Atlantis

Mythos oder Wirklichkeit?

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Atlantis
Mythos oder Wirklichkeit?
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Mittwoch, 29. Juli 1998, 19.00–21.00 Uhr
 
wiederholt am :
Donnerstag, 30. Juli 1998, 10.00–12.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/ge_atlan.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Platon über Atlantis
Kapitel 3 : Spyridon Marinatos und Santorin
Kapitel 4 : Arn Strohmeyer: Atlantis ist nicht Troja
Kapitel 5 : Martin Freksa: Das verlorene Atlantis
Kapitel 6 : Heinz Kaminski: Atlantis - Die Realität
Kapitel 7 : Die FAZ und ihre klugen Köpfe
Kapitel 8 : David Luczyn geht auf Zeitreise
Kapitel 9 : Christiane Sautter: Es begann in Atlantis
Kapitel 10 : Kosmischer Plan
Kapitel 11 : Rainer Holbe: Neue phantastische Phänomene
Kapitel 12 : Rand & Rose Flem-Ath: Atlantis
Kapitel 13 : Bernhard Mackowiak:Atlantis
Kapitel 14 : Gisbert Haefs: Troja
Kapitel 15 : Wolfhard Schlosser und Jan Cierny, Sterne und Steine
Kapitel 16 : Atlantis - Mythos oder Wirklichkeit?

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte -

heute werde ich einige Worte über die Legende von Atlantis verlieren. Spinner aller Art versuchen auf esoterische Weise, hieraus ein Geschäft zu machen. Die einen wähnen sich als Überlebende des Untergangs von Atlantis und glauben, sie hätten eine oder mehrere Reinkarnationen hinter sich. Die anderen behaupten, eine Zeitreise in die Vergangenheit gemacht zu haben und sind auf Atlantis gelandet. Noch andere versuchen, Atlantis zu lokalisieren. Irgendwo muß der Kontinent ja verschwunden sein. In der Nordsee, mitten im Atlantik, auf den Bahamas, ja sogar in der Antarktis wollen einige die Spuren von Atlantis gefunden haben. Es gibt auch seriösere Theorien. Eine davon will ich später vorstellen. Ich denke nämlich, es gibt eine relativ plausible Erklärung für die Atlantis-Legende.

Doch woher kommt das Interesse daran? Immerhin sind bis heute etwa 20.000 Bände zu diesem Thema erschienen. Wie fing es an? Nun, Platon hat im 4. vorchristlichen Jahrhundert in zwei seiner philosophischen Schriften nähere Ausführungen zu Atlantis gemacht. Dies ist die einzige Quelle hierzu. Und auf dieser Quellenlage haben sich Wunschvorstellungen, Spinnereien und ernsthafte Deutungsversuche entwickelt. Zu mager für eine fundierte Aussage? Wir werden sehen.

Atlantis ist nach Platons Schilderung eine reiche und glückliche Gesellschaft gewesen. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Sitten verlotterten und die Insel mitsamt ihrer Bewohnerinnen und Bewohner im Meer versank. Diese Schilderung bietet sich geradezu für eine moralisierende Interpretation an; aber schon bei Platon geht es dabei um eine ideologisierende Moral. Ein Zusammenhang mit einer deshalb versinkenden Welt ist natürlich Unsinn. Aber er wird bewußt hergestellt, um Menschen zu einem bestimmten Lebenswandel zu bekehren. Daß dieser zumindest konservativ, wenn nicht gar reaktionär zu nennen ist - auch dies werde ich im Verlauf der nächsten zwei Stunden darlegen.

Durch die heutige Sendung führt Walter Kuhl.

 

Platon über Atlantis

Platon lebte von 427 bis 347. Er schrieb 35 philosophische Schriften in Dialogform, unter anderem den Kritias und den Timaios. Über Atlantis führte er darin folgendes aus: Solon, einer der in Griechenland sogenannten sieben Weisen, fuhr im sechsten vorchristlichen Jahrhundert nach Ägypten und ließ sich dort von Priestern über Atlantis berichten. Diese Geschichte wurde familienintern weitergegeben und kam so bei Platon an.

Etwa neuntausend Jahre vor Platon gab es ein großes Reich, das hinter der Meerenge lag, welche die Griechen die Säulen des Herakles nannten. Diese wurde zu Platons Zeiten mit der Straße von Gibraltar gleichgesetzt. Damals sei der Atlantik schiffbar gewesen. Atlantis, das war eine Insel, größer als Libyen und Asien zusammen. Unter Libyen wurde der Norden Afrikas verstanden, unter Asien eher das Gebiet des heutigen Kleinasien, vielleicht noch Syrien und Palästina. Jenseits dieser Insel lagen weitere, danach kam ein den Ozean begrenzendes Festland.

Auf Atlantis gab es ein mächtiges und reiches Königreich, dessen Macht bis nach Ägypten und Tyrrhenien reichte. Unter Tyrrhenien verstand man damals das Gebiet der Etrusker in Italien. Ich sage das deshalb dazu, weil ich den Verdacht habe, daß in der Literatur zu Atlantis hier ein Aspekt ungenügend behandelt worden ist. Es könnte nämlich sein, daß die überlieferten Bezeichnungen nicht mit der geographischen Entsprechung zur Zeit Platons gleichzusetzen sind. Aber darauf werde ich noch zu sprechen kommen.

Diese atlantische Macht versuchte, Athen, woher Solon stammte, und Ägypten zu versklaven. Doch Athen widerstand der Gefahr und befreite sogar die Gegenden vor den Säulen des Herakles. Danach ereigneten sich gewaltige Erdbeben und Flutkatastrophen; und an einem einzigen Tag und in einer Nacht wurden alle athenischen Krieger von der Erde verschlungen. Gleichzeitig verschwand die Insel Atlantis im Meer. Daher sei die See dort unwegsam und unerforscht, denn schlammige Untiefen hielten dort die Schiffe auf.

Poseidon war der göttliche Schutzpatron von Atlantis. Die Herrscherfamilie ging auf fünf Paare männlicher Zwillinge zurück. Der älteste hieß Atlas. Die Insel war unter den zehn Söhnen Poseidons aufgeteilt. Poseidon hatte den Urhügel, auf dem seine sterbliche Gemahlin Kleito wohnte, mit zwei konzentrischen Land- und drei Wasserringen umgeben. Auf diesem Hügel wurde die Hauptstadt von Atlantis errichtet, nach Größe und Schönheit ein wahres Weltwunder. Hinter der Stadt befand sich eine große Ebene von etwa 150.000 Quadratkilometern; das wäre etwa ein Drittel der Größe der Bundesrepublik. Im Norden grenzte daran ein hohes Gebirge.

Platons Bericht endet abrupt damit, daß im Laufe der Zeit die Könige vom Pfad ihrer strengen Rechtsnormen abgewichen seien, daß sie gierig und herrschsüchtig wurden. Zeus beriet daher einen Götterrat ein, um sie zu bestrafen ... und damit bricht Platons Dialog Kritias einfach ab. Das Ende der Geschichte werden wir daher nie erfahren.

 

Spyridon Marinatos und Santorin

1950 veröffentlichte der griechische Archäologe Spyridon Marinatos einen kleinen, dafür bahnbrechenden Aufsatz. Er fand bei Ausgrabungen in der Nähe von Iraklion im Norden Kretas zwei Umstände vor, die er in einen Zusammenhang brachte. Zum einen entdeckte er vulkanischen Bimsstein bei seinen Ausgrabungen, der vom Thera-Vulkan, und zwar bei dessen Ausbruch im 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, stammte. Das andere war die große und abrupte Katastrophe, der das minoische Kreta, ebenfalls des 2. vorchristlichen Jahrtausends, zum Opfer fiel. Marinatos machte als erster diesen Vulkanausbruch mitsamt der zugehörigen Erd- und Seebeeben hierfür verantwortlich.

Thera, das heute Santorin heißt, liegt etwa 120 Kilometer nördlich von Kreta. Heute läßt sich nur noch erahnen, daß diese Insel einmal kreisrund gewesen sein muß, denn der mittlere Teil der Insel ist im Meer versunken. Dort muß einmal ein etwa 1600 Meter hoher Vulkankegel gestanden haben. Im Gegensatz zu Marinatos' Befund ist allerdings heute nicht mehr ganz sicher, ob bei diesem Vulkanausbruch oder bei einem ähnlichen vor etwa 25.000 Jahren das tiefe Loch im Meer mitten in der Insel entstanden ist. Selbst über die Datierung des großen Ausbruchs vor etwa dreieinhalbtausend Jahren ist man sich heute nicht sicher; die Schätzungen reichen von 1650 bis 1250.

Das ist insofern nicht ganz unwichtig, weil damit die Frage zusammenhängt, ob tatsächlich dieser Vulkanausbruch mitsamt aller Beben für den Untergang der minoischen Kultur verantwortlich gemacht werden kann, denn dieser Untergang ist relativ sicher datierbar.

