos des Staates von David und Salomo und behaupten schlicht und wohl auch richtig, es habe Keine Posaunen vor Jericho gegeben. Ein paar Jahrhunderte später – in der Römerzeit – wurden in den Höhlen am Wadi Qumran einige Schriftrollen versteckt. Diese Qumran–Rollen haben unser Bild des Judentums revolutioniert. Mehr dazu in meinem zweiten Beitrag. Und zum Schluß habe ich noch einige Veranstaltungshinweise und einen Vorschlag für ein ästhetisch ansprechendes und zugleich nützliches Weihnachtsgeschenk.

Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt begrüßt euch Walter Kuhl. Und nun Dietrich Kittner mit einer Neuinterpretation der biblischen Weihnachtsgeschichte.

Dietrich Kittner : Die heiligen Drei – aus der CD Dietrich Kittner Live 2 mit Auszügen aus den Programmen 40 Jahre unter Deutschen und Mords–Gaudi.

 

Die Bibel als Geschichtsbuch infragegestellt

Die mythische Geschichtsschreibung verschiedener Kulturen hat ihre Tücken. Selbst wenn angenommen werden kann, daß sich darin irgendwie historische Ereignisse wiederfinden, so ist es oftmals unklar, wie sich die reale zur der mythisch überlieferten Geschichte verhält. Ein typisches Beispiel ist der Gründungsmythos des römischen Imperiums – die Gründung Roms im Jahr 753 vor unserer Zeitrechnung. Der römische Schriftsteller Livius hat zur Zeit des Kaisers Augustus eine Geschichte Roms geschrieben, die sozusagen zur Staatsdoktrin erhoben wurde. Demnach war Rom schon seit seinen frühesten Anfängen eine mächtige Stadt und beherrschte die umliegenden Städte und Völker. Nichts davon war wahr. Erst Mitte des 5. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung befreiten sich die Römer von etruskischer Herrschaft und es bedurfte dann weiterer zwei hart umkämpfter Jahrhunderte, um die römische Herrschaft in Italien zu sichern.

Auch der Krieg um Troia besitzt sicher ein Körnchen historischer Wahrheit. Doch bis heute ist es nicht gelungen, dieses Körnchen mit der nur bruchstückhaft rekonstruierbaren Geschichte des realen Troia im 14. und 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Einklang zu bringen. Dennoch hatte die mythische Belagerung der Stadt eine immense Bedeutung für die Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl der griechischen Kultur, obwohl wir heute wissen, daß – wenn überhaupt – es die mykenischen Griechen gewesen sein müssen, die Troia belagert haben. Die Griechen der klassischen Antike sind erst später eingewandert und haben dabei wahrscheinlich die – zumindest in sprachlicher Hinsicht – verwandten mykenischen Königreiche zerstört. [2]

Ähnlich scheint es sich mit der Überlieferung des Alten Testaments in Bezug auf die Geschichte Israels zu verhalten. Im 19. Jahrhundert, mit der Entdeckung der altorientalischen Großreiche, begann man auch die Bibel neu zu lesen. Es schien so, daß dem Alten Testament nicht nur eine religiöse Offenbarung zugrunde lag, sondern auch eine Art Geschichtsbuch. Als man dann auch noch in Palästina Stätten und Ruinen finden konnte, die der biblischen Beschreibung entsprachen, begann man die Bibel unter archäologischen Gesichtspunkten als eine weitere Quelle zum Verständnis der Geschichte des Vorderen Orients zu begreifen.

Oder – wie Werner Keller 1955 seinen Bestseller nannte: Und die Bibel hat doch recht. Doch das Pendel, das von rationaler Skepsis zu geradezu unkritischer Begeisterung ausschlug, scheint nun zurückzupendeln. Israel Finkelstein, Direktor des Archäologischen Instituts der Universität Tel Aviv, und Neil Asher Silberman, Mitherausgeber des Archaeology Magazine, stellen die bis vor kurzem gültige Lesart des Neuen Testaments als reale Geschichsschreibung gründlich in Frage.