Andererseits war dieser Vulkanausbruch der wahrscheinlich weltweit größte seit der letzten Eiszeit. Um die Auswirkungen dieses Ausbruchs beurteilen zu können, wird in der Literatur im allgemeinen auf den Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau 1883 hingewiesen. Dieser explodierte und fiel in sich zusammen und verursachte dabei Druck- und Flutwellen, denen damals etwa 40.000 Menschen zum Opfer fielen. Die Detonation ließ in 160 Kilometer Entfernung Fenster und Häuserwände bersten.

Vor einigen Tagen erreichte durch ein Seebeben eine Flutwelle Papua-Neuguinea. Tausende Menschen starben hierdurch. Die Welle war nur wenige Meter hoch und hatte trotzdem verheerende Auswirkungen. Die Flutwelle, die durch den Einsturz des Thera-Vulkans entstand, muß, als sie das Land erreichte, bis 200 Meter hoch gewesen sein. Das läßt sich durch vulkanische Bimssteinablagerungen an den Küsten Kleinasiens und Kretas nachweisen.

Ein solches Ereignis kann nicht ohne Folgen geblieben sein. Und ich denke, in der mündlichen Überlieferung wird sich viel davon gehalten haben. Die Legende von Atlantis kann hier ihren Ursprung genommen haben. Eine blühende Kultur, wie die minoische auf Kreta und eben auch auf Santorin, wurde zerstört.

Natürlich passen einige Elemente von Platons Erzählung nicht zu diesem Versuch, Atlantis mit dem minoischen Seereich gleichzusetzen. Weder die geographischen noch die Größenangaben des von Platon beschriebenen Atlantis passen. Kreta und Santorin liegen weder im Atlantik noch stimmen die Flächenangaben. Aber auch hierfür gibt es Lösungsansätze, die ich später vorstellen will.

Zum Vulkanausbruch auf Thera/Santorin vor etwa dreieinhalbtausend Jahren, den Thesen von Spyridon Marinator, und dem Versuch, Atlantis auf Santorin wiederzufinden, siehe auch meine Besprechung des Buches von Walter L. Friedrich : Feuer im Meer.

 

Atlantis ist nicht Troja

Besprechung: Arn Strohmeyer, Atlantis ist nicht Troja. Über den Umgang mit einem Mythos, Donat Verlag, Bremen 1997, ISBN 3-931737-04-7, 148 [136] S., DM 22,00

Der norddeutsche Pastor Jürgen Spanuth hat es zu seinem Lebenswerk gemacht, Atlantis mit Helgoland und der norddeutschen Tiefebene gleichzusetzen. Um 1200 vor unserer Zeitrechnung hätte eine große Sturmflut weite Teile Nord- und Ostfrieslands unter Wasser gesetzt. Das problematische an Spanuths Theorie ist zum einen, daß er den in Norddeutschland damals angeblich lebenden Germanen den Status einer Hochkultur verschaffen will; zum anderen veröffentlicht er seine Bücher im rechtsradikalen Grabert-Verlag in Tübingen. Rechtsradikale Literatur bespreche ich grundsätzlich nicht, deswegen gehe ich auf Spanuths Theorie auch nicht weiter ein.

Arn Strohmeyer vertritt einen ähnlichen Ansatz, jedoch ohne ideologisches Beiwerk. Für ihn ist Atlantis nicht einfach eine untergegangene Insel, sondern Platons Atlantis steht bei ihm für dreierlei: für die Königsinsel, für die große Ebene und für das gesamte Einflußgebiet, also für Stadt, Königreich und Kulturkreis. Dann könnte es durchaus sein, daß die Königsinsel verschwunden sei, also auch noch genauer zu bestimmen und zu suchen, während der Rest des Reiches zumindest geographisch weiter existiert hätte. Das Zentralgebiet von Atlantis sei das westliche und nördliche Mitteleuropa der Bronzezeit und der Megalith-Kultur gewesen.

Seine nördlichen Küsten - vor allem die Marschgebiete der Nordsee - waren nach Naturkatastrophen [...], die im einzelnen belegt sind, der Ausgangspunkt der Abwanderung der Urnenfelderleute, die sich in den Hochkulturen des östlichen Mittelmeeres, vor allem aber in dem fruchtbaren Niltal, ein besseres Auskommen erhofften. [S. 39]

Der historische Rahmen dieser Völkerwanderung ist das beginnende 12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Gegen 1200 wurden Troja und das anatolische Hethiter-Reich vernichtet, die Küstengegenden Zyperns, Syriens und Palästinas verwüstet, Ägypten angegriffen. Verantwortlich werden die von den Ägyptern sogenannten Seevölker gemacht, deren genaue Zusammensetzung bis heute nicht sicher ist. In ägyptischen Zeugnissen werden Völker genannt, die wir als Danaer, Trojaner, Etrusker, Libyer, Sizilier, Sarden, Philister identifizieren können, ohne aber genau zu wissen, woher sie kamen, ob sie sich der Wanderung nur angeschlossen hatten oder von Anfang an dazu gehört haben. Auch wenn Namen wie Sizilier auftauchen, heißt das noch lange nicht, daß sie aus Sizilien kamen.

Es kann genausogut sein, daß diese Völker nach ihrer vernichtenden Niederlage in Ägypten andere Teile des Mittelmeerraums besiedelt haben. Vor allem der Ursprung dieser Wanderung ist unklar. Er könnte tatsächlich in Mitteleuropa seinen Ausgangspunkt genommen haben; genaueres wissen wir aber nicht. Strohmeyers These ist zunächst einmal nur Spekulation.

Arn Strohmeyer beschäftigt sich auch mit der Kreta- bzw. Santorin-These, die er ablehnt. Beide Inseln lägen innerhalb, nicht wie Platon schreibt, außerhalb der Säulen des Herakles. Außerdem sei Santorin eine Vulkaninsel, aber von Vulkanen schreibe Platon nichts. Außerdem gehörten beide Inseln eindeutig zum frühen griechischen Kulturkreis der Bronzezeit. Zudem habe die Entzifferung der sogenannten Linear B-Täfelchen aus dem kretischen Knossos und dem griechischen Mykene ergeben, daß die sozialen, wirtschaftlichen und militärischen Verhältnisse dort so gut wie nicht den von Platon für Atlantis geschilderten entsprechen würden. Auch der französische Unterwassertaucher Jacques Cousteau habe mit seinen U-Boot-Expeditionen keine Überreste eines untergegangenen Inselreiches in der Nähe von Santorin oder Kreta finden können.

Ich finde, hier wird Strohmeyer in seiner Argumentation unredlich. Ich sagte ja schon, daß die geographische Zuordnung der Säulen des Herakles im 13. Jahrhundert nicht der der klassischen Griechen entsprochen haben muß. In den dazwischen liegenden Jahrhunderten erweiterte sich nicht nur der geistige, sondern auch der geographische Horizont der Griechen. Es ist überhaupt nicht gesagt, daß diese Griechen sich darüber im Klaren waren, was ihre Vorfahren unter dem Begriff Säulen des Herakles verstanden hatten. Ich glaube, es gab sogar eine alternative Lokalisation für die Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien und eine andere für den Hellespont, also den Übergang von der Ägäis zum Schwarzen Meer. Die Deutung der Straße von Gibraltar für die Säulen des Herakles hat sich erst im Laufe der Zeit durchgesetzt.

Wenn Platon nicht von einem Vulkan spricht, besagt dies nur, daß er ihn nicht erwähnt oder daß die ägyptische Quelle ihn nicht erwähnt hat, nicht aber, daß ein Vulkan beim Untergang von Atlantis keine Rolle spielte. Das hört sich wie Haarspalterei an, muß aber erwähnt werden, wenn die Nichterwähnung eines Vulkans als Beweis gegen die Gleichsetzung von Atlantis mit Kreta oder Santorin herangezogen wird. Wissenschaftliche Argumentation sollte eben möglichst genau sein und nicht einfach das unterschlagen, was einer oder einem nicht in den Kram paßt.

Was die Linear B-Tafeln angeht, hat Strohmeyer recht. Das, was dort beschrieben wird, ist kein glänzendes Seereich. Auch wenn diese Tafeln eigentlich kaum mehr als Inventarlisten sind. Etwa, wieviele Ochsen der Bauer X als Steuer an den königlichen Hof abgeführt hat. Das minoische Kreta bzw. die Insel Santorin vor der Explosion des Thera-Vulkans waren jedoch keine frühgriechischen Gebiete. Man schrieb dort mit der sogenannten Linear A-Schrift, die bis heute nicht entziffert ist.

Und alles, was man heute über das minoische Kreta weiß, läßt zumindest den Schluß zu, daß eben nicht ausgeschlossen werden kann, daß die Legende von Atlantis den Untergang der minoischen Kultur beschreibt.

Bleiben die fehlenden im Meer versunkenen Überreste. Aber bitte sehr, wo sollen sie im Meer versunken sein? An der kretischen Nordküste ist kein Land untergangen. Und von Santorin fehlt nur die Mitte, und dort stand der explodierte Vulkankegel. Alles andere auf Santorin ist unter einer teilweise mehrere hundert Meter tiefen Ascheschicht vergraben worden. Ein Cousteau hätte mit einem U-Boot einfach nichts finden können.