Sie kommen aufgrund neuester archäologischer Ausgrabungen und Forschungen zu dem Ergebnis, daß vieles, was in der Bibel steht, so nie stattgefunden haben kann. Ihr Buch Keine Posaunen vor Jericho ist vor kurzem bei C.H. Beck erschienen und hat für einiges Aufsehen gesorgt. Denn die beiden Autoren stellen nicht weniger als die historischen Wurzeln der jüdischen Geschichte grundsätzlich in Frage. Demnach führte weder Abraham die ersten Israeliten in das gelobte Land, noch gab es die ägyptische Gefangenschaft und den Auszug unter Moses Führung in die Wüste Sinai. Das prächtige Reich Davids und Salomos habe es nie gegeben, allenfalls der Name David sei durch eine einzige Inschrift historisch belegt. Erst das Nordreich Israel habe im 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung eine gewisse regionale Bedeutung erlangt, das Südreich Juda hingegen bestand lange Zeit nur aus einer Ansammlung armseliger Dörfer. Es scheint so, als hätten die frühesten Vorfahren der Israeliten das Bergland am Rande des Toten Meeres nie verlassen, und es scheint so, als habe es das vereinigte Königreich Israel und Juda unter David und Salomo nie gegeben.

Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman bauen ihre Argumentation auf verschiedenen Überlegungen auf. Zum einen betrachten sie das Alte Testament immanent, das heißt, sie versuchen, aus der inneren Struktur dieser alten Überlieferung einen realen Kern herauszuarbeiten. Schon seit langem ist bekannt, daß im Alten Testament mehrere, sich zum Teil widersprechende, Überlieferungen enthalten sind. Ebenso lange wird darüber gestritten, wann das Alte Testament die Form angenommen hat, in der wir es heute kennen. Finkelstein und Silberman schlagen nun eine Interpretation vor, die zu belegen scheint, daß die Grundstruktur des Alten Testaments noch vor der babylonischen Gefangenschaft entwickelt worden ist, und zwar unter König Josia in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung.

Josia und den mit ihm verbündeten Tempelpriestern in Jerusalem ging es demnach zum einen darum, die einzigartige Vorrangstellung des Tempels in Jerusalem festzuschreiben und durchzusetzen, zum anderen darum, damit auch einen Herrschaftsanspruch auf das damals weitgehend von den Assyrern besetzte Nordreich zu legitimieren. Die religionsgeschichtliche Bedeutung dieser Interpretation ist weitreichend; da ich jedoch weder Theologe noch Bibelforscher bin, enthalte ich mich hier weiterer Ausführungen.

Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman entwickeln ihren zweiten Argumentationsstrang auf der Grundlage neuester archäologischer Untersuchungen. Diese scheinen zu belegen, daß gerade dort, wo das Alte Testament, als historische Quelle betrachtet, eine rege Siedlungstätigkeit oder massive Kriegsspuren nahelegt, in weiten Teilen der biblischen Orte nichts los war. Also gerade zu Zeiten, wo eine rege Bautätigkeit zu vermuten gewesen wäre, waren Orte entweder nicht bewohnt oder es lassen sich keine archäologischen Nachweise derartiger Prachtbauten finden.

 

Archäologische Befunde zur Bibel

Warum nun ist bislang kaum eine oder jemand auf diese radikale Uminterpretation der israelitischen Geschichte gekommen? Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman haben hierfür eine durchaus plausible Erklärung:

Solange biblische Exegeten [also Leute, die die Bibel auslegen] und biblische Archäologen an ihren grundsätzlich widersprüchlichen Einstellungen zur historischen Zuverlässigkeit der Bibel festhielten, lebten sie in zwei verschiedenen geistigen Welten. Die Exegeten betrachteten die Bibel weiterhin als Gegenstand einer Analyse, den sie entsprechend ihren unterschiedlichen religiösen und politischen Vorstellungen in zusehends winzigere Quellen und Nebenquellen zerlegen konnten. Die Archäologen nahmen die historischen Berichte der Bibel dagegen oft als bare Münze. Statt die archäologischen Daten als unabhängige Quelle für die Rekonstruktion der Geschichte der Region zu nutzen, verließen sie sich weiterhin auf die biblische Darstellung – insbesondere auf die Traditionen über den Aufstieg Israels –, um ihre Funde zu interpretieren. […]
Was [nun] die biblischen Ereignisse seit der Zeit Davids – ungefähr 1000 v. Chr. – betrifft, herrschte zumindest bis in die 1990er Jahre unter den Archäologen Übereinstimmung darüber, daß alles, was in der Bibel nachzulesen war, als grundsätzlich verläßliches historisches Dokument zu betrachten sei. [Posaunen, Seite 32–33]

Dem jedoch ist nicht so. "Wir werden sehen", schreiben Finkelstein und Silberman weiter,

wie sehr der biblische Text das Ergebnis der Hoffnungen, Ängste und Ambitionen des Königreichs Juda ist, das mit der Herrschaft König Josias Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. seinen Gipfel erreichte. Der historische Kern der Bibel ging unserer Meinung nach aus klaren politischen, gesellschaftlichen und geistigen Bedingungen hervor und nahm dank der Schöpferkraft und Vision außergewöhnlicher Frauen und Männer Gestalt an. […] Zwar dürften diese Geschichten auf einem bestimmten historischen Kern beruhen, dennoch spiegeln sie hauptsächlich Ideologie und Weltbild der Verfasser. Wir zeigen, wie der biblische Text sich unvergleichlich dafür eignete, die religiöse Reform und die Gebietsansprüche Judas in jenen bedeutungsvollen letzten Jahrzehnten des 7. Jahrhunderts v. Chr. zu fördern. [Posaunen, Seite 34–35]

Und das ist der dritte Argumentationsstrang der beiden Autoren. Sie stellen fest, daß die Besiedlung bestimmter biblischer Orte, die Ausdehnung benachbarter Königreiche und bestimmte kriegerische Auseinandersetzungen so nur im 7. Jahrhundert vorhanden gewesen sein können. Genau zu dem Zeitpunkt also, als zur Zeit des Königs Josia im Jahr 622 rein zufällig im Tempel von Jerusalem die echte göttliche Offenbarung in einer Schriftrolle gefunden wurde.

Das bedeutet allerdings nicht, daß es keine reale Geschichte gegeben hätte. Finkelstein und Silberman unternehmen in ihrem Buch Keine Posaunen vor Jericho den Versuch, auf der Grundlage der archäologischen Fakten das Alte Testament historisch neu als Quelle zu nutzen. Dabei arbeiten sie zuweilen kuriose Dinge heraus.

Die Geschichte von der Landnahme beginnt im letzten der fünf Bücher Mose […], in dem wir erfahren, daß es Mose, diesem großen Mann, nicht gestattet sein werde, die Israeliten nach Kanaan hineinzuführen. […] Nach Generationen der Sklaverei in Ägypten und vierzig Jahren der Wanderung durch die Wüste stehen die Israeliten nun an der Grenze Kanaans, am anderen Ufer des Landes, in dem ihre Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob gelebt haben. Gott ordnet an, das Land von allen Spuren der Abgötterei zu reinigen – und das bedeutet die vollständige Vernichtung der Kanaanäer. [Posaunen, Seite 87]

Heute würden wir so etwas als ethnische Säuberung bezeichnen. Muß schon ein merkwürdiger Gott gewesen sein. Der Clou des Ganzen ist jedoch: die Israeliten, denen hier aufgetragen wird, die Kanaanäer zu vernichten, waren selbst welche – und haben Kanaan nie verlassen. Offensichtlich steckt hinter der Aufforderung Gottes etwas ganz anderes. Josia und seine Priesterclique standen im 7. Jahrhundert vor dem Problem der Vielgötterei auch deswegen, weil die Assyrer nach der Eroberung des Nordreiches in bewährter Manier Bevölkerungsgruppen ausgetauscht hatten. Und diese wurden nun als Fremdkörper begriffen.