Ein Punkt bleibt jedoch noch zu klären. Platon schreibt, daß der Krieg der Athener gegen Atlantis damals vor etwa 9000 Jahren stattgefunden habe. Dies paßt nun so gar nicht für eine zeitliche Zuordnung ins zweite vorchristliche Jahrtausend. Hierzu gibt es jedoch eine zumindest plausible Erklärung. In vielen Kulturen wurden damals Sonnen- und Mondkalender parallel geführt. Es kann durchaus sein, daß die ägyptischen Priester 9000 Mondzyklen meinten, also etwa 750 Jahre. Und damit wären wir rückgerechnet von Solons Aufenthalt in Ägypten etwa in der zweiten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends. Diese Hypothese gewinnt zudem an Wert, wenn man ganz nüchtern feststellt, daß es vor etwa 11.000 Jahren auf der gesamten Erde keine Hochkultur gegeben hat. Die Anfänge sogenannter Hochkulturen in China, im Indus-Tal, in Mesopotamien und in Ägypten liegen bei etwa 3000 vor unserer Zeitrechnung. Und in diesem Rahmen muß auch Atlantis gesucht werden, sollte es je existiert haben. Alles andere ist einfach Unsinn. Es gibt jedoch Autorinnen und Autoren, die das anders sehen. Auf die komme ich gleich zu sprechen.

Das Buch von Arn Strohmeyer heißt Atlantis ist nicht Troja. Es ist im Donat Verlag erschienen und kostet 22 Mark.

 

Martin Freksa : Das verlorene Atlantis

Besprechung: Martin Freksa, Das verlorene Atlantis, Die Geschichte der Auflösung eines alten Rätsels, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 1997, 274 S., DM 49,80

Martin Freksa nimmt in seinem Buch Das verlorene Atlantis die Sintflut- und Überschwemmungssagen und -berichte zum Anlaß, eine gemeinsame Wurzel dieser Schilderungen zu finden. Da ist er sicher nicht der erste. Autoren wie er konstruieren jedoch daraus, es habe ein ursprüngliches Ereignis gegeben, das sich in allen diesen Erzählungen wiederfinde. Zum Beweis erhebt er, daß in verschiedenen Kulturen auf verschiedenen Kontinenten Teile dieser mythischen Schilderungen fast wortgleich sind.

Nun beweist mir das erst einmal gar nichts. Da wäre erst einmal die Übersetzung zu prüfen oder der genaue Text zu analysieren. Außerdem ist nun wirklich nicht auszuschließen, daß einige Mythen ähnliche oder gleiche Sequenzen haben, aber wie viele ungleiche? Daß ein teocalli im zentralen Mexiko der Name für einen Pyramidenhügel ist, und im Lateinischen Gott deus heißt und Hügel collis, macht die Sprachen Mexikos und Italiens nicht zu verwandten. Linguistische Analyse ist einfach mehr, als ein paar mehr oder weniger zufällige Ähnlichkeiten zu betrachten und daraus auch noch Schlüsse zu ziehen.

Martin Freksa behauptet nun nach der Sichtung verschiedener mythischer Schilderungen, vor der großen Flut habe es eine hochentwickelte Zivilisation gegeben.

Anzeichen für einen hochentwickelten Stand der Technik in der spätatlantischen Zeit ergeben sich auch bei der Betrachtung einer anderen Art von Funden, den Megalithen oder 'Großsteinen', von denen man heute noch etliche als Bestandteile berühmter Ruinen sehen kann. [...]

Die Megalith-Denkmäler werden besonders von den Spezialforschern als Zeugnisse einer »verschollenen Kultur« betrachtet, über deren Entstehung man ebenso wenig sagen könne wie über deren Zerfall. Aus meiner Sicht dokumentieren die Megalith-Zeugnisse zunächst einmal die Zerstörungsgewalt der Großen Flut: von riesigen Bauwerken, wie z.B. Stonehenge dem Grundriß und den Sockelresten nach gewesen muß, blieben Steine, und zwar solche, die zu den schwersten gehören, welche die Menschheitsgeschichte kennt. [S. 166 f.]

Was an schweren Steinen Hochkultur sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist eine Behauptung, da wir die Lebensumstände der zugehörigen Gesellschaft nicht kennen. Dieser Unkenntnis entzieht sich Freksa auf eigenwillige Weise. Er beruft sich auf die Aussage eines gewissen Shree Rajneesh, besser bekannt als Bhagwan oder später als Osho. Bhagwan begründete eine der vielen indischen Guru-Pseudoreligionen, die von ihren Anhängerinnen und Anhängern Enthaltsamkeit und Meditation abverlangten, während der große Meister selbst in Saus und Braus lebte. Sein Wagenpark mit mehreren Luxuslimousinen war ein offenes Geheimnis. Jetzt kommt also dieser Bhagwan daher und fabuliert folgendes: Atlantis ging etwa vor fünf Jahrtausenden unter und zwar infolge einer großen Flut. Die Insel lag mitten im Atlantik. Und wörtlich:

Atlantis versank im Ozean nicht durch irgendeine Naturkatastrophe. Es handelte sich tatsächlich um das gleiche, was heute vor sich geht: es war des Menschen eigene Macht über die Natur. Es geschah durch Atomenergie, daß Atlantis unterging - es war ein Selbstmord der Menschheit.

Nun ist es ja sehr praktisch, daß Atlantis unterging, weil dadurch auch keine Spuren von Atomenergie gefunden werden können. So funktionieren nämlich derartige Stories. Man konstruiert etwas, was (zumindest auf den ersten Blick) garantiert nicht zu widerlegen ist. Ich habe nur eine Frage: wenn Atlantis über die Macht und Fähigkeit verfügte, Atomenergie zu benutzen, warum war im von Atlantis beherrschten Kulturraum Westeuropas die höchste technologische Leistung, tonnenschwere Steine durch die Gegend zu transportieren? Die Antwort auf meine Frage, egal wie sie lauten mag, disqualifiziert den Beitrag von Martin Freksa.

Sein Buch heißt Das verlorene Atlantis. Es ist im Verlag Klöpfer & Meyer erschienen und kostet 49 Mark 80.

Einen Seitenhieb möchte ich mir hier nicht verkneifen. Der Tübinger Universitätsverlag Attempto und der Verlag, der das gerade genannte Buch herausgegeben hat, firmieren unter derselben Adresse und daher vermute ich, daß sie zusammengehören. Wenn dem so ist, wirft dies ein Schlaglicht auf den armen, gebeutelten Wissenschaftsstandort Deutschland.

Das Gejammer darum wird zwar von denen vertreten, die noch mehr Geld für sinnlose Großforschungsprojekte haben wollen oder eine elitärere, noch mehr auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnittene, Ausbildung. Deren Problem ist wahrlich nicht meines. Ich verstehe unter Wissenschaft weder die Unterordnung unter Kapitalinteressen noch blühenden unbeweisbaren Blödsinn. Beides wird an deutschen Universitäten gelehrt und dann natürlich auch in Büchern veröffentlicht. Also, wenn ich Schwachsinn lesen oder lernen will, dann kann ich mir doch gleich ein esoterisches Buch reinziehen.

 

Heinz Kaminski : Atlantis - Die Realität

Besprechung: Heinz Kaminski, Atlantis. Die Realität, Bettendorf'sche Verlagsanstalt, München / Essen / Ebene Reichenau 1997, ISBN 3-88498-114-5, [287 S.], 24,80 DM

Professor Heinz Kaminski gründete 1946 die Sternwarte Bochum. Er ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Studien. Seit 1981 ist er Direktor des Instituts für Umwelt- und Zukunftsforschung, vormals Sternwarte Bochum.

Ich habe einen Grund, weshalb ich den Klappentext seines Buches Atlantis. Die Realität zitiere. Wenn frau oder man sich das so anhört, klingt das so, als sei Kaminski ein seriöser Wissenschaftler, dessen Forschungsergebnissen durchaus vertrauensvoll nachgegangen werden kann. Kapitel 6 seines Buches fängt jedoch so an - und er meint das völlig ernst:

William Scott-Elliot veröffentlichte 1882 in New York sein Buch: »The story of Atlantis«. 1912 erschien in Leipzig bereits die 2. deutsche Übersetzung: »Atlantis nach okkulten Quellen, eine geographische, historische und etnologische Skizze«.

Die Scott-Elliot-Schrift über Atlantis ist das Produkt einer Teamarbeit von ähnlich oder gleichwertig befähigten Hellsehern der Zeit um 1880. Hierdurch ist eine gegenseitige Kontrolle und vergleichende Betrachtung möglich geworden, die von Bedeutung bei der Bewertung der Detailbeschreibungen von Atlantis und seinen Bewohnern, deren Aufstieg, deren Glanzzeit und deren Abstieg ist.

Atlantis, ein UR-Kontinent, dessen Reste nach Scott-Elliot 9564 v. Chr. [...] in einer letzten großen Katastrophe untergingen, ist kein dichterisches Phantasieprodukt, sondern eine geisteswissenschaftlich bewiesene Tatsache und somit eine historische Realität. [S. 71]

Treffen sich also acht Scharlatane und mauscheln untereinander aus, wie wohl Atlantis ausgesehen haben könnte. Der Witz ist so gut, daß er von Angela Merkel und der deutschen Atomwirtschaft stammen könnte. Aber so etwas wird zu Ende des 20. Jahrhunderts allen Ernstes als wissenschaftliche Methode angepriesen. Nicht nur das; es gibt nicht gerade wenige Menschen, die in unseren angeblich aufgeklärten Zeiten derartigen Unsinn auch noch glauben.