Und noch eine weitere wichtige Aussage kann getroffen werden. Der nun wirklich ungewöhnliche Monotheismus der Israeliten kann daher auch nicht aus den Zeiten des religiösen Eiferers Echnaton, dem Pharao der ägyptischen 18. Dynastie aus dem 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, stammen. Weder ist belegt, daß überhaupt eine nennenswerte Anzahl Israeliten zu dieser Zeit in Ägypten lebte, noch, daß irgendwer zur Zeit des Pharao Ramses Ägypten fluchtartig verlassen hat. Die israelitischen Kanaanäer lebten unbehelligt vom Enthusiasmus des Pharao Echnaton im unwegsamen und wüsten Bergland am Toten Meer. Ob sie je von Aton, der Sonnenscheibe, gehört haben, darf durchaus bezweifelt werden.

Und da sie niemals ausgewandert sind, haben sie auch nicht die gewaltigen Stadtmauern von Jericho mit Hilfe ihrer Posaunen zu Fall gebracht. Ramses II., der im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte, hätte sich nur gewundert, hätte er davon gehört. Denn Jericho war zu dieser Zeit laut archäologischem Befund vollkommen unbewohnt und unbefestigt.

Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman haben in ihrem Buch Keine Posaunen vor Jericho eine andere archäologische Wahrheit über die Bibel (so auch der Untertitel) vorgelegt. Nicht immer ist klar, warum sie bestimmte Quellen und Interpretationen zur Untermauerung ihrer Argumentation heranziehen. Zuweilen kann man und frau sich nicht des Eindrucks erwehren, als würden hier gezielt Fakten zusammengetragen, die bestimmte radikale neue Uminterpretation der israelitischen Geschichte belegen sollen. Dennoch ist ihre Argumentation in den Grundstrukturen plausibel und nachvollziehbar. Und sie bietet genügend Stoff, um die Bibel im 21. Jahrhundert mit modernen wissenschaftlichen Methoden noch einmal völlig neu zu lesen.

Wozu das Buch nicht taugt – um das gleich zu sagen –, ist, damit eine antiisraelische und antijüdische Pseudogeschichtsschreibung und Ideologieproduktion zu betreiben. Die Tatsache, daß die Bibel nur begrenzt historisch wahr ist, und die Interpretation, daß die Ausarbeitung des Alten Testaments eine bestimmte politisch–religiöse Interpretation von Wahrheit und Wirklichkeit war, die auch gezielt Macht– und Gebietsansprüche begründen sollte, kann heute weder in politischer noch in religiöser Hinsicht Ansprüche oder Vorwürfe gegenüber Israel begründen. Wenn ich vorhin von einer ethnischen Säuberung als angeblichem Auftrag Gottes sprach, dann hat dies mit dem heutigen Israel und Palästina absolut nichts zu tun. Dies nur zur Klarstellung. Idioten, die ein derart interessantes Buch für ihre eigenen propagandistischen Zwecke mißbrauchen, gibt es ja genug.

Keine Posaunen vor Jericho ist im Verlag C.H. Beck erschienen und kostet 26 Euro 90. [3]

 

Die Schriftrollen vom Toten Meer

Ganz offensichtlich gab es schon im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung verschiedene Interpretationen dessen, was später einmal das Judentum werden würde. Der religiöse Eifer König Josias und sein Versuch, eine bestimmte religiöse Interpretation durchzusetzen, verweisen darauf, daß die Tempelpriester Jerusalems versuchten, eine Art religiöser Definitionsmacht zu etablieren. Denn wenn es nur einen Tempel gab, war klar, wohin alle Opfergaben und sonstigen Abgaben fließen würden. Und folglich gab es Neider und auch Gegner dieser Reform.

Die von Josia in Gang gesetzte Vereinheitlichung eines Kanons biblischer Texte, auch als Altes Testament bekannt, war umstritten. Doch erst die seit 1947 gefundenen Schriftrollen in den Höhlen von Qumran lassen erahnen, daß diese Vereinheitlichung selbst im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung noch nicht abgeschlossen war und daß es verschiedene Lesarten alttestamentarischer Texte gegeben haben muß. Dies hat durchaus Bedeutung für die spätere jüdische Geschichte wie auch für das frühe Christentum. Manches von dem, was die Schriftrollen von Qumran enthüllten, wies Parallelen zu neutestamentarischen Schriften auf. Der Verdacht lag nahe, daß Jesus und seine Jünger möglicherweise derselben Glaubensrichtung entstammten wie die Bewohner von Qumran. Zumindest schien dies in den ersten Jahren nach der Entdeckung der Schriftrollen so zu sein. Heute müssen wir das viel skeptischer betrachten.

Philip Davies, George Brooke und Phillip Callaway haben in ihrem umfangreichen Buch The Complete World of the Dead Sea Scrolls, auf deutsch kurz nach der Frankfurter Buchmesse im Theiss Verlag unter dem Titel Qumran erschienen, eine interessante und gut nachvollziehbare Interpretation der Schriftrollen und ihrer Schreiber vorgelegt.

Demnach gibt es zwar Parallelen zwischen den Texten von Qumran und dem Neuen Testament. Doch halten es die drei Autoren für pure Spekulation, Jesus und seine Jünger im Umfeld einer messianischen Bewegung zu verorten, der auch die Schreiber der Schriftrollen von Qumran angehörten. Die Wahrheit scheint auch hier viel komplizierter zu sein.

Der englische Originaltitel – also: The Complete World of the Dead Sea Scrolls – ist nicht von ungefähr gewählt. Philip Davies, George Brooke und Phillip Callaway unternehmen es in der Tat, ein vollständiges Bild der Schriftrollen von ihrer Entdeckung seit 1947 über die Wege und Irrwege ihrer Entzifferung bis hin zum archäologischen Umfeld der Rollen und der in der Nähe der Höhlen befindlichen jüdischen Siedlung zu zeichnen.

Arabische Beduinen boten 1947 einige zufällig in den Höhlen von Qumran gefundene Schriftrollen zum Verkauf an. Noch vor der Teilung Palästinas 1948 gelangten so einige dieser Rollen ins spätere Israel; die restlichen hingegen, die erst nach 1948 gefunden wurden, befanden sich dann auf jordanischem Boden. Diese dem wissenschaftlichen Fortschritt sicherlich nicht dienliche Teilung der Schriften wurde zusätzlich dadurch verschärft, daß mehrere Forscherteams mit der Entzifferung, Restaurierung und Veröffentlichung der alten Schriftrollen beauftragt wurden. Während einige Texte relativ schnell veröffentlicht wurden, hüteten andere Professoren ihre Fragmente wie ihr Eigentum. Erst jetzt, mehr als 50 Jahre nach dem ersten Fund, kommt die Edition fast aller Fragmente zu einem Abschluß. Zwist, Eifersüchteleien, akademischer Neid, aber auch Unfähigkeit und Eigensinn vereitelten eine wissenschaftliche Bearbeitung. Das Herausgeberteam war sicherlich nicht optimal besetzt. Zudem war unter ihnen keine Jüdin und kein Jude, so daß eine bestimmte Interpretation der Texte vorgegeben war. Lawrence Schiffman, einer der späteren Herausgeber, äußerte sich zu diesen Blüten eines ganz normalen Wissenschaftsbetriebs so:

Das Herausgeberteam verweigerte allen anderen den Zugang zu den restlichen unveröffentlichten Dokumenten. Wie Geizhälse horteten sie die Rollen als Währung, um ihre Karrieren und die ihrer Studenten zu veredeln. [Qumran, Seite 26]