Wenn Kaminski von Geisteswissenschaft schreibt, dann meint er nicht das, was an Universitäten im Gegensatz zu Naturwissenschaften als Geisteswissenschaften gelehrt wird. Er meint damit eine Art der Erkenntnis, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Diese Methode beruft sich auf die Theosophie und vor allem die Anthroposophie Rudolf Steiners. Also kurz gesagt, auf unbewiesene Behauptungen, spinnerte Einfälle und spirituelle Glanzleistungen.

Kaminskis achtes Kapitel beginnt dementsprechend auch so:

Die von Edgar Cayce in über 20 Jahren praktizierte Methode, sich durch Selbsthypnose in einen schlafähnlichen Zustand zu versetzen und in diesem Zustand mittels seiner hellseherischen Fähigkeiten Fragen zu beantworten oder Aussagen zu machen, hatte große Beachtung gefunden.

Diese auf Frage und Antwort aufgebauten hellseherischen Vorträge, die sogenannten Readings, wurden von seinem persönlichen Umfeld mit Zeitangaben aufgezeichnet und katalogisiert. Edgar Cayce machte u.a. auch Aussagen zu dem erscheinen und der nachfolgenden Entwicklung des Menschen auf dem Planeten Erde.

Diese Entwicklung begann nach Cayce mit dem Erscheinen »menschlicher Wesen« in der physischen Ebene vor 10 Millionen Jahren und endete mit den letzten Auswanderungen aus Atlantis. In seinen Readings bezieht sich Edgar Cayce u.a. auch auf die Akasha-Chronik.

Die Akasha-Chronik ist eine der ausgedachten Weisheiten Rudolf Steiners. Einer beruft sich auf den anderen oder tut so, als sei er - völlig unabhängig von anderen - zu denselben Ergebnissen gekommen, die daher ja auch stimmen würden. Naja, Hellsehen als wissenschaftliche Erkenntnis ...

Wie ich schon sagte - Wissenschaftsstandort Deutschland.

Der große Meister, nämlich Rudolf Steiner, hat unter anderem eine Schrift namens Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge hinterlassen. Die Schrift ist hier uninteressant, bemerkenswert finde ich die psychologisch interessante Freud'sche Fehlleistung, wenn bei Kaminski auf Seite 145 statt von karmischen von kramischen Zusammenhängen die Rede ist. Nur um darzulegen, daß ich den Anthroposophen nicht Unrecht tue, will ich aus einer anderen Schrift Steiners zitieren, die Kaminski dankenswerterweise in seinem Buch aufführt. Unter dem Titel Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten heißt es dort:

Wer die Tatsachen beobachten will, welche zu diesen Aussagen führen, der muß zu übersinnlichen Erkenntnissen aufsteigen. Er muß den Weg gehen, welcher in dieser Schrift zu schildern versucht wird.

Doch es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die Mitteilungen der Geisteswissenschaft für den wertlos seien, der nicht Neigung oder Möglichkeit hat, diesen Weg selbst zu gehen. Um die Tatsachen zu erforschen, muß man die Fähigkeit haben, in die übersinnlichen Welten hineinzutreten.

Sind sie aber erforscht und werden sie mitgeteilt, so kann auch derjenige, welcher sie nicht selber wahrnimmt, sich eine hinreichende Überzeugung von der Wahrheit der Mitteilungen verschaffen. Ein großer Teil derselben ist ohne weiteres dadurch zu prüfen, daß man die gesunde Urteilskraft in wirklich unbefangener Weise auf sie anwendet.

Man wird sich nur nicht in dieser Unbefangenheit stören lassen dürfen durch alle möglichen Vorurteile, die einmal im Menschenleben so zahlreich vorhanden sind. Es wird zum Beispiel leicht vorkommen, daß jemand findet, dies oder jenes vertrage sich nicht mit gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Gegenwart. In Wahrheit gibt es kein wissenschaftliches Ergebnis, welches der geistigen Forschung widerspricht. [S. 164]

Mit derselben Logik behaupte ich, die Erde ist eine Scheibe, und Ausbeutung auf den Spargeläckern eine bloße Einbildung fauler Arbeitsloser.

Kaminski jedenfalls meint:

Macht man sich diese Beweisführung Steiners zu eigen, dann beginnt ein Verstehen dafür aufzudämmern, daß die Geisteswissenschaften auch Erkenntnisse und somit Aussagen ermöglichen, d.h. vermitteln können, die über die Grenzen des Erkennens mittels der rein physisch ausgerichteten Naturwissenschaft hinausführen. [S. 165]

Das einzige, was mir dämmert, ist, daß ich einen solchen Haufen Quatsch selten zusammen gefunden habe. Deswegen ist es auch völlig unerheblich, welche grandiosen Erkenntnisse der Herr Kaminski in seinem Buch ausbreitet. Etwa, daß Atlantis mitten im Atlantik gelegen habe und durch das Aufbrechen der Erdkruste vor etwa 10.500 Jahren in die flüssige heiße Basaltlava abgetaucht ist. Man kann's glauben oder auch nicht, vielleicht braucht man oder frau dafür einfach ein paar Hellseher.

Das Buch von Heinz Kaminski heißt Atlantis. Die Realität; es ist in der Bettendorf'schen Verlagsanstalt erschienen und kostet 24 Mark 80. Sozusagen low price nonsense. Aber es kommt noch besser.

 

Die FAZ und ihre klugen Köpfe

Normalerweise reserviere ich die Virtuelle Zitrone, meinen Preis für besonders gelungenen Journalismus im geistigen Niemandsland (also für virtuellen Journalismus) für unsere große südhessische Heimatzeitung. Vor allem deren Lokalredaktion läßt mich selten im Stich bei der Suche nach Belegen dafür, daß sich in dieser Zeitung kaum jemand die Mühe macht, sauber zu recherchieren oder gar korrekt zu berichten. Vielleicht ist es so, daß gerade Saure-Gurken-Zeit ist. Vielleicht hat sich auch nur das Bemühen verstärkt, besser zu werden. Ich weiß es nicht. Jedenfalls bekommt das Darmstädter Echo diesmal meinen begehrten Preis nicht.

Ein gewisser Ernst Horst besprach das gerade von mir verrissene Buch von Heinz Kaminski im Dezember letzten Jahres in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Mann muß Anthroposoph sein oder zumindest dieser Glaubensrichtung nahestehen. Jedenfalls lobt er das Buch und schämt sich nicht einmal. So schreibt er:

Nach Scott-Elliot kam Edgar Cayce. Er war die Reinkarnation eines Ägypters, der etwa zur Zeit der Zerstörung von Atlantis lebte. Man wundert sich deshalb nicht, daß er sich besonders gut auskannte.

Auch erwähnt er, daß Paul Schliemann, der Enkel des Troja-Ausgräbers Heinrich Schliemann, von seinem Großvater eindeutige Beweise für die Existenz von Atlantis geerbt habe. Der Rezensent unterschlägt, daß die Phantasie mit Paul Schliemann durchgegangen war und er aufgrund eigener maßloser Selbstüberschätzung als Scharlatan aufflog. Er behauptete nämlich, einen bestimmten Text in einer Bibliothek überprüft zu haben. Leider irrte er in seinem Wahngebilde in der Bibliothek und der Stadt, in der sie steht. Naja, kann schon mal vorkommen. Funktioniert ja auch, solange es keiner überprüfen kann.

Siehe hierzu auch meinen Nachtrag und die Diskussion im Forum Grenzwissen.

Wahrscheinlich ist es aber nur so, wie Steiner bemerkt, daß man sich nur ganz unbefangen einem solchen Blödsinn widmen muß, um alles zu verstehen. Jedenfalls hat sich Ernst Horst die Virtuelle Zitrone redlich verdient.

HIER geht es zur Rezension von Ernst Horst. Auf meiner FEEDBACK-Seite dokumentiere ich ein die Zitrone betreffendes Schreiben an mich.

Wenn ich mich recht erinnere, behauptet die Frankfurter Allgemeine die Zeitung für kluge Köpfe zu sein. Etwa für die klugen Köpfe, die jeden ausgemachten Blödsinn als Wahrheit akzeptieren? Muß ich dann doch lieber das Darmstädter Echo lesen, obwohl ich in einem früheren Beitrag nachgewiesen habe, daß der Wahrheitsgehalt dieser Zeitung bei nur 75% liegt?

Über Scharlatane berichte ich auch in meinem nächsten Beitrag.

 

David Luczyn geht auf Zeitreise

Und jetzt gehen wir auf die große Reise, auf eine Zeitreise.

Das folgende Zitat ist die möglichst wortgetreue Widergabe eines auf der Esoterik-Messe 1997 in Darmstadt gehaltenen Vortrags. In der Hörfunkfassung wurde hier der entsprechende O-Ton eingespielt.