Dabei enthielten die Schriftrollen selbst Revolutionäres. Nicht nur, daß hier die ältesten alttestamentarischen Handschriften auf hebräisch vorlagen, nein, auch neue, unbekannte Texte, die offensichtlich vor 2000 Jahren als religiöse Texte voll akzeptiert waren, kamen ans Licht. Doch erst, als israelische Wissenschaftler in den 90er Jahren federführend die Herausgabe betreuten, änderte sich das zögerliche Vorgehen bei der Edition der Texte. Sie liegen jetzt weitgehend vor. So kann jetzt auf einer relativ verläßlichen Grundlage der Versuch unternommen werden herauszufinden, wer zu welchem Zweck die Schriftrollen in die Höhlen am Wadi Qumran gelegt hat. Und hierbei gibt es mehr Fragen als Antworten.

Eine der ersten Interpretationen ging davon aus, daß Mitglieder einer der vier jüdischen Hauptrichtungen der damaligen Zeit die Schriften hergestellt hatten. Die vier rivalisierenden Richtungen waren die Pharisäer, die Sadduzäer, die Essener und die Samariter.

Am besten kann man sie vielleicht als Kombination aus moderner politischer Partei und Kirchengruppe verstehen. [Qumran, Seite 54]

Zum historischen Hintergrund gehört, daß sich im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung innenpolitische Auseinandersetzungen um die Kontrolle des Tempels in Jerusalem mit dem Kampf gegen die seleukidische Fremdherrschaft verknüpften. Das Seleukidenreich, gegründet von einem der Generäle Alexanders des Großen, reichte einstmals von Palästina bis Indien. Ende des 2. Jahrhunderts war nur noch ein Rumpfstaat übrig – Syrien. Dieses wurde 63 vor unserer Zeitrechnung vom römischen General Pompeius erobert, der anschließend Jerusalem einnahm und dem selbständigen jüdischen Staat ein Ende bereitete. Für einen Teil der Jüdinnen und Juden waren die Römer seither die Feinde schlechthin – und genau dieses findet sich auch in den Schriftrollen von Qumran wieder.

Doch wer die Schreiber der Schriftrollen waren, ist bis heute umstritten. Vieles spricht aufgrund der Aussagen der Schriftrollen dafür, daß in Qumran eine jüdische Sekte lebte, die in Gegnerschaft zu den Tempelpriestern von Jerusalem stand. Manche Texte jedoch sind in dieser Hinsicht alles andere als eindeutig; so daß wir uns fragen müssen, ob die Schriftrollen eine einheitliche Richtung vertreten oder mehr oder weniger zufällig so vorliegen, wie sie seit 1947 aufgefunden worden sind. Hinzu kommt die Problematik, nicht eindeutig sagen zu können, wann die Schriftrollen geschrieben wurden. Hier gibt es derzeit zwei Untersuchungsmethoden, die sich zum Teil erheblich widersprechen. Zum einen wurde ganz traditionell eine C14–Untersuchung durchgeführt. Diese gibt Hinweise darauf, wann das Tier getötet wurde, dessen Haut zum Schreiben benutzt wurde. Zum anderen wurde versucht, durch Schriftuntersuchungen eine zeitliche Reihenfolge herzustellen, in der die Handschriften verfaßt wurden. Leider sind die C14–Daten nicht exakt genug, um die zweite Untersuchungsmethode entsprechend eichen zu können. So können wir heute nur davon ausgehen, daß die Schriftrollen irgendwann zwischen 400 vor unserer Zeitrechnung und etwa dem Jahr 70 unserer Zeitrechnung, also zu dem Zeitpunkt, als Jerusalem von den Römern zerstört wurde, geschrieben wurden.

Alle von denselben Leuten? Von Parteigängern derselben Glaubensrichtung? Genau das ist das Problem. Wir wissen es nicht. Wir können nicht einmal mit Gewißheit sagen, ob, und wenn ja, was die Handschriften mit der in der Nähe gelegenen Siedlung zu tun haben. Vielleicht müssen wir sogar in Betracht ziehen, daß durch einen unglaublichen Zufall uns Schriftmaterial in die Hand gefallen ist, das eine bestimmte Interpretation herausfordert. Ein ähnlicher Fund an anderer Stelle könnte ein ganz anderes Ergebnis beinhalten.