Ja, jetzt kommt dieses spezielle Selbstgerät, zu dem man diese Zeitbiege selbst braucht. Gibt es jemanden von Ihnen, der sich vorstellen kann, daß man eine Zeitreise machen kann? Glaubt jemand an Zeitreisen hier? Nur zwei Leute? Also, es ist so, daß [unverständlich] behaupten, daß sie es geschafft haben, Zeitreisen machen können - in die Vergangenheit allerdings nur, nicht in die Zukunft, nur in die Vergangenheit. Und mit diesem Gerät, dieser Zeitkabine, wo hier oben diese [unverständlich] sind, wo die Zeit gebogen werden, sagen sie, sie können in die Vergangenheit reisen und haben auch eine ganze Reihe von Reisen dokumentiert. Also, über tausend Experimente soll es gegeben haben, über hundert Leute sollen in die Vergangenheit gereist sein. Und es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, wie das passiert, sowohl astral wie auch konkret körperlich. Wen das hier interessiert, ich habe einen Artikel darüber geschrieben, speziell nur über die Zeitreisen. Ich habe noch zwei Hefte vom Magazin 2000, das aktuelle oder das letzte, da ist das ausführlich erläutert, wie das funktioniert und wie diese Zeitreisen ... Es ist ziemlich kompliziert, so kompliziert, daß es noch nicht mal ich verstanden habe. Das ist auch nicht so einfach zu verstehen.

Also, es ist jedenfalls der ganze [unverständlich] Zeitmine, ich will nur ein paar Worte sagen, und sie sprechen von Zeitpaketen, im Meer der Zeiten, in das man eben springen kann, in verschiedene Zeitpakete. Also, das ist - wie gesagt - eine Wissenschaft für sich, das würde einen eigenen Vortrag ausmachen, weil man kann bei diesen Zeitreisen nichts Materielles mitnehmen. Also nur organische Dinge können diese Reise machen. Also man keine Videokamera oder keinen Photoapparat mitnehmen; dann wäre es ja einfach zu beweisen. Man hat aber die Idee gehabt, daß er einen Maler, einen bekannten italienischen[??] Maler [unverständlich], den er kannte, ein Freund von ihm, daß er ihn auf eine solche Zeitreise, die allerdings jetzt nicht materiell war, mitgenommen hat für einige Tage. Und als sie zurückkamen, hat er innerhalb von einem Jahr wie in Trance oder wie in einem traumartigen Zustand über hundert Bilder gemalt, von dem, was sie als Atlantis wahrgenommen, wie er an Atlantis daran erinnert hat. Und ein paar von diesen Bildern habe ich am Ende noch dabei. Also, wenn das interessiert, ein paar Bilder von Atlantis zu sehen, der kann am Ende des Vortrags noch mal ein paar von diesen Gemälden sehen.

Ein gewisser David Luczyn hat den gerade gehörten Beitrag auf der letztjährigen darmstädter Esoterik-Messe [im Jahr 1997] verbraten. Der Mann ist klug, denn er vermeidet es, allzu offensichtlich als Fälscher entlarvt zu werden. Es ist sicher geschickt zu bemerken, daß man auf Zeitreisen in die Vergangenheit keine Videokameras mitnehmen kann, denn wie er richtig sagt, könnte man ja dann die Nichtexistenz sowohl der Zeitreise wie auch von Atlantis beweisen.

Da Esoterik ein Geschäft mit der Sehnsucht und der Leichtgläubigkeit der Menschen ist, hat der gute Mann auch nicht vergessen, daß die Gemälde seines Atlantis-Malers käuflich zu erwerben sind.

Tja, und solcherlei wird in der Wissenschaftsstadt Darmstadt allen Ernstes zum Besten gegeben.

Ich komme mir langsam so vor, als könnte ich zum Thema Atlantis nur solcherlei Unfug aus neuester Zeit widergeben. Es stimmt schon: als ich begann, nach neueren Veröffentlichungen zum Thema zu suchen, ist mir wirklich kaum ein ernsthafter Beitrag begegnet. Das war in den 70er Jahren noch anders, da wurde ernsthafter über Atlantis und den Ursprung dieser Legende diskutiert. Aber ich habe durchaus noch ein paar ernsthafte Beiträge in petto. Die Sendung dauert ja noch knapp eine Stunde und um Material zu Atlantis bin ich wahrlich nicht verlegen. (Obwohl ich nicht alle 20.000 Veröffentlichungen zum Thema gelesen habe.)

 

Christiane Sautter : Es begann in Atlantis

Besprechung: Christiane Sautter, Es begann in Atlantis, Ein Lebensweg durch die Jahrhunderte, Ch. Falk Verlag, Seeon 1997, ISBN 3-89568-037-0, DM 35,00

Der Rezensent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erwähnte, daß einer der hellsichtigen Atlantis-Forscher eine Reinkarnation eines Atlanters gewesen sei. Was meint er damit? Nun, der Glaube an Wiedergeburt ist weit verbreitet; und findige Menschen haben begonnen, sich und anderen einzureden, sie seien in einem früheren Leben diese oder jene Person gewesen.

Christiane Sautter beschreibt eine solche Geschichte in ihrem Buch Es begann in Atlantis. Und wahrscheinlich haben Erich von Dänicken und die postmodernen Fiction-Fernsehserien recht, daß wir unser Leben und unsere Weisheit Außerirdischen verdanken. Bei Christiane Sautter liest sich das so:

Alaia hatte schon lange aufgehört, die Jahre zu zählen, die sie hier in Atlantis lebte. Als der weise Rat unter den Bewohnern des Planeten Sirius nach Geeigneten gesucht hatte, war die Wahl auch auf sie gefallen, und sie hatte einfach gehorcht, hatte nicht gefragt, warum gerade sie gerufen worden war, sondern war gegangen. Der Wille des weisen Rates entsprach dem Willen des Einen, und dies war auch ihr Wille.

Der Auftrag bestand darin, mit den Menschen auf dem Planeten Erde zu leben und ihnen beizubringen, wie die Energien des großen planetarischen Gitternetzes, jenes kosmischen Schwingungsmusters, welches jeden einzelnen Planeten umgab, das die Sonnensysteme zusammenhielt, die Universen und Galaxien miteinander verband, wie man diese unendlich starken, verwandelnden Schwingungen durch den menschlichen Körper in die Erde lenken konnte, um diese mit Licht zu tränken.

Gaia, erleuchtete Materie! Der Menschenkörper, gottbestimmter Kanal zur Lenkung Seiner mächtigen Energien! Der göttliche Geist verlangte Raum in der Verdichtung! Mit ihrem überlegenen Wissen sollten die Planetarier dazu beitragen, dies neue Wesen, in dem sich Geist und Materie vereinten, ins Leben zu rufen.

Das Volk von Atlantis war eingehend geprüft worden. Allein die Fähigkeit dieser Menschen, sich mit dem intergalaktischen Rat in Verbindung zu setzen und dessen Hilfe zu erbitten, zeugte von ihrem hohen Reifegrad. [S. 20 f.]

Alaia kommt also auf die Erde und muß miterleben, wie die Atlanter diese kosmischen Energien für ihre finsteren Zwecke zu mißbrauchen beginnen. Das liest sich dann so:

Danach folgte die Zeit der Dunkelheit. Die Tage verschmolzen zu einer einzigen klebrigen, wütenden Masse, die Nächte zu Höllen aus Verlassenheit, Einsamkeit und Haß, Empfindungen, die sie noch nie zuvor gespürt hatte. So war sie ihnen hilflos ausgeliefert und tat, was diese von ihr zu verlangen schienen:

Sie kämpfte unerbittlich und fügte ihren Feinden große Verluste zu, denn sie war immer noch mächtiger als jeder einzelne von ihnen. Daß der Kontinent, das Blühende Land, daß Atlantis diese Schlacht nicht überleben würde, dämmerte ihr erst kurz vor dessen Untergang.

Die unermeßlich starken Energien des Gitternetzes, die sich während der Kämpfe immer wieder mit brutaler Gewalt entluden, bewirkten unterirdische Zerstörungen, die so lange unbemerkt blieben, bis es zu spät war. Neue Vulkane brachen aus, Erdbeben erschütterten das Land, die Menschen starben zu Tausenden, und nur wenigen gelang die Flucht über das große Meer. [S. 35]

Atlantis versank in einer tief im Meeresboden verlaufenden Spalte, die durch diese kosmischen Energien geöffnet worden war. Arme Alaia. Schrecklich versagt hat sie. Und deshalb meint Frau Sautter, ihr folgendes antun zu müssen:

Sie hatte auf der Erde nicht nur versagt, der Rückweg zu ihrem Planeten war ihr versperrt. Jener Teil, den sie um ihrer Rache willen geopfert hatte, war den Weg allein zurückgeflogen, sie jedoch würde sich hier so lange inkarnieren müssen, bis es ihr gelungen war, diesen Teil auf die Erde zu holen, um wieder eins zu werden mit sich selbst.

Und eines Tages entdeckt Christiane Sautter, daß sie die x-te Reinkarnation von Alaia ist, weswegen sie uns auch so genau schildern kann, warum Atlantis untergegangen ist. Ihr Buch heißt Es begann in Atlantis. Ein Lebensweg durch die Jahrhunderte. Es ist im Christa Falk Verlag erschienen und kostet 35 Mark.

 

Kosmischer Plan

Ich habe den Eindruck, daß es ein Bedürfnis danach gibt, sich in eine kosmische oder natürliche Ordnung einzufügen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse zu Ende des 20. Jahrhunderts sind nicht nur nicht mehr überschaubar; im Zuge der sogenannten Globalisierung ändern sich auch laufend Anforderungen und Zumutungen an die einzelnen Individuen. Ein Platz der Ruhe, eine Nische, eine Identität - das sind die Sehnsüchte, die von esoterischen Gedanken und Scharlatanen ausgenutzt werden.

Eine solche natürliche Ordnung ist von ihrem Wesensgehalt her konservativ, wenn nicht gar reaktionär. Sie läßt den Menschen keinen Raum mehr zu eigener selbstbestimmter Entwicklung, also auch nicht dazu, die vorgefundenen und als Zumutung empfundenen gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern. Alles ist Teil einer vorherbestimmten Ordnung und es kommt nur noch darauf an, dies zu erkennen und sich darin einzufügen.

Es gibt soviele esoterische Richtungen wie Spinnerinnen und Spinner; und es ist kein Wunder, daß sich die ganzen Richtungen nicht besonders grün sind. Sie werfen sich gegenseitig vor, das alles nicht richtig verstanden zu haben, und vertreten jeweils für sich selbst die Behauptung, die einzigen Erleuchteten zu sein. In der Öffentlichkeit tun sie hingegen so, als würden sie keiner Fliege etwas zuleide tun können.

Ich habe Antje Trukenmüller gebeten, eine dieser reaktionären Positionen aus einer Esoterikzeitschrift wiederzugeben. [In der Hörfunkfassung wurden die folgenden Zitate von Antje Trukenmüller gesprochen.] Es ist ein solch grauenhaft dummes Zeug, daß ich dafür eigentlich nicht auch noch Öffentlichkeit herstellen will. Es paßt jedoch in diese Sendung. Denn auch Atlantis ist eine solche Quelle der Sehnsüchte, Teil einer verloren gegangenen göttlichen, natürlichen oder kosmischen Ordnung. Und die Atlanter haben einen großen Fehler gemacht. Entweder verlotterten ihre Sitten (so wie viele das auch für heute sehen und entsprechend harte oder moralisch strenge Maßnahmen fordern) oder sie konnten das Böse nicht beherrschen.

Dieses und die folgenden Zitate sind dem Artikel Von Ehebruch, Promiskuität und dem Sinn der Monogamie aus der Zeitschrift ZeitenSchrift, Ausgabe 10/96, entnommen.

[Es ist] im Plan des Menschen vorgesehen [...], welchen Menschen er sich zum Ehepartner nehmen soll - noch bevor er in die irdische Verkörperung geht. Jeder Mensch erklärt sich vor seiner Geburt mit einem göttlichen Plan einverstanden, in welchem die Eckpfeiler seines könftigen Lebens festgeschrieben sind. Also vielleicht, welchen Berufsweg er wählen wird, wen er heiratet und wer seine Kinder sein werden. Ob Krankheit zu seinem Schicksal gehören wird oder der Verlust des Partners oder sonstige karmische Verpflichtungen. Viele spätere Ehepartner wußten instinktiv bei der ersten Begegnung, daß der andere derjenige welcher ist, mit dem man das Leben teilen wird. Die Seele erkennt den Partner, mit dem man schon im Himmel noch bevor man als Baby auf die Welt kam, ätherisch verbandelt wurde. Läßt man sich von diesem Partner später einmal scheiden, hat man garantiert seinen Lebensplan verpaßt. Doch man wollte ja genau diese Lernprotesse machen, die einem dieser bestimmte Partner in Aussicht stellte.

Die Folgen, sich nicht an den kosmischen Plan zu halten, können gar schrecklich sein.

Der falsche Partner hat verheerende Auswirkungen auf das Muster oder die Ausstrahlung unseres Blutstroms. Das gesamte Nervensystem des Rückenmarks wird wiederum durch das Muster des Blutstroms beeinflußt. Kraft und Dynamik einer Person im Ausgeglichenheitszustand hängt vom Muster des Blutstroms ab. Sind die Sexualpartner ungleich oder unähnlich in ihrem Wesen und ihrer Entwicklung, wird auch der Blutstorm beider sexualpartner unausgeglichen und die Nerven hören auf, mit gleichmäßen Oszillationen zu pulsieren.

Die Nervenempfindungen, die im Gehirn zusammenkommen, beeinflussen die Dynamik einer Person. Ebenso beeinflussen sie alle unsere Erscheinungen - geistig wie physisch. Dem Körper und dem Seelenmuster wird also durch unregelmäßige, sprich gestörte Nerven-Oszillationen großer geistiger und physischer Schaden zugefügt. Jede einzelne Zelle des Körpers hat eine direkte Verbindung zum Gehirn. Wenn sämtliche Körperzellen in ungleichen Pulsationen oszillieren, wird dem Nervensystem entsetzlicher Schaden zugefügt, indem eine so riesige Zahl unausgeglichener Meldungen sowie unausgeglichener Zellen das Gehirn anpeilen. Blindheit, Taubheit, Arthritis und viele andere Krankheiten entstehen laut Walter Russell aus solcher elektrischer Unausgeglichenheit im Körper. Zudem altert ein solcherart mitgenommener Körper äußerst schnell. Sagen wir von einem lotterhaft lebenden Menschen nicht oft, er sehe verlebt aus?

Die Eindringlichkeit, mit der die Körperzellen ans Gehirn appellieren, ist oft soviel größer als die Kontrolle, die das Gehirn über die Zellen auszuüben vermag, daß der Wille eines triebhaft lebenden Menschen völlig vom Bedürfnis seiner Körperzellen beherrscht wird. Das kann sich soweit steigern, daß ein Mensch zwanghaft, gegen seinen Willen, einen anderen umbringt. Wer immer geistig weiterkommen möchte, muß dafür sorgen, daß das Hirn das Zepter in der Hand behält - und die Revolution der Körperzellen durch weisen Sexualumgang vermeiden. Weiser Sexualumgang bedeutet erstens Monogamie - und zweitens, noch wichtiger: Mit einem harmonisierenden Partner. Mit einem also, dessen Wellenmuster dem unsrigen so ähnlich ist, daß sie sich ergänzen können. Bei Ehen, die im Himmel geschlossen wurden, dürfte dies der Fall sein. Bei solchen aus ekstatisch flackernder Leidenschaft nicht.

Im folgenden erkennen wir in abgewandelter Form den Gedanken von Yin und Yang.

Die Natur entwickelt bestimmte Formenmuster, die wir Arten, Gattungen oder Spezies nennen. Eine Art pflanzt sich fort, indem zuerst ihr Muster in zwei ausgeglichene, gleiche und harmonische Teile geteilt wird - und diese beiden Hälften (nämlich männlich und weiblich) sich wieder durch ihre elektrischen Wellen vereinigen. Die ursprüngliche Trennung einer Gattung in Partner-Paare nennen wir Geschlechterteilung, ihre Wiedervereinigung Paarung. Russell: "Die Natur erschafft die reinen Spezies verschiedener Arten, indem sie Teilung in Paare gleicher Hälfte und desselben elektrischen Musters kontrolliert und ebenso die Paarung ähnlich gewichteter gleicher Hälften. Durch ihre Verbindungslinien des magnetischen Stroms übermittelt die Natur ihre unverletzten Gesetze an alle existierenden Kreaturen. Sie sind in ihnen aufgezeichnet als Instinkt oder werden sonstwie erfühlt; und jede lebende Kreatur - außer jenen, denen der freie Wille gegeben wurde - gehorcht instinktiv jenem heiligsten aller Naturgesetze, dem Gesetz der ebenbürtigen Vereinigung von harmonisch geformten Hälften. In jenen Reichen der Natur, wo der freie Wille unbekannt ist, kontrolliert die Natur über ihre elektrischen Ströme all diese Vorgänge in Vollkommenheit.

Warum muß ein Mensch mühsam erlernen, wie man einen Damm baut, der Biber kann das aber im Schlaf? Warum bauen Bienen wunderbare Wabensysteme, Ameisen und Termiten erstaunliche Gebilde, weben Spinnen Netze, wie es der Mensch selbst nach langwierigen, mühsamen Lernprozessen kaum fertigbringt? Biber, Ameise, Biene und Spinne sind instinktgesteuert. Die elektrische Intelligenz der Natur leitet sie an,
instinktiv genau das richtige zu tun. Der Mensch indes wurde mit dem freien Willen bedacht, und er hat schöpferisch zu denken gelernt. Also muß er sich selbst wieder aneignen, was die Natur durch ihre verschiedenen Formen in Perfektion ausdrückt. Beherrschen Tiere die vollkommene Form der Partnerwahl. Paarung und Aufzucht ihrer Jungen instinktiv, wendet der Mensch hier seinen freien Willen nicht gerade klug an."

Worauf das alles hinausläuft, wird - so denke ich - langsam klar. Uns droht das Schicksal von Atlantis. Unkontrollierte Partnerwahl, gar Homosexualität, ja wohin mag das wohl führen? Doch es gibt noch eine lustige Variante dieses reaktionären Quatsches.