Eines ist jedenfalls sicher – die weithin vertretene Behauptung, die Verfasser der Schriftrollen gehörten der Richtung der Essener an, ist alles andere als gesichert. Weiterhin dürften Übereinstimmungen zwischen Qumran und neutestamentarischen Texten eher Zufall sein. Zwar wurde die Behauptung aufgestellt, in zumindest einer Höhle seien Fragmente des Neuen Testaments gefunden worden. Aber diese Behauptung ist anmaßend und gründet sich auf einige wenige Buchstabenfragmente. Eine exakte Zuordnung wäre willkürlich. Daß hingegen die Schriftrollen einer bislang unbekannten jüdischen Ordensgemeinschaft zugeschrieben werden müssen, ist aufgrund der detaillierten Anweisungen einiger Qumran–Texte ziemlich wahrscheinlich. Zudem finden sich in den Handschriften Manuskriptfragmente zu fast allen Büchern des Alten Testaments, Bibelkommentare und Hymnen, aber auch moralische und sogar politische Schriften. Ähnlich wie in der historischen Bewertung des Alten Testaments stehen wir hier also erst am Anfang.

Voreilig wurden Behauptungen aufgestellt, um eine bestimmte Interpretation der Geschichte und der überlieferten Texte zu begründen. Dabei sagen uns die Texte von Qumran noch etwas ganz anderes: die Entstehung des rabbinischen Judentums und des frühen Christentums muß völlig neu betrachtet werden. Offensichtlich entstanden aus einer Vielfalt von möglichen religiösen Vorstellungen zwei Interpretationen, welche die nächsten zwei Jahrtausende geprägt haben.

Wer mehr dazu wissen möchte und vielleicht auch die religiösen Vorstellungen der Menschen von Qumran vor 2000 Jahren, wird fündig im QumranBuch von Philip Davies, George Brooke und Phillip Callaway mit dem Untertitel Die Schriftrollen vom Toten Meer. Es ist im Theiss Verlag erschienen und kostet 29 Euro 90 [Einführungspreis bis 31.01.2003, danach 36 €].

 

Kalender Archäologie 2003

Und jetzt noch ein nützlicher und zugleich ästhetischer Tip für die Bethlehemzeit. Wo gibt es das schon gleichzeitig zu haben?

Es geschieht jedes Jahr. Wer zu spät kommt, den bestraft der Kalender unbarmherzig. Vor allem diejenigen, die keinen haben. Nein, Spaß beiseite. Es gibt Kalender und Kalender. Die einen begleiten uns überall hin und die anderen hängen wir an die Wand. Motive von Kitsch bis Kunst, worin auch immer der Unterschied bestehen mag, sollen uns ein ganzes Jahr lang erfreuen.

Vor wenigen Tagen eröffnete die archäologische Ausstellung Menschen · Zeiten · Räume in Berlin ihre Pforten. Mit dieser Ausstellung sollen die bedeutendsten Entdeckungen aus Ausgrabungen der vergangenen 25 Jahre in Deutschland zusammen–, vor– und ausgestellt werden. Von den Fossilien der Grube Messel über Funde der Neandertaler und der Bronzezeit bis hin ins Mittelalter, ja sogar in die Moderne reicht der zeitliche Rahmen. Die eindrucksvollsten Funde und Kunstwerke dieser Ausstellung sind im Kalender Archäologie 2003 versammelt. Löwenmenschen aus der Schwäbischen Alb oder ein Bernsteinschatz, der in Ingolstadt gefunden wurde. Aufgenommen in fotografisch hochwertiger Qualität präsentiert der Kalender in jedem Monat einen Höhepunkt der Archäologie der letzten 25 Jahre. Ergänzt werden die Fotografien durch Hintergrundinformationen und fachlich fundierte Kommentare.