Natrium und Chlor sind gute Beispiele für chemische Elemente, die den positiven und negativen Teil eines Paares bilden; beide leicht aus dem energetischen Gleichgewicht gebracht. Wenn diese beiden Partner heiraten, werden sie so vollkommen ausgeglichene und stabile Partner, daß der Chemiker sie geistige Verwandte nennt. Als verheiratetes Paar bilden sie das, was im Salzstreuer auf unserem Tisch steht. Betrachtet man ein Tafelsalz-Kristall unter dem Mikroskop, so hat man einen vollkommenen Würfel vor sich. Ein wahrhaft ideales Paar, bildet es doch gemeinsam die höchste, absolut ausgeglichene Form der Kristallisation.

Betrachten wir eine chemische Mißverbindung. Natrium würde zum Beispiel Brom oder Flour als Ehepartner wählen. Eigentlich müßten sie gute Partner sein, stammen sie doch aus derselben chemischen Gruppe, allerdings aus verschiedenen Oktaven - was einen leicht unbefriedigenden sexuellen Austausch bedeuten könnte. Heiratet also zum Beispiel Natrium Jod, dann werden sie niemals ganz erfüllenden Sex zusammen haben. Das bedeutet nichts anderes, als daß in ihrer Vereinigung einer der Partner nie ganz befriedigt werden kann, da sie sich ungleich sind, und nicht bei beiden eine völlige Entleerung der Energie stattfinden kann. Betrachten wir nun ein Natrium-Jod-Kristall oder ein Natrium-Brom-Kristall unter dem Mikroskop, sehen wir folgerichtig eine deformierte Würfelform. Genau das gleiche geschieht mit Menschen und allen anderen Spezies der Natur.

Lassen wir es dabei - Antje Trukenmüller hat den passenden Kommentar für uns vorbereitet: Blubb blubb.

 

Rainer Holbe : Neue phantastische Phänomene

Besprechung: Rainer Holbe, Neue phantastische Phänomene, Erinnerungen an Atlantis, Ullstein TB, Frankfurt/M./Berlin 1995, ISBN 3-548-35523-4, [240 S.], DM 14,90

Rainer Holbe hat in seinem Buch Neue phantastische Phänomene. Erinnerungen an Atlantis weitere Beispiele derartiger Leichtgläubigkeit und Scharlatanerie gesammelt. Zum Beispiel die Leute, die anhand der Lage und der Längenmaße der ägyptischen Pyramiden kosmische Gedankengänge konstruieren. Die Cheopspyramide war einst 146,6 Meter hoch und erstaunlicherweise ist das die Entfernung (in Millionen Kilometern) der Erde von der Sonne. Nun ja, mehr oder weniger, weil die Erde die Sonne nicht in einer exakten Kreisbahn umläuft. Aber solche Kleinigkeiten stören unsere paranormalen Forscher keineswegs. Ein holländischer Astrophysiker hat nachgewiesen, daß die Zahlenverhältnisse eines schlichten Hollandrades jeden Pyramidenmystiker oder Steinringfan begeistern müßten, aber eigentlich eher ernüchtern sollten. Er nannte sein Rad daher das paranormale Fahrrad. Und in der Tat lassen sich mit mathematischen Tricks alle erwünschten und unerwünschten Maße und Behauptungen - wie soll ich das nennen? - beweisen?

Rainer Holbe hat jedenfalls Menschen gefunden, die entweder auf Atlantis gelebt haben wollen oder zumindest einiges aus dieser Zeit in Erfahrung gebracht haben. Ein unglaubliches Hokuspokus-Buch, weil kaum etwas davon beim Lesen überprüfbar ist. Da werden erst einmal Behauptungen in die Welt gesetzt, denn es gibt genügend Gläubige. Das Buch von Rainer Holbe heißt Neue phantastische Phänomene mit dem Untertitel Erinnerungen an Atlantis. Es ist bei Ullstein zum Preis von 14 Mark 90 erschienen.

 

Rand & Rose Flem-Ath : Atlantis

Besprechung: Rand & Rose Flem-Ath, Atlantis. Der versunkene Kontinent unter dem ewigen Eis, Knaur TB, München 1997, ISBN 3-426-77289-2, [224 S.], DM 16,90

Eine andere kuriose Geschichte erzählen Rand und Rose Flem-Ath. Sie suchen Atlantis unter dem ewigen Eis der Antarktis. Der Witz ist folgender: Ein gewisser Charles H. Hapgood hat die doch etwas erstaunliche Theorie aufgestellt, daß sich die Erdkruste zuweilen über den Globus verschiebt. Dies soll schon öfter vorgekommen sein. Für die Atlantisforschung ergibt sich eine interessante Konsequenz.

Gegenden, die einmal blühende Landschaften gewesen sind, können durch eine solche Erdkrustenverschiebung zu Wüsten oder Eiswüsten werden, je nachdem, wohin sie verschoben worden sind. Atlantis in der Antarktis unter kilometerdickem Eis zu suchen, hat zumindest den unbestreitbaren Vorteil, daß diese Lokalisation erst einmal nicht nachzuweisen ist.

Ich denke, jeder ernsthafte Geologe wird diese Theorie als das bezeichnen, was sie ist: haltlos. Aber nett geschrieben. Das Buch von Rand und Rose Flem-Ath heißt Atlantis. Der versunkene Kontinent unter dem ewigen Eis. Es ist im Knaur Verlag zum Preis von 16 Mark 90 erschienen.

 

Bernhard Mackowiak : Atlantis

Besprechung: Bernhard Mackowiak, Atlantis. Nachrichten aus versunkenen Welten, Franckh-Kosmos, Stuttgart 1997, ISBN 3-440-07310-6, 160 S., DM 24,80

Etwas ernsthafter und wissenschaftlicher ist der gut lesbare Überblick über die neuere Atlantis-Forschung von Bernhard Mackowiak. Leider hat er nicht den Mut, den spirituellen Unsinn einiger Atlantologinnen und Atlantologen auch als solchen zu bezeichnen. Vielleicht lautet deshalb auch der Untertitel seines Buches Nachrichten aus einer versunkenen Welt. Spiritistische Medien werden als solche Nachrichtenüberbringer auch kritiklos erwähnt.

Doch zuweilen zeiht er einige Scharlatane, die einfach zu dreist waren, der Lüge. Ein klarerer Standpunkt wäre sinnvoller gewesen; ich vermute jedoch, daß sein Report nicht gleich alle an Atlantis Interessierte abschrecken sollte.

Theorien, wonach Atlantis ein im Atlantik versunkener Kontinent war, werden jedoch verworfen. Der Grund ist ziemlich einfach. Die Kontinente, so wie wir sie heute kennen, sind das Ergebnis von Plattenverschiebungen der Erdkruste. Diese Theorie von Alfred Wegener aus dem Anfang dieses Jahrhunderts ist wissenschaftlicher Standard. Wer sich zum Beispiel die Ostküste Lateinamerikas und die Westküste Afrikas anschaut, wird sehen, daß diese einmal zusammengehangen haben müssen.

Für Atlantis als versunkener Atlantik-Kontinent bedeutet diese Theorie das Aus. Es fehlt einfach kein Stück Erde im großen tektonischen Plattenpuzzle.

Mackowiak nimmt weitläufig zu der noch am ehesten wissenschaftlich akzeptierten Deutung von Platons Atlantis-Legende Stellung. Es ist die von mir schon genannte Gleichsetzung von Atlantis mit dem minoischen Kreta bzw. Santorin. In vielem, sagt er, gibt es Übereinstimmungen oder zumindest plausible Anhaltspunkte für eine Gleichsetzung. Aber alles ist noch nicht geklärt, zum Beispiel streiten sich bis heute die Gelehrten darüber, wann denn eigentlich der große Ausbruch des Thera-Vulkans stattgefunden hat.

Bernhard Mackowiaks Buch Atlantis. Nachrichten aus einer versunkenen Welt ist im Kosmos-Verlag erschienen und kostet 24 Mark 80.

 

Gisbert Haefs : Troja

Besprechung: Gisbert Haefs, Troja, Heyne, München 1997, ISBN 3-453-12906-7, [528 S.], DM 48,00

Auch Troja ist mit Atlantis gleichgesetzt worden. Um den trojanischen Krieg herum, mit allen Verwicklungen in Griechenland, Ägypten und den umliegenden Gebieten hat Gisbert Haefs einen Roman geschaffen. Er bezieht sich dabei ausdrücklich auch auf Solons Fahrt nach Ägypten, von der ich zu Anfang dieser Sendung gesprochen habe.

Das klingt zunächst einmal unglaublich fazinierend. Die Geschichte des Trojanischen Krieges als tatsächliche Geschichte in einen historischen Kontext gepackt. Das ganze noch mit einer Prise Atlantis gewürzt. Allein, ich fand das Gericht ziemlich fade. Nicht, daß der Mann keine Phantasie hatte. Aber ich fand sie sehr einseitig.