Der Kalender Archäologie 2003 ist ebenfalls im Theiss Verlag erschienen und kostet 19 Euro 90.

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte –

mit einigen Veranstaltungshinweisen für diese Woche.

Am Dienstagabend um 19 Uhr 30 werden Möglichkeiten zur Umgehung der Neugestaltung der darmstädter Abwassergebührenregelung erörtert. So verstehe ich das jedenfalls; ist wahrscheinlich nicht so gedacht. Martin Bullermann zeigt im Justus–Liebig–Haus Handlungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Regenwassergebühr durch Entsiegelung und Regenwassernutzung auf. Veranstalter sind der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Volkshochschule Darmstadt.

Auch in Darmstadt gibt es jetzt eine getrennte Gebühr für die Ableitung von Regenwasser. Martin Bullermann stellt dar, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Regenwassergebühren einzusparen. Insbesondere Systeme zur durchlässigen Befestigung von Oberflächen werden vorgestellt. In der Veranstaltung werden alle Maßnahmen anschaulich an Beispielen erläutert. Dienstagabend, 19 Uhr 30, im Justus–Liebig–Haus in Darmstadt, Raum 11. Ob dabei auch diskutiert wird, welche Auswirkungen dieses Sparen bei den Regenwassergebühren haben wird? Wird es nicht so sein wie beim Müll? Die teuren Müllverbrennungsanlagen wollen ja auch dann finanziert werden, wenn weniger Müll anfällt. Logisches Ergebnis: das Sparen wird bestraft. Weniger Müll kostet mehr. Wahrscheinlich wird das Prinzip ähnlich bei der Berechnung des Regenwassers sein.

Da die teure und völlig überdimensionierte Kläranlage auch finanziert werden muß, zahlen alle dafür mehr, wenn einige das Regenwasser sinnvoll verwenden. Und ich dachte, in diesem Land gilt das Verursacherprinzip. Diejenigen also, die uns diese überdimensionierte Kläranlage eingebrockt haben, sollten eigentlich mit ihrem Privatvermögen dafür gerade stehen. Zumindest dann, wenn wir kapitalismus–immanent argumentieren. Soweit zum Regenwasser. Kommen wir nun zum nächsten Termin:

Die GewerkschafterInnen gegen Hartz–Pläne treffen sich am Donnerstagabend um 18 Uhr im DGB–Haus. Entstanden ist der Zusammenhang im Anschluß an eine Veranstaltung von GALIDA, ver.di–Erwerbslosenausschuß und dem Internationalem Bündnis. Bei dieser Veranstaltung ging es um eine Kritik der Hartz–Pläne und ihrer Umsetzung auch mit Hilfe der Gewerkschaften.

Ebenfalls am Donnerstagabend um 19 Uhr 30 versuchen Jürgen Planert vom DGB Starkenburg und Michael Wörner–Scheppert, die Attraktivität des Rechtsextremismus für Jugendliche näher zu beleuchten. Wie gelingt es Neonazis, junge Menschen zu erreichen? Was ist daran attraktiv? Und wie nutzen Rechtsextremisten das Internet? Donnerstagabend, 19 Uhr 30, in der Stadtbücherei in Rüsselsheim. Die Veranstaltung begleitet die in der rüsselsheimer Stadtbücherei noch bis zum 19. Dezember zu sehende Ausstellung Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland.

Diese Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte wird am Dienstag um Mitternacht, um 8 Uhr morgens nach dem Radiowecker und noch einmal ab 14 Uhr wiederholt. Gleich folgt Gehörgang, eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Mehr zu den beiden darmstädter Bundestagsabgeordneten Walter Hoffmann und Andreas Storm findet sich auf einer speziellen den beiden gewidmeten Seite.
[2]   Die Sendemanuskripte zu meinen drei Troia–Sendungen sind online verfügbar: 1 2 3.
[3]   Eine interessante Besprechung des Buches durch Daniel Lazare findet sich in Harper's Magazine, March 2002.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Dezember 2005 aktualisiert.
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