Er beschreibt Männer und ihre Welt. Männer, die nur Frauen im Kopf haben, über Frauen verfügen, Frauen besitzen und umbringen. Männer, deren Lebensinhalt im Kampf, im Raub und im Mord besteht. Es ist einfach langweilig. Ich habe irgendwann beschlossen, nur noch querzulesen, weil ich diese Art historischer Roman- oder vielleicht auch Romantisierung einfach eklig fand. Männerphantasien ...

Es gibt Bücher, die ich einfach nicht empfehlen kann. Bücher mit einem bestimmten Männer- und Frauenbild zum Beispiel. Dieses ist eines davon. Der Roman von Gisbert Haefs heißt schlicht Troja, er ist im Heyne Verlag erschienen und kostet 48 Mark.

Da ist es auch nicht damit getan zu sagen (oder zu singen), Männer sind Schweine. Das hat nichts mit Selbsterkenntnis zu tun, schon gar nichts mit dem Willen, daran etwas zu ändern. Es ist allenfalls die Legitimation, so weiterzumachen. Männer sind halt Schweine und dürfen sich dann auch so verhalten.

 

Wolfhard Schlosser und Jan Cierny : Sterne und Steine

Besprechung: Wolfhard Schlosser / Jan Cierny, Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1318-6, 188 S. mit 62 Abb., DM 68,00

Ich sprach vorhin davon, daß es begeisterte Pyramidenforscher gibt, die aus den Maßen der Pyramiden alles herleiten. Die behaupten, die Pyramiden seien älter als uns die Archäologen weis machen wollen. Viel älter. Der Grund sei der: die Pyramiden seien auf bestimmte Sternkonstellationen ausgerichtet und die hätte es Jahrtausende vor dem ersten schriftlich überlieferten ägyptischen Reich gegeben.

Die Pyramiden seien von Nachfahren der Atlanter erbaut worden. - Es kann aber auch ganz anders gewesen sein. Zwei Autoren, die wissen, worüber sie schreiben, sehen das so:

Man darf ohne weiteres behaupten, daß der größte Teil der Medienberichte über astronomische Einrichtungen der Vorzeit unzutreffend sind, von den unterstellten Raumflugmöglichkeiten zu damaliger Zeit ganz zu schweigen.

Auch werden Monumente wie etwa die drei großen Pyramiden von Gizeh dermaßen mit astronomischen oder zahlenmystischen Spekulationen überfrachtet, daß dabei völlig vergessen wird, daß die nur wenige Bogenminuten von den Haupthimmelsrichtungen abweichenden Grundlinien etwa der Cheopspyramide allein schon Grund genug zur Bewunderung der Meßtechnik der alten Ägypter sind.

Ein anderer weitverbreiteter Irrtum ist die Meinung, Denkmäler wie Stonehenge [...] oder die Externsteine hätten zur Bestimmung des Tages der Sommer- oder Wintersonnenwende gedient. Es ist sogar noch heute keineswegs möglich, aus der Aufgangsrichtung der Sonne den Sommer- oder Winterbeginn taggenau festzulegen. [...]

Wer einmal durch die gewellten Steinreihen der Menhire von Carnac in der Bretagne gewandert ist, dem wird auch als Nicht-Astronomen klar, daß hier keine Orientierung nach einer Himmelsrichtung beabsichtigt wurde. Ein britischer Steinring mit nur zehn Steinen erlaubt bereits neunzig Blickrichtungen über je zwei Steine, so daß der gesamte [...] Horizont[s] praktisch lückenlos abgedeckt wird und somit beliebige Koinzidenzen (also Zusammentreffen) mit Sonne, Mond und Sternen möglich werden.

Damit relativiert sich dessen Einschätzung als archäoastronomisches Objekt auf Null. [S. 65 f.]

Wolfhard Schlosser, einer der beiden Autoren des Buches Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit ist Professor für Astronomie. Der andere ist Jan Cierny, der sich ausgiebig mit Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Bodenkunde befaßt hat. Beide zusammen haben eine wissenschaftliche Arbeit verfaßt, die ich vorbildlich nennen möchte.

Sie untersuchen sehr genau, welche Bauwerke der Ur- und Frühgeschichte tatsächlich welchen astronomischen Zwecken gedient haben können. Sie legen ihre Kriterien offen und machen sie damit auch kritisier- und nachprüfbar. Sie fabulieren nicht, sondern sagen, was sicher ist und was Spekulation. Und sie geben jedem Hobbyarchäologen und jeder Hobbyastronomin genügend Material und Handwerkszeug mit, damit diese Funde richtig einordnen und interpretieren können. Ein Buch für Laien und für Fachfrauen; und daher wirklich empfehlenswert.

Von ihnen habe ich auch das Beispiel mit dem paranormalen Fahrrad [S. 86]. Eine Passage wie die folgende möchte ich in Schriften zu Atlantis erst einmal vorfinden; aber dann würden die Scharlatane arbeitslos. Schlosser und Cierny schreiben:

Wie sollte also eine wissenschaftliche Untersuchung mit der notwendigen Ehrlichkeit im Umgang mit den Fakten durchgeführt werden? Am Anfang steht meist eine Vermutung, die erstaunlicherweise oft auf irrationale Weise entsteht. Sie formt sich aufgrund von Assoziationen, die im einzelnen kaum nachvollziehbar sind: Sie ist einfach da! Es zeichnet den echten Forscher aus, daß er eine 'gute Nase' für sein Forschungsgebiet hat oder - vornehmer ausgedrückt - eine Intuition.

Während die Vermutung in Sekundenbruchteilen im Gehirn aufblitzt, bedeutet die zweite Phase echte Knochenarbeit, die sich über Jahre erstrecken kann. Nun heißt es, das Material zu sammeln. Hierzu gibt es drei eiserne Regeln:

Trage alles Material zusammen, welches für die Bestätigung oder Widerlegung der Vermutung relevant ist. Widerstehe der Versuchung, Daten wegzulassen, die nicht in die Reihe passen, und höre nicht mit der Datensammlung vor dem gesetzten Ziel auf. Denke daran, daß ein auf Vollständigkeit angelegter Datensatz auch dann für die Wissenschaft wertvoll ist, wenn die ursprüngliche Vermutung widerlegt werden sollte. [S. 150 f.]

Und die Atlantis-Theorie möchte ich erst einmal sehen, die mit derart klar definierten wissenschaftlichen Kriterien erstellt worden ist!

Das Buch von Wolfhard Schlosser und Jan Cierny heißt Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit. Es ist im Konrad Theiss Verlag erschienen und kostet 68 Mark.

 

Atlantis - Mythos oder Wirklichkeit?

Atlantis - Mythos oder Wirklichkeit? So lautete der Titel dieser Sendung. Ich denke, zu jedem Mythos gibt oder gab es eine Wirklichkeit. Allerdings lassen sich Mythen für allerlei Zwecke einspannen, und sei es zum Abzocken der Esoterikgläubigen. Sollte ich einmal finanziell nicht mehr weiterwissen, kann ich ja noch umsatteln. Solch blühenden Blödsinn, wie ihn diese Szenerie verzapft, kriege ich auch noch hin.

Aber noch einmal zurück zur Frage nach den realen Hintergründen der Atlantis-Erzählung von Platon. Ich denke, es gibt gute Gründe, Atlantis und die minoische Kultur Kretas in Verbindung zu setzen. Es ist doch so: eine Geschichte über den Untergang eines (zur damaligen Zeit) hochentwickelten Staatswesens kann nur im bekannten Kulturkreis der damaligen Zeit entstanden sein.

Ägypten war keine Seemacht; insofern war für die ägyptischen Schreiber das Mittelmeer mehr oder weniger eine unbekannte Welt. Mit Übertreibungen bei der Überlieferung ist also zu rechnen. Andererseits kann es sich nur um ein Staatswesen gehandelt haben, daß nicht allzu weit von Ägypten entfernt war. Von den bekannten Hochkulturen im Mittelmeerraum bleibt nur Kreta übrig.

Wenn nun von Überschwemmungen und Erdbeben die Rede ist, bringt dies den Ausbruch des Thera-Vulkans ins Spiel. Wann immer er stattgefunden haben mag: ein derartiges Ereignis muß einfach seinen Niederschlag gefunden haben. Ob als Ascheregen oder in mündlicher oder schriftlicher Form. Eine bekannte Tatsache ist, daß mündlich weitergegebene Erzählungen, so verändert sie auch im Laufe der Zeit geworden sind, ziemlich alt sein können. Auch Homers Ilias ist erst Jahrhunderte nach der Zerstörung Trojas schriftlich festgehalten worden.

Die Zeit reicht nun nicht, um mit wissenschaftlichen Kriterien eingehend jedes Detail zu beleuchten. Aber die Anhaltspunkte sind da; es kommt nun darauf an zu begründen, warum dieses Detail paßt und ein anderes vielleicht nicht. Das ist eben wissenschaftliche Arbeit.

Einen Besuch auf Kreta und Santorin kann ich im übrigen trotz der Touristenströme empfehlen. Vielleicht wird dann auch klarer, warum das minoische Kreta die Folie für Platons Atlantis-Erzählung gewesen sein könnte.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 20. September 2009 aktualisiert.
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In der Hörfunkfassung wurden verschiedene Zitate von Antje Trukenmüller gesprochen, der ich hierfür danke.
